ZTE Hawkeye: Zu wenig Interesse – Kickstarter-Kampagne abgebrochen

ZTE hat die Crowdsourcing-Kampagne für das Smartphone Hawkeye, welches bei Kickstarter als Project CSX um Unterstützer buhlte, kurz vor Schluss gecancelt. Mit kleinem Preis, Eye-Tracking und Dual-Kamera wollte ZTE die Kunden zum Kauf bewegen, es fanden sich aber zu wenige Unterstützer.

Update vom 20. Februar 2017:

Ein Satz mit X, ZTE! Gestern wäre die Kickstarter-Kampagne zum ZTE Hawkeye zu Ende gegangen, zwei Tage vorher hat das chinesische Unternehmen nun den Stecker gezogen. Lediglich 36 245 Dollar sind zusammen gekommen – 500 000 Dollar wollte man eigentlich einsammeln. Das bedeutet, dass man mit dem Smartphone-Konzept lediglich 190 Unterstützer überzeugen konnte und das ist so deutlich zu wenig, dass sich ZTE dafür entschieden hat, die Kampagne zu canceln.

Ja, es gab ein paar unique Features und auch preislich war das okay, was man da angeboten hat, aber für zu viele Interessenten war es deutlich zu wenig, was ZTE da umgesetzt hat. Im Vorfeld hatte man von den Smartphone-Fans wissen wollen, welche Features sie sich für ein Handset vorstellen – wenn dann davon zu wenig im tatsächlichen Gerät zu finden ist, kaufen es dann auch nur die wenigsten.

Wie es heißt, bekommen die Backer allesamt ihr Geld zurück und so ganz abschreiben möchte ZTE das Projekt auch noch nicht. In einem Blog-Posting von ZTE heißt es:

Based on the feedback we’ve received on both Kickstarter and our own Z-Community forum, we’ve decided to phase out this campaign; however, this doesn’t mean the project is over. We are reevaluating the device for the winning Project CSX idea – an eye-tracking feature with self adhesive backing – and it will be implemented based on your feedback.

Wie geht es nun weiter? Wie gesagt erhalten die Unterstützer ihre Kohle zurück und ZTE setzt sich nochmal hin und entwickelt das Smartphone weiter bzw. neu. Beim Feedback haben die Chinesen vernommen, dass man sich die besonderen Features besser mit einem High-End-Smartphone vorstellen könne und so bastelt ZTE jetzt an einem Device, welches technisch deutlich mehr auf dem Kasten haben dürfte als das, was wir bislang als “Hawkeye” geboten bekommen haben.

Wir halten euch hier auf dem Laufenden, sollte ZTE sich erneut zu Wort melden zum zweiten Anlauf.

via Golem.de

Original-Artikel vom 17. Januar 2017:

ZTE ist einer der bekanntesten und größten Smartphone-Hersteller Chinas und zudem einer, der auch im Westen bereits Fuß gefasst hat. Für sein neues Smartphone – das ZTE Hawkeye – geht man einen Weg, der von der ursprünglichen Art und Weise, wie man ein solches Handset auf den Markt bringt, deutlich abweicht.

Dazu gehört, dass ZTE erstmals eines seiner Smartphones via Kickstarter anbietet.  Man wendet sich aber nicht nur bezüglich der Bezahlung an die Crowd, sondern hat das bereits im letzten Jahr getan, als man nämlich wissen wollte, was sich die Smartphone-Fans in diesem Gerät für Komponenten wünschen und was für ein Design.

Das Ergebnis dessen ist nun das ZTE Hawkeye und ja, auch auf diesen Namen haben die Unterstützer Einfluss genommen. Die Kampagne bei Kickstarter nennt noch den Projektnamen “Project CSX” und ist bereits seit einigen Tagen am Laufen, jetzt aber nennt ZTE die Spezifikationen für dieses Handset. Wir schauen sie uns einmal an:

  • 5,5 Zoll großes FullHD-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln
  • Qualcomm Snapdragon 625 Octa-Core-SoC mit  2.0 GHz
  • 3 GB RAM
  • 32 GB interner Speicher, per microSD-Karte um bis zu 256 GB erweiterbar
  • Android 7.0 Nougat
  • Hauptkamera: Dual-Cam mit 13 bzw. 12 Megapixeln, optischem Zoom sowie OIS
  • 8 MP Frontkamera
  • Dual-SIM
  • 3.000 mAh Akku, unterstützt Quick Charge 2.0
  • WIFI 802.11 b/g/n/ac 2.4GHz/5GHz, Bluetooth 4.2 / HFP1.6
  • Weitere Funktionen: Fingerabdrucksensor, Hi-Fi Audio, NFC, USB Typ-C-Anschluss

Ergänzend zu den Specs sei noch gesagt, dass es natürlich ein LTE-fähiges (Cat 6) Smartphone ist, für das man bislang die Bänder B2/B4/B5/B7/B12/B13/B66 genannt hat. Band 20 – für uns in Deutschland das interessanteste – fehlt dabei, aber ZTE erklärte bereits, dass man es auch von der Nachfrage abhängig mache und hier durchaus noch Unterstützung für bestimmte Regionen anbieten wird.

