Zwei Monate Alexa: Welche Funktionen nutzt man mit Amazon Echo wirklich?

Amazons Echo und Echo Dot sind seit letzter Woche frei für alle verfügbar. Aber welche von Alexas Funktionen sind wirklich nützlich und alltagstauglich?

Die letzten Monate waren Echo- und Echo-Dot-Geräte bei Amazon ausschließlich auf Einladung erhältlich. Dafür musste man sich vorher anmelden und dann hieß es warten … und warten … und warten. Denn die Einladungen wurden nicht in der Reihenfolge der Anmeldung, sondern, so Amazon, zufällig herausgeschickt. Ich habe daher alle meine nicht interessierten Freunde und Verwandten im September beauftragt, sich für mich anzumelden und so bin ich seit Dezember Besitzer von zwei schicken Echo Dots.

Nachdem Amazon letzte Woche bekanntgegeben hat, dass Echo nun auch ohne Einladung für alle frei verfügbar ist, spielen vielleicht einige mit dem Gedanken sich Amazons Sprachassistenten ebenfalls ins Haus zu holen. Was Alexa alles kann, erklärt die reichlich bebilderte Produktseite ausführlich; aber welche Fähigkeiten und Skills sind im Alltag tatsächlich von Nutzen?

Amazon Echo Dot (2. Generation), Schwarz

Preis: EUR 59,99 oder gebraucht ab EUR 59,99

4948 Kundenbewertungen 4.1 von 5 Sternen

Ich habe Alexa inzwischen zweieinhalb Monate in mein Leben integriert und kann euch sagen, was für den Alltag übrigbleibt, wenn man mit dem Testen all der kleinen und großen Spielereien irgendwann durch ist. Zuallererst mein Setup: Meine Echo Dots stehen im Schlafzimmer, wo ich ihn ausschließlich über die integrierten Lautsprecher verwende, und im Wohnzimmer, wo er via Bluetooth an das Soundsystem angeschlossen ist und überwiegend darüber Ton ausgibt. Letzteren kann ich auch problemlos aus der Küche bedienen, da die Fernfeldspacherkennung genug Reichweite hat.

Ich habe selbstverständlich alle Listen mit Easter Eggs, humoristischen Befehlen und dazugehörigen Antworten durchprobiert. Ich habe Alexa wieder und wieder die schlechtesten Witze der Welt erzählen und natürlich auch noch im Januar Weihnachtslieder rauf und runtersingen lassen. Jedes Mal, wenn ich Besuch bekomme, geht die ganze Spaß-Feature-Durchprobiererei von vorne los. Das ist cool, ein witziger Gag für zwischendurch und da Alexa laufend neue Sprüche dazu bekommt, auch immer mal wieder ein ganz netter Zeitvertreib.

Alexa und das Smarthome

Kommen wir nun aber zu den Kernelementen: Die Smarthome-Steuerung. Wer bereits Smarthome-Lichter (etwa von Philips) zuhause hat, kann diese mit dem dazugehörigen Alexa-Skill über Sprache steuern. Da mir persönlich das Preisleistungsverhältnis der Philips-Birnen noch nicht ganz das bringt, was ich gerne hätte, und die Auswahl an Smarthome-Systemen, die Amazon Echo unterstützt, noch sehr überschaubar ist, schalte ich mein Licht noch per Hand an. Wenn man jedoch Amazon- und Skill-Rezensionen Glauben schenken darf, funktioniert das durchaus gut und flüssig.

Ähnlich verhält es sich mit Heizungssystemen. Wer die via Alexa steuern will, benötigt je nach Hersteller einen zusätzlichen Empfänger für die Smartphone- und damit auch Alexasteuerung. Sofern alle Räume in der App des Herstellers ordentlich benannt und angeschlossen sind, kann mit dem dazugehörigen Alexa-Skill problemlos die Temperatur per Sprachbefehl geändert werden. »Alexa, stelle die Temperatur im Wohnzimmer auf 22 Grad« etwa funktioniert problemlos.

Besonders wenn ich gerade auf der Couch liege und keine Lust habe, aufzustehen, um den Fernsehabend etwas kuscheliger zu gestalten, ist das eine tolle Komfortfunktion. Allzu komplizierte Namen sollten die Räume dabei aber nicht haben, sonst bekommt Alexa Probleme damit, den Befehl zuzuordnen. Moment – jetzt fällt sicher einigen von euch auf, dass ich mit so einem Heizungssystem auch einfach mein Smartphone greifen könnte, das heutzutage ohnehin immer jeder neben sich liegen hat, um die Heizung ebenfalls zwei Grad wärmer zu stellen. Das ist richtig, aber Amazon Echo bietet da ein noch dekadenteres, noch bequemeres Feature, bei dem ich nicht mal meine Hand bewegen muss.

Die Heizung oder das Licht via Alexa zu steuern, hat eigentlich keinen Vorteil gegenüber der herkömmlichen Smartphone-Eingabe, außer, dass man sich fühlt wie ein Hausherr mit Angestellten. Das ist witzig und wer ein solches System hat, wird es sicher auch nutzen. Einen großen Nutzen fürs Leben ziehe ich daraus jedoch nicht. Denn um die Heizung oder das Licht übrigens automatisch zu bestimmten Zeiten zu regulieren, greift man dann meist doch wieder zur Hersteller-App. Denn komplizierte Programmierungen kann Alexa entweder nicht umsetzen oder sie sind per Hand einfach viel schneller eingegeben als mit hundertfacher Bestätigung via Spracheingabe.

Alexa als Timer

Meine meistgenutzten Funktionen mit Alexa sind der Timer und der Wecker. Wie ich oben bereits erwähnt habe, lässt sich mein Wohnzimmer-Dot bequem auch aus der Küche bedienen, und das ist ein wahrer Segen. Für Leute wie mich, die gerne und viel backen, oder auch für Menschen, die in der Küche gelegentlich das Zeitgefühl verlieren und sich daher für jeden Pups einen Wecker stellen, ist Alexa perfekt.

Dreckige Hände, kein Platz für die Ablage oder mehrere Timer gleichzeitig stellen? Da kommen Eieruhr und Handy schnell an die Grenzen ihrer Nützlichkeit. Amazon Echo ist dafür allerdings wie gemacht. Ich kann mehrere Timer gleichzeitig stellen. Die Eingabe via Sprachbefehl »Alexa, stelle den Timer auf 20 Minuten« ist kinderleicht und funktioniert immer ohne Probleme. Ich saue dabei das Device nicht mit meinen Teighänden ein und zudem kann ich mir den Weckton, wie am Handy auch, aus einer Vorauswahl in der App aussuchen.

Der einzige Nachteil: Wenn mehrere Timer gestellt sind und einer piepst, verrät Alexa nicht, welcher es ist. Das lässt sich dann nur herausfinden indem ich nachfrage: »Alexa, wie lange läuft der Timer noch«, um zu hören, welche noch aktiv sind. Alternativ kann ich im dazugehörigen Tab der Alexa-App nachsehen. Die Anwendungsmöglichkeiten dafür enden natürlich nicht in der Küche. Wer Kinder hat, kann beispielsweise die Sanduhr als Zähneputz-Timer gegen Alexa austauschen: die Sprachaktivierung macht den Kleinen erfahrungsgemäß Spaß und gibt dem ungeliebten Zähneputzen eine spielerische Komponente.

Ebenso häufig nutze ich Alexa als Wecker. Sei es für kurzes Ausruhen auf der Couch oder im Schlafzimmer zur morgendlichen Weckroutine. Man kann, genau wie beim Handy auch, in der Alexa-App regelmäßig wiederkehrende Weckzeiten einstellen, etwa Mo-Fr um 8:00 Uhr, oder natürlich via Sprachbefehl abends auf die gewünschte Uhrzeit oder sogar den konkreten Tag stellen. Den Wecker mit wenigen Worten zu deaktivieren bringt meiner Morgenroutine übrigens eine Leichtigkeit, von der ich früher nicht mal zu träumen gewagt hätte. Ich glaube allerdings, dass das nicht jedermanns Sache ist.

Alexa und die Musik

Eine meiner Hauptfunktionen für Alexa ist das Musikhören. Da ich sie im Wohnzimmer an das Soundsystem angeschlossen habe, habe ich auch immer raumerfüllende Beschallung. Die Spracheingabe klappt bei englischsprachigen Songs oder ähnlich klingenden Titeln nicht immer akkurat, aber man gewöhnt sich schnell an Alexas Eigenheiten im dem Bereich. So habe ich mir angewöhnt erst Titel und dann Künstler zu sagen, damit sie bei einer kleinen Pause zwischen den beiden nicht auf die Idee kommt, dass ich nur die zufällige Wiedergabe der Songs des Interpreten hören möchte.

Soll Alexa einen Song oder Sender von einem anderen Streamingdienst als Amazon Music (etwa Spotify oder TuneIn) spielen, empfiehlt es sich ebenfalls, den Dienst vorne anzustellen, weil sie bei kleiner Verzögerung immer direkt auf Amazon Music zurückgreifen möchte. Ohne Premium ist hier die Songauswahl jedoch recht eingeschränkt. Alexa kann problemlos auf vorher erstelle Playlists zugreifen, spielt aktuelle Hits oder automatisch generierte Playlists anhand der zuletzt gespielten Songs. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen albernen Freunden bedanken, dass jede zweite Auto-Playlist meines Wohnzimmer-Dots Michael Bublé (oder wie Alexa ihn nennt: »Michael Bubble«) ist. Es sollte eine Funktion geben, Weihnachtspartys nicht für die Empfehlungen zu berücksichtigen.

Wie auch immer – die Sprachbefehle decken mit »Stopp, Vorwärts, Zurück, Weiter, Lauter, Leiser, Spiele was Anderes … « das nötigste ab und wer direkteren Einfluss haben will, kann natürlich wie immer alles auch über die App steuern. Grade für Partys bietet es sich an, vorher erstellte Playlists über Alexa abzuspielen, das Gerät stummzuschalten und bei Bedarf die Songs am Handy zu ändern.

Alles in allem höre ich mit Amazon Echo tatsächlich mehr Musik als zuvor. Da ich nicht jedes Mal ein neues Device mit dem Soundsystem verbinden oder gar umständlich Spotify auf Fernseher oder Konsole streamen muss, lasse ich mich gerne auch mit zufälligen Playlists oder Radiosendern berieseln, wie ich es früher nicht getan hätte. Dank Sleeptimer schlafe ich sogar gelegentlich zu Meeresrauschen, Walgesängen oder Waldgeräuschen ein wie ein Baby.

Wer gerne Audiobooks hört, sollte sich außerdem überlegen, ein Audible Konto anzulegen. Mit Alexa gibt’s dafür derzeit zusätzliche Gratismonate zur Anmeldung und die Wiedergabe erfolgt einfach und intuitiv. Keine Sorge, natürlich liest nicht Alexa das Buch vor, das machen dann immer noch passionierte Sprecher.

Multitasking mit Alexa

Neben den großen Hauptfunktionen, die ich oben genannt habe, gibt es eine Reihe weiterer Komfortfunktionen, die eigentlich kein Mensch braucht, die ich aber liebend gerne nutze, weil ich ein passionierter Multitasker bin. Bin ich gerade im Bad und mache mich fertig, um das Haus zu verlassen, trage ich meistens keine Uhr, also frage ich Alexa nach der Uhrzeit. Stehe ich vor meinem Schrank und überlege, was ich anziehen soll, frage ich sicherheitshalber Alexa nach dem Wetter. Muss ich mit dem Auto los und weiß nicht, ob ich mich beeilen muss, frage ich Alexa nach dem Verkehr. Leere ich die letzte Packung Milch, lasse ich sie Alexa auf den Einkaufszettel schreiben. Tusche ich gerade meine Wimpern, spielt Alexa die Tagesschau in 100 Sekunden für mich.

All das passiert nebenbei. So natürlich, als hätte ich niemals mein Handgelenk drehen müssen oder das Handy anschalten, um Uhrzeit oder Wetter zu erfahren. Es sind Kleinigkeiten, bei denen mein Partner überhaupt nicht versteht, wieso ich sie so aktiv nutze. Es sind Dinge, die er als Faulheit abstempelt, aber für mich sind diese winzigen Nichtigkeiten das, was den Komfort eines Smarthome-Spachassistenten ausmacht.

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich auf dem Weg zur U-Bahn Alexa gerne nach der Uhrzeit fragen oder mir die aktuellen Nachrichten kurz zusammenfassen lassen würde. Ähnlich wie im wundervollen Film Her mit Joaquín Phoenix. Dinge, die mir Zeit und Konzentration stehlen, wenn ich sie aktiv betreiben muss, wobei sie doch so leicht von der Hand gehen könnten, wenn sie mir einfach jemand ins Ohr flüstert. Und kommt mir jetzt nicht mit »Okay Google« oder »Hey Siri«. Siri hat noch nie getan, was ich wollte und unterwegs muss ich für all diese Möglichkeiten doch immer mein Handy zücken, um dann die Antworten letztendlich wieder nur in der Google Suche angezeigt zu bekommen. Multitasking mit Alexa ist super, auch wenn ich es nur zuhause nutzen kann.

Einen Punkt Abzug bekommt meine Schwärmerei hier übrigens, weil es einfach schrecklich umständlich ist, eine komplette Einkaufsliste via Sprachbefehl zu führen. Für jeden einzelnen Artikel muss ich Aktivierungswort, Einkaufsliste und den Artikel, den Alexa dann manchmal nicht versteht, in einem Satz unterbringen? Dann tippe ich den Kram doch lieber wieder mit der Hand in die App. Nein, Danke.

Alexa und Wikipedia

Alexa kann viele Fragen rund um Gott und die Welt beantworten, indem sie die Antworten im Internet abruft. Die ersten eineinhalb Monate hat das so gut wie gar nicht funktioniert und die Antwort auf jede zweite Frage war »Entschuldigung, das weiß ich nicht, aber lass uns Freunde bleiben«. Inzwischen klappt es aber schon deutlich besser und auf die meisten »Was ist …«Fragen kann Alexa eine kurze Wikipedia Zusammenfassung als Antwort zitieren.

Gerade wenn man wissen will, wo ein Fluss liegt, von dem gerade im Fernsehen gesprochen wird oder woher man nochmal irgendeinen deutschen Z-Promi kennt, hilft sie gerne aus. Um aktiv etwas in Erfahrung zu bringen, hat Alexa jedoch wenig Nutzen, unter anderem, weil sie nach einem Sprachbefehl in der App ausschließlich via Bing weitere Infos abrufen kann. Wer nutzt denn tatsächlich Bing?

Einkaufen mit Alexa

Ich habe nun viel zu den Dingen gesagt, die ich mit Alexa aktiv nutze, aber was ist mit all den anderen »tollen« Dingen, die das Gerät kann, die ich jetzt noch gar nicht erwähnt habe? Ganz einfach: viele davon sind Mist. Shoppen via Sprachbefehl zum Beispiel ist schrecklich. Angefangen damit, dass ich natürlich keine Produktauswahl mit Artikelbeschreibung und Preisvergleich sehe, wenn ich Alexa sage, dass sie etwas kaufen soll, ist der ganze Bestellvorgang sehr umständlich.

Nenne ich Alexa ein Produkt, liest sie mir erstmal die ersten, relevanten Artikel aus der Amazon-Liste vor. Zur Erinnerung: dabei habe ich kein Bild vom Produkt vor Augen. Das heißt ich muss mir von der unnatürlich klingenden Computerstimme alle Details zum Artikel und Preis vorlesen lassen und mich dann via Frage-Antwort-Spielchen durch den Bestellprozess manövrieren. Bestellen via Alexa macht für mich nur Sinn, wenn es sich tatsächlich um Produkte wie Waschmittel handelt, von denen ich regelmäßig das gleiche kaufe. Doch selbst da ist eine manuelle Bestellung absetzen nicht langsamer oder umständlicher – im Gegenteil.

Zudem hat Alexa keinen Zugriff auf PrimeNow. Das bedeutet, wenn ich etwas binnen zwei Stunden geliefert haben möchte, muss ich so oder so zum Handy greifen und es über die PrimeNow-App ordern. Bei mir ist die Bestellfunktion daher komplett deaktiviert. Gerade wenn man öfter alberne Freunde oder gar Kinder im Haus hat, empfehle ich dringend, die Shopping-Funktion generell abzuschalten. Amazon ist zwar sehr kulant in seiner Stornierungs- und Rücksendepolitik, Spaß macht es auf Dauer aber keinen, die kindischen Sexspielzeugeinkäufe meiner Gäste aus meinem Amazon-Feed zu entfernen.

Alexas Skills

Alexa hat eine Menge sogenannter Skills, mit denen ihr Dienste, die nicht von Amazon direkt stammen, in die App integrieren könnt. Hier gibt es viele sinnvolle und gut funktionierende, wie diejenigen zu Smarthome-Systemen. Aber auch unzählige, furchtbar schlecht laufende oder gar komplett sinnlose Skills.

Fangen wir mit einer der größten und bekanntesten an: Chefkoch. Im deutschen Werbespot für Amazon Echo wird mit der Unterstützung beim Kochen geworben. In der Realität, können wir allerdings nicht konkret nach unserem Lieblingsrezept suchen, wir können uns lediglich durch eine umständliche Liste an Kategorien arbeiten, bis wir bei irgendeinem Rezept angekommen sind, für das wir vielleicht gar nicht die Zutaten im Haus haben.

Das erfahren wir aber erst nach mindestens sechs Sprachbefehlen und nachdem uns Alexa langwierig und abgehackt alle Zutaten vorgelesen hat. Aktiv beim Kochen unterstützt sie uns dann aber auch nicht, sondern liest nur vor, was hineinkommt. In einem Stück, nicht hilfreich. Oder schickt uns das Rezept an die App. Wo wir es dann nutzen können, als hätten wir einfach unser Wunschrezept im Browser gegoogelt und dort geöffnet. Nur, dass das vorgeschlagene Gericht meist nichts mit dem zu tun hat, was wir gerne essen würden. Vollkommen unbrauchbar.

Mytaxi und Co. funktionieren zwar besser, sofern wir Alexa darauf und auf unsere Homebase Zugriff gewähren, aber ich fahre so selten mit dem Taxi von zuhause los, dass ich diese Funktionen noch nie im Alltag genutzt habe. Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, für die es unzählige Skills von verschiedenen Anbietern gibt, sind allesamt umständlich oder komplett unbrauchbar, da sie einfach nicht die gewünschten Infos liefern.

Es gibt einige lustige Skills, die Alexa beispielsweise als sprachgesteuerten Würfel fungieren lassen, oder mir witzige Fakten über meine Stadt oder den heutigen Tag erzählen. Für die müssen wir uns jedoch den Namen jedes einzelnen Skills merken, wenn wir ihn aktivieren wollen. Daher habe ich eine Menge interessanter Fakten-Skills für mein Amazon Echo aktiviert, nutze sie jedoch nie, weil ich mir schlichtweg das Schlüsselwort zur Ausführung nicht gemerkt habe. Jedes Mal in der App nachzusehen, nervt für so eine sinnlose Spielerei, also habe ich es seit dem ersten Einrichten nicht mehr genutzt.

So geht es mir leider mit den meisten Skills, die die Alexa-App anbietet. Viele interessante Features, wie Zugriff auf mein Fitbit, sind in Deutschland auch einfach noch nicht vorhanden oder können mit deutschem Account nicht installiert werden. Dadurch reizen mich Skills derzeit kaum. Da Amazon aber stetig an deren Verbesserung und neuen Features für Alexa arbeitet, hoffe ich sehr, dass hier irgendwann noch viele nützliche Skills kommen werden. Etwa um meinen LG Smart-TV ohne gefühlt 100-Schritte-Workarounds zu bedienen, oder mein Handy zu orten, wenn ich es mal wieder verlegt habe und, und, und … theoretisch läge das zumindest im Bereich des Möglichen.

Ist Alexa mehr als eine Spielerei?

Die Antwort für die meisten Leute lautet auch nach meinen Ausführungen wohl schlichtweg NEIN. Für mich ist es aber doch eher ein Jein. Es gibt eine Menge Features, die ich aktiv in meinen Alltag integriert habe. Besonders für den Timer möchte ich Alexa nicht mehr missen. Aber Amazon Echo bietet mindestens genauso viele Features, die anfangs ganz nett sind, bei denen ich später jedoch wieder zur manuellen Bedienung übergegangen bin.

Nach zwei Monaten mit Alexa möchte ich nicht mehr ohne!

Spracheingabe ist bei vielen Aufgaben wie Einkaufslisten erstellen oder nach bestimmten Songtiteln suchen nämlich einfach umständlicher als per Hand. Wenn man sich selbst zwei, drei Mal dabei ertappt hat, wie man eben nicht »nebenbei mal schnell« Alexa eine Aufgabe gibt, sondern davorsteht und nichts Anderes tut, als klar und deutlich auf das Gerät einzureden, fragt man sich schnell, welchen Sinn ein sprachgesteuertes System hat, wenn es mich mehr Zeit kostet, als es erspart.

Trotzdem möchte ich nach zwei Monaten mit Alexa nicht mehr ohne. Auch wenn es Tage gibt, an denen ich ihr keinen einzigen Befehl gebe, weil die Heizung von selbst läuft, ich am nächsten Morgen nicht aufstehen muss und ich für die Uhrzeit einfach mein Handgelenk drehe, sind 60 Euro für den Dot bei meinem Nutzerverhalten kein rausgeschmissenes Geld. Ein guter Wecker, ein gutes Radio, das ich an meine Soundanlage anschließen kann, und eine zuverlässige Eieruhr würden mich genauso viel kosten. Mit Amazon Echo habe ich all das in einem Gerät und auf Wunsch kann ich es aktivieren, ohne mehr als meine Lippen zu bewegen. Was soll’s also, dass noch nicht alle Funktionen so ausgereift sind, wie ich mir das vorstelle? Irgendwann wird mein Traum eines allumfassenden Sprachassistenten sicher wahr.