Amazon Prime: Rabatte für arme Menschen in den USA

In den USA können Empfänger von staatlichen Hilfen Amazon Prime ab sofort zu vergünstigten Konditionen nutzen. Damit greift Amazon erneut den klassischen Einzelhandel an. 

Für sehr viele Menschen ist Amazon ein rotes Tuch: Da geht es mal um schlechte Arbeitskonditionen, oder darum, dass immer mehr Angestellte durch Roboter ersetzt werden. Aber immer wieder geht es auch darum, dass das Unternehmen mit seiner Marktmacht immer häufiger den stationären Handel schwächt und dafür sorgt, dass im Einzelhandel Geschäft um Geschäft teils dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen muss.

An dieser Stelle wollen wir hier jetzt nicht besprechen, ob man einem wirtschaftlich und auf Gewinn ausgerichteten Unternehmen vorwerfen kann, dass man noch mehr Umsatz/Gewinn machen möchte. Fakt ist aber schon, dass Amazon dem Einzelhandel gefährlich auf den Pelz rückt und schon sehr, sehr lange viel mehr ist als lediglich ein Online-Händler mit Fokus auf Büchern.

Nicht nur, dass man selbst in den stationären Handel drängt mit Ladengeschäften: Mit Amazon Go erprobt man derzeit Filialen, die mit sehr wenig Angestellten und ohne Kasse auskommen und auch in Deutschland ist mittlerweile (zumindest in und um Berlin) AmazonFresh gestartet und liefert euch Supermarkt-Produkte unkompliziert ins Haus.

Damit stellt sich Amazon nicht nur immer breiter auf, sondern greift vor allem in den USA immer ernsthafter die klassischen Märkte wie Walmart an. Speziell Walmart richtet sich mit seinen Discounter-Preisen an die Menschen, die wirklich aufs Geld schauen müssen und daher bestrebt sind, sehr preisbewusst einzukaufen.

Genau hier greift Amazon nun mit einem weiteren Vorstoß an und bietet diesem weniger zahlungskräftigen Klientel ab sofort bessere Konditionen. Konkret bietet man Menschen, die in den USA auf staatliche Hilfen angewiesen sind, den Amazon Prime-Service günstiger an. Normalerweise werden dort 10,99 US-Dollar monatlich oder 99 Dollar einmal im Jahr fällig, wenn man von den Prime-Vorteilen profitieren möchte.

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Mit dieser Neuerung jedoch können US-amerikanische Leistungsempfänger den Service für lediglich 5,99 US-Dollar pro Monat in Anspruch nehmen. Schon die Ausweitung von einer ausschließlich jährlichen Zahlweise auf eine monatliche Gebühr war ein Schritt, der es finanziell Schwächeren erleichtern sollte, Prime zu nutzen – eben ohne, dass man auf einen Schlag einen großen Betrag überweisen muss. Zudem hatte Amazon bereits Anfang dieses Jahres erklärt, sich mit anderen Lieferdiensten an einem staatlich geförderten Pilotprogramm zu beteiligen, welches für Empfänger von Essensmarken gedacht ist.

Jetzt legt Amazon nach und macht es diesen Menschen mit dem günstigeren Preis nochmals einfacher, in den Prime-Genuss zu kommen. Das Angebot ist dabei in keinster Weise eingeschränkt, so dass der volle Leistungsumfang geboten wird. Alle Vorteile bezüglich des Versands, alle Dienste wie der Video-Service sind genau so nutzbar wie es für jeden regulären Abonnenten der Fall ist. Genutzt werden kann dieses Angebot von jedem, der eine sogenannte EBT-Karte (Electronic Benefits Transfer) besitzt und aufgrund dessen staatliche Hilfen in Anspruch nehmen darf. Dabei profitieren die Kunden selbstverständlich auch von den üblichen Bedingungen, können also vorab einen kostenlosen Test-Monat nutzen und monatlich kündigen:

Amazon today announced customers participating in a growing list ofgovernment assistance programs can now access Amazon Prime at a discounted monthly price. Currently, customers who have a valid Electronic Benefits Transfer (EBT) card qualify for the discounted membership. Membership includes Prime Video, Prime Music, Prime Reading, Prime Photos and unlimited fast, free shipping for $5.99 per month for one year, with the ability to cancel anytime. Customers can learn more or sign up for a 30-day free trial at amazon.com/qualify.

Für jeden Bürger in den USA, der tatsächlich jeden Cent zwei mal umdrehen muss, bevor er etwas kauft, dürfte das zweifellos eine sehr gute Nachricht sein. Amazon spielt den Wohltäter und tut ja auch tatsächlich was für Menschen, die es nicht so leicht haben, hat dabei aber selbstverständlich auch im Blick, seine Marktposition weiter zu stärken.

Amazon via WinFuture.de