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Zoff: Verkehrsministerium hetzt Opel Staatsanwaltschaft auf den Hals

Seit 2015 liegen sich das Verkehrsministerium in Berlin und Opel in der Wolle. Die einen sprechen von Abschalteinrichtungen, die anderen von legalen Motormanagement. Nun ist den Berlinern der Geduldsfaden gerissen.

von Robert Basic am 15. Oktober 2018

Was ist neu im Dauerstreit? Heute gab eine Razzia bei Opel (Rüsselsheim/Kaiserslautern). Und das KBA ( Kraftfahrt-Bundesamt) soll Medienberichten zufolge einen Rückruf von rund 100.000 Opel-Fahrzeugen demnächst anordnen.

Das ist lange Story mit Anlauf und Ansage. Bereits seit 2015 bis 2017 habe man vier diverse Abschalteinrichtungen entdeckt. Ein freiwilliges Software-Update seitens Opel habe jedoch lediglich 70% aller betroffenen Modelle abgedeckt. Nun will man unbedingt ein fünftes Defeat Device entdeckt haben. Betroffen seien die Modelle Insignia, Zafira und Cascada.

Opel selbst? Die bestreiten seit Beginn an, dass sie Mist gebaut hätten. Und berufen sich standhaft auf die tatsächlich erlaubten Maßnahmen, bei bestimmten Temperaturfenstern die Einleitung von AdBlue zu blockieren. Sinn der Sache sei nicht das fiese, dunkle Gebahren von monströsen Autofirmen, um die Umwelt zu verpesten oder dem Autofahrer 2,85 Euro zu ersparen, sondern schlichtweg der Motorschutz.

Das wiederum passt den Herren aus Berlin nicht. Gerade der neue Chefminister – Scheuer – scheint den harten Kerl mimen zu wollen. Der bereits den Daimler-Boss wie eine kleinen Schuljungen herbeizitiert hatte, um ihn vorzuführen. Ich vermute, er hat sowieso keine Ahnung von Motorphysik. Aber politische Pluspunkte sammeln kann er ja.

Wir stehen bei sowas nur außen vor. Ob und inwiefern Opel eine Hinhaltetaktik betrieben hat oder völlig korrekt im Sinne der erlaubten Maßnahmen gehandelt hat, können wir sowieso nicht wissen. Da der Zoff nunmehr seit drei Jahren schwelt, kann man sich ja denken, wie eindeutig die Sache liegen soll: gar nicht! Wenn die Damen und Herren der Legislative eindeutigere Regeln setzen wollen, steht ihnen jederzeit der Rechtsweg frei, die Normen zu justieren.