Paukenschlag an der New Yorker Börse
Apple – das einzige Billionen-Dollar-Unternehmen der Welt

Heute ist es passiert: Apple hat als erstes Tech-Unternehmen der Welt einen Wert von einer Billion US-Dollar erreicht.

Eine Eins und danach 12 Nullen — das ergibt eine Billion. Eine unvorstellbar große Zahl für jeden von uