3D-Druck
3D-Druck in Sekunden: Startup Daqri nutzt neue Hologrammtechnologie

Das US-amerikanische Start-up Daqri hat eine Hologrammtechnologie entwickelt, die den 3D-Druck revolutionieren könnte. Kleine Objekte werden so innerhalb von Sekunden hergestellt, und zwar nicht Schicht für Schicht, sondern in einem Schritt und auf der Grundlage des Hologramms.

Geht man auf die Webseite von Daqri, einem Startup aus San Francisco, springen einem sofort Bilder mit Smart Glasses oder Head-Up Displays für Autos entgegen. Aber das Unternehmen beschäftigt sich nicht nur mit dem Bau von Augmented Reality Geräten. Tatsächlich ist der 3D-Druck auch ein Interessensbereich und sie haben eine neue Methode entwickelt, welche die Druckzeit drastisch reduziert – nämlich nur auf ein paar Sekunden.

Dazu wird ein spezieller Chip, entwickelt vom Unternehmen selbst, eingesetzt. Dieser kann Hologramme, oder besser gesagt ein 3D-Lichtfeld, ohne allzu aufwendige Optik erzeugen. Man kann die Technik in etwa mit dem herkömmlichen DLP-Druck-Verfahren vergleichen. Bei diesem wird per Projektor Licht auf eine lichtempfindliche Kunststofflösung geworfen, die bei Kontakt mit UV-Strahlung aushärtet. Schicht für Schicht wird so ein Objekt geschaffen, dass sich aus dem Behälter mit der Kunststofflösung abhebt, da es aushärtet.

Bei Daqris Verfahren kommt aber kein Projektor zum Einsatz, sondern ein Laser. Es fängt an mit dem Chip, der aus einer Siliziumplatte besteht, auf der sich ein Netz aus mikroskopisch kleinen richtungsweisenden Kristallen befindet. Trifft nun ein Laser auf diese Oberfläche, kann er mit der passenden Software und den Kristallen so gesteuert werden, dass ein 3D-Lichtfeld entsteht – quasi ein Hologramm. Angenommen der Chip wird jetzt in eine lichtempfindliche Flüssigkeit gelegt, so würde das 3D-Hologramm dort hinein projiziert werden. Die Substanz härtet dann genau da aus, wo der Laser auftrifft und so entsteht ein 3D-Objekt.

Ziemlich interessantes Verfahren und sowohl der Holographie-Drucker, als auch die DLP-Methode gehen ziemlich schnell. Das Alleinstellungsmerkmal von Daqri liegt allerdings im Gesamtdruck des Objekts, anstelle von einzelnen Schichten. Das ist beispielsweise noch beim DLP-Verfahren der Fall und auch bei anderen herkömmlichen Druckmethoden.

Das Unternehmen möchte den 3D-Druck revolutionieren, doch aktuell kann der Daqri 3D-Holographie-Drucker nur kleine flache Objekte drucken, die alle die gleiche geometrische Form haben – also beispielsweise eine Büroklammer. In der Theorie könnten mit dem Verfahren auch größere Objekte schnell hergestellt werden. Gleichzeitig ist aber die Zeit auch ein Problem, denn durch die hohe Druckgeschwindigkeit wird mehr Energie in Wärme umgewandelt und dadurch laufen größere Objekte Gefahr, zu schmelzen. Daqri arbeitet deshalb zurzeit an einem größeren Chip – schauen wir mal, was daraus wird.

via: 3ders