Wissenschaft
3D gedruckte Hand will Fingerabdrucksensoren sicherer machen

Forscher der Michigan State University haben eine Art Handschuh aus hautähnlichem Material und mit Fingerabdrücken im 3D Drucker hergestellt. Sie wollten damit testen in wie weit sich Fingerabdrucksensoren austricksen lassen und die Ergebnisse sind erschreckend.
von Vera Bauer am 23. Oktober 2016

Man kennt es aus verschiedenen Action-Streifen: Geheime Türen lassen sich nur mit einem Fingerabdrucksensor öffnen. Und was machen James Bond und Co? Richtig, sie stülpen sich einfach die Hand der Person über, die Zugang zu dem Raum hat. Nun haben Forscher der Michigan State University eine komplette Hand in einem 3D Drucker ausgedruckt, die an jedem einzelnen Finger auch einen Fingerabdruck hat.

3d-hand-4

Ihr Ziel hat eigentlich einen mehr juristischen Antrieb, denn sie wollen die Kalibrierung von Fingerabdrucksensoren in Flughäfen, Polizeidienststellen, Banken und an vielen anderen Orten vereinheitlichen. Dafür wird dieses realistische Handmodell anstelle von einer einfachen 2D-Darstellung verwendet. Diese sind nämlich nicht in der Lage, menschliche Finger- und Handbewegungen korrekt zu simulieren.

While useful for evaluating fingerprint readers, 2D targets are not adequate to simulate how users interact with the reader during the fingerprint capture process. Forscher der Michigan State University

Bereits im Juli konnten die Forscher das Handy eines Mordopfers knacken, indem sie einen Finger klonten. Dieser war aber nur zweidimensional und trotzdem hat es funktioniert. Mit dem hochauflösenden 3D Drucker, den das Team jetzt benutzt, konnten die Erhebungen und Furchen in einem Fingerabdruck perfekt dargestellt werden. Außerdem hat das Material die gleiche Dicke und Elastizität wie eine menschliche Hand. Daraus resultiert dann eine Art Handschuh, den man über seine eigene Hand überstülpt.

3dprinthandscan

Bei ihrer Arbeit fanden die Forscher heraus, dass helles Material viel besser funktioniert als dunkles. Außerdem müssen die Fingerspitzen für Handyscanner leitfähig sein und werden deshalb mit Silber oder Gold beschichtet.

Mit dem Handschuh könnte man so ziemlich jeden Fingerabdrucksensor austricksen und selbst Tatorte lassen sich damit „verunreinigen“. Die Erkenntnis, dass die Methode funktioniert, soll für mehr Sicherheit sorgen. Entwickler von Fingerabdrucksensoren sollen sich aufgrund dieser Ergebnisse mehr darauf konzentrieren, dass ihre Geräte echte von falschen Händen unterscheiden können.

via: qz Quelle: cse.msu