Besonders viel Geld ist bei Kickstarter bislang noch nicht zusammengekommen, was auch daran liegen dürfte, dass wir es mit einem ziemlich unspektakulären Smartphone zu tun haben. 500 000 Dollar möchte ZTE in den nächsten vier Wochen einsammeln, bislang sind lediglich knapp 31 000 Dollar zusammengekommen. Das ist insofern enttäuschend, als im Vorfeld darauf gesetzt wurde, die Community nach ihren Feature-Wünschen zu fragen, von denen es schließlich ja auch einige ins finale Gerät geschafft haben.

Zu erwähnen wäre hier zunächst einmal, dass es ein Eye-Tracking-System gibt, welches eure Iris im Auge (haha) behält und euch so ermöglicht, mit den Augen die Inhalte auf dem Display zu swipen oder zu scrollen. Außerdem könnt ihr per Sprachkommandos zwischen verschiedenen Seiten wechseln.

Darüber hinaus soll das Hawkeye, bei dem ihr zwischen 15 verschiedenen Farben und verschiedenen Materialien wählen könnt, durch eine besondere Beschaffenheit des Gehäuses ermöglichen, dass es an verschiedenen glatten Flächen haftet, beispielsweise an der Wand oder dem Spiegel. Im Lieferumfang enthalten ist übrigens auch ein Case – das soll gewährleisten, dass euer Smartphone an allem möglichen Zeug kleben bleibt, wenn ihr es beispielsweise in einer Tasche mit euch herumtragt.

Wie gut das klappt, muss sich dann in der Praxis zeigen – das gilt übrigens nicht nur für diese “Klebe”-Funktion, sondern auch für das Tracken der Iris. Von diesen Funktionen abgesehen erhaltet ihr ein anständiges Mittelklasse-Smartphone, welches via Kickstarter derzeit noch für 199 Dollar erworben werden kann. FullHD-Display, dicker 3.000 mAh Akku mit Quick Charge 2.0, Snapdragon 625 und 3 GB RAM, dazu eine Dual-Cam hinten und auch schon aktuelles Android 7.0.

Der Speicher ist mit 32 GB auch ordentlich bemessen, wobei ihr bis zu 256 GB nachrüsten könnt per microSD-Karte. Die findet jedoch im Gerät nur dann Platz, falls ihr nicht beide Slots für SIM-Karten nutzt, denn das Hawkeye unterstützt auch Dual-SIM. Auf der Rückseite seht ihr neben einem Fingerabdrucksensor eine Dual-Cam, die mit 12 MP bzw. 13 MP aufwarten kann und euch dadurch auch einen optischen Zoom anbieten kann. Vorne steht für Selfies eine 8-MP-Cam zur Verfügung.

Gerade für 200 Dollar kann sich das absolut sehen lassen, wenngleich wir Android 7.0 Nougat als Verkaufsargument hier nicht gelten lassen wollen – immerhin soll dass ZTE Hawkeye erst im September 2017 ausgeliefert werden.

Bislang haben wir es – auch auf den Bildern oben – noch mit Prototypen zu tun, so dass wir noch nicht von den Fotos auf Design und Verarbeitung schließen wollen, aber auch so lässt sich wohl jetzt schon sagen, dass ZTE mit dem Hawkeye jetzt zwar nicht den totalen Überhammer aus dem Hut gezaubert haben, aber dennoch ein richtig ordentliches Smartphone hinzaubern, welches mit 200 Dollar ein absolut faires Preisschild erhalten hat.

Sollte man sich dazu durchringen können, jetzt noch Deutschland-freundliche LTE-Frequenzen zu unterstützen, wäre es mit Sicherheit ein sehr interessantes Smartphone für jeden durchschnittlichen Nutzer, der deutlich weniger Geld ausgeben möchte, als es für Flaggschiffe hingeblättert werden muss. Falls ihr Interesse an dem Gerät gefunden habt: Ihr könnt noch über 32 Tage lang auf Kickstarter zuschlagen.

Ob das Verkaufen über die Crowdfunding-Plattform und der Aufwand mit dem Anhören der User-Wünsche nun die beste Idee war, die ZTE jemals hatte, möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewerten, aber unterm Strich steht ein ordentliches Mittelklasse-Smartphone mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis, das sogar einige unique Features an Bord hat.