Ene, mene, muh – raus bist Du: Algorithmen und Roboter als Arbeitsplatz-Killer

Eine aktuelle Studie warnt erneut vor den Auswirkungen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt. In Deutschland sind rund 20 Millionen Jobs und somit die Hälfte aller Arbeitsplätze potentiell gefährdet. Wenn sich die Prognosen bewahrheiten, hätte dies katastrophale Auswirkungen auf die Sozialversicherungssysteme.

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens McKinsey kommt zu dem Fazit, dass mehr als 20 Millionen und somit 48% aller Arbeitsplätze in Deutschland automatisiert werden könnten. Entgegen einem immer noch weitverbreiteten Missverständnis wären von dieser Entlassungswelle nicht nur einfache bzw. unqualifizierte Tätigkeiten erfasst. Vielmehr hat die fortschreitende Entwicklung von immer besser funktionierenden Robotern zur Folge, dass hochqualifizierte Arbeitsplätze dem Wandel zum Opfer fallen. Auch im Dienstleistungsbereich, in der Verwaltung oder im kaufmännischen Sektor könnte ein Kahlschlag einsetzen.

Die Unternehmensberater gehen davon aus, dass weltweit mehr als eine Milliarde Jobs wegfallen könnten. Allein in China und in Indien wird das Automatisierungspotential auf rund 630 Millionen Arbeitsplätze taxiert. Vor einigen Woche hatte z.B. der Auftragsfertiger Foxconn bekannt gegeben, dass man die Produktion in mehreren Standorten vollständig auf speziell gefertigte Roboter umstellen werde.

In diesem Zusammenhang weist die Studie darauf hin, dass nicht nur der Produktionssektor von der Automatisierung betroffen ist. Auch in der schon immer personalintensiven Gastronomie oder im Hotelgewerbe lassen sich viele Abläufe soweit automatisieren, dass dort 66% aller Jobs gefährdet sein könnten. In den ebenfalls beschäftigungsreichen Sparten Logistik, dem Bergbau und im Einzelhandel sind es immer noch (weit) über 50%.

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Experten gehen bereits seit geraumer Zeit davon aus, dass die momentan parallel zueinander ablaufenden technologischen Entwicklungen auf absehbare Zeit auf den Arbeitsmarkt durchschlagen könnten und dann auch den Dienstleistungssektor erfassen werden. In Banken, Versicherungen oder bei kaufmännischen Dienstleistern könnten viele Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse von selbstlernenden Algorithmen übernommen werden, was wiederum auch ehemals hochqualifizierte Arbeitnehmer beträfe,

Mittel- und langfristig entfalten die Umwälzungen und Arbeitsplatzverluste eine Hebelwirkung, die sich auf die Sozialversicherungssysteme auswirken. Diese sind an das Arbeitseinkommen gekoppelt, während – vereinfacht formuliert – Algorithmen und Roboter “keine Steuern zahlen”.

Lieferdrohnen und Roboter – Die Zukunft der Logistik

Zugleich ergibt sich ein Dilemma: völlig automatisierte Produktionsstandorte und rein digital arbeitende Dienstleister können wesentlich einfacher in Ländern entstehen, die dem jeweiligen Betreiber die besten steuerlichen Rahmenbedingungen einräumen. Wenn für die Pflege und Wartung der Systeme nur noch “wenig” Personal benötigt wird, verringert sich der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern vor Ort.

via heise.de