Amazon schafft 2.000 neue Vollzeitstellen in Deutschland

15000 neue Vollzeitstellen will Amazon in den kommenden Monaten in Europa schaffen, 2000 davon in Deutschland. Das Unternehmen wächst und setzt auf Services sowie einen weiteren Ausbau des Handelsgeschäfts.

Der weltweit größte Online-Händler Amazon will noch bis zum Jahresende mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze in Europa schaffen. Rund 2.000 neue Arbeitsplätze sollen in Deutschland entstehen, womit die Zahl der Beschäftigten hierzulande auf über 16.000 ansteigen würde.

Amazon wächst und wächst. Das Unternehmen, das nach vielen anfänglichen verlustreichen Jahren längst in der profitablen Zone angekommen ist, expandiert massiv und bereitet dabei nicht nur dem klassischen Einzelhandel Sorgen. Experten rechnen damit, dass der digitale Handelsriese in absehbarer Zeit seine Geschäftsbereiche massiv erweitern könnte und z.B. in weitaus größerem Umfang in den Lebensmittelhandel einsteigt. Auch in anderen Geschäftsbereichen scheint das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht, zumal Amazon von hochoptimierten Lager- und Logistikprozessen profitieren dürfte.

Vor einigen Wochen hatte man angekündigt, dass in den kommenden 18 Monaten allein in den Vereinigten Staaten rund 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Bis Mitte 2018 soll sich die Zahl der Vollzeitstellen in den USA von derzeit rund 180.000 Mitarbeiter auf dann 280.000 Mitarbeiter erhöhen.

Gesucht werden momentan Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten Qualifikationen. Die US-Amerikaner wollen neben Ingenieuren und Software-Entwicklern auch Berufseinsteiger und Auszubildende einstellen. Ein erheblicher Teil der neuen Arbeitsplätze in Europa sollen in den kürzlich angekündigten europäischen Logistikzentren entstehen, während andere in den Verwaltungs- und Entwicklungszentren geschaffen werden. Amazon betreibt in Europa mehr als 100 Niederlassungen sowie einen Verbund aus 15 Forschungsabteilungen.

Deutschland ist nach wie vor einer der wichtigsten Auslandsmärkte für Amazon. Hierzulande befindet sich die Zentrale in München, die Logistikzentren verteilen sich auf das Bundesgebiet.

Neben dem reinen Handelsgeschäft treiben vor allem die Services die Umsätze und den Personalbedarf an. Mit den eigenen Cloud-Diensten stellt Amazon eine Plattform zur Verfügung, die bereits von vielen anderen Unternehmen genutzt wird. Zu den Kunden in diesem Geschäftsbereich gehören z.B. Netflix, McDonalds oder Airbnb.

In Deutschland befindet sich Amazon seit mehreren Jahren in einer anhaltenden Dauerfehde mit der Gewerkschaft Verdi. Die Arbeitnehmervertretung will erreichen, dass das das Unternehmen seine Mitarbeiter in der Logistik nach Groß- und Einzelhandelstarifen bezahlt, was Amazon trotz mehrerer größerer und kleiner Streiks in den Versandzentren konsequent ablehnt. Während Verdi von erschwerten Arbeitsbedingungen und einem überproportional hohem Krankenstand bei Amazon berichtet, verweist das Unternehmen auf zufriedene Mitarbeiter und Löhne, die oberhalb der branchenüblichen Gehälter in der Logistik lägen.

Weiterlesen: