Dramatische Akku-Probleme beim Apple MacBook Pro

Das Apple MacBook Pro zeigt sowohl in der 13" als auch in der 15" Variante völlig unerklärliche Abweichungen bei der maximal erreichbaren Akku-Laufzeit und fällt deshalb erstmals in der Geschichte der Produktserie bei Consumer Reports durch. Für professionelle Benutzer ist das Notebook wegen der Unwägbarkeiten quasi unbrauchbar.

Das MacBook Pro entwickelt sich für Apple immer mehr zu einem mittelschweren Desaster. Auch wenn sich das Notebook nach Auskunft der zuständigen Produktmanager angeblich sehr gut verkaufen soll, reissen die negativen Nachrichten über das Gerät einfach nicht ab. Nun deckt eine Untersuchung von Consumer Reports auf, dass es beim MacBook Pro auch bei professioneller Begutachtung zu unerklärlichen Diskrepanzen bei der Akku-Laufzeit kommt.

Die in den USA sehr angesehenen Verbraucherschützer kommen in ihrer Untersuchung erstmals seit vielen Jahren zu dem Ergebnis, dass man das MacBook Pro in diesem Zustand nicht zum Kauf empfehlen könne. Zwar schlage sich das Modell in puncto Displayqualität und Performance durchaus gut, doch die Lebensdauer der Batterie sei praktisch nicht eindeutig zu bestimmen.

Nach den von Apple verbreiteten Angaben erreicht das MacBook Pro auf der Grundlage von standardisierten Testverfahren eine durchschnittliche Akkulaufzeit von 10 Stunden. In den letzten Wochen seit dem Verkaufsstart des Notebooks waren aber immer wieder Berichte von Käufern aufgetaucht, die eine erheblich abweichende Betriebsdauer beobachtet hatten. Einige Benutzer konnten ihr MacBook Pro gerade einmal drei Stunden benutzen, danach war Schluß.

Ein Teil der Berichte schien sich zu klären, nachdem Apple für die kurzerhand entfernte Anzeige der verbleibenden Akkulaufzeit kritisiert wurde. Offenbar wird die Batterie des MacBook Pro besonders in Anspruch genommen, wenn in den ersten Tagen nach der Einrichtung größere Datenmengen mit der Cloud synchronisiert werden. Zudem soll das eigentlich nicht den Akku betreffende Update des Betriebssystems für eine wundersame Verbesserung der Laufzeit gesorgt haben.

3,75 Std. Akku-Laufzeit

Den Testern von Consumer Reports lagen jedoch drei verschiedene MacBook Pro vor, die sich allesamt völlig unterschiedlich verhielten. Jeweils ein 15” und ein 13” Modell mit Apples neuer Touch Bar sowie ein 13” Modell ohne selbige sollten im Test beweisen, ob Apple mit dem Gerät tatsächlich die Riege der professionellen und dementsprechend zahlungswillige(re)n Kunden zufriedenstellen kann.

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Bei aufeinanderfolgenden Tests der Akkus zeigten die Modelle völlig unterschiedliche Akkulaufzeiten. So soll das 13” Modell mit integrierter Touch Bar im ersten Durchlauf rund 16 Stunden geschafft haben, während im zweiten Durchlauf nur noch 12,75 Stunden erreicht wurden. Im dritten Anlauf fiel die Lebensdauer auf erschreckende 3,75 Stunden ab.

Ähnliches zeigte sich beim getesteten 13-Zöller ohne Tochbar. Das Modell erreichte beeindruckende 19,5 Stunden in einem Durchlauf, gab aber schon nach 4,5 Stunden im zweiten Durchlauf auf. Beim 15-Zöller schwankte die erreichbare Betriebsdauer des Akkus zwischen 18,5 Stunden und 8 Stunden.

Die Tester weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Batterielaufzeit eines Laptops bei solchen Standardtests normalerweise allenfalls um circa 5 Prozent abweicht, derart starke Schwankungen sind also völlig unnormal. Mit Blick auf den Endkunden haben sich die Verbraucherschützer dann entschlossen, in die Bewertung des MacBook Pro immer den jeweils niedrigsten Wert aufzunehmen. Dies sei, führt Consumer Reports aus, schliesslich der einzige Wert, auf den man sich tatsächlich verlassen könne.

Wer mit dem oben bereits erwähnten Update auf macOS Sierra 10.12.2 auf Besserung hoffte, wird offenbar enttäuscht. Consumer Reports hat die bereits zuvor begonnenen Tests nach dem Erscheinen des Updates noch einmal wiederholt, konnte aber keine Änderungen feststellen. Apple wiederum gibt sich wie gewohnt verschlossen und leistet keinerlei Beitrag zur Aufklärung des seltsamen Verhaltens der Batterie. Auf Anfrage teilte Cupertino lediglich mit, dass sich Kunden bei “Fragen” (?) an den AppleCare Support wenden sollen.

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Einem negativen Bericht bei Consumer Reports wird in den USA die gleiche Bedeutung zugemessen wie einem vernichtenden Testurteil der Stiftung Warentest in Deutschland. Besonders in Redmond dürfte man sich dementsprechend gerade beruhigt zurücklehnen und die Festtage mit einem breiten Grinsen angehen: das Surface Book von Microsoft soll sich Dank vieler enttäuschter Apple Kunden nämlich ebenfalls ganz hervorragend verkaufen.

Quelle: consumerreports.org via derstandard.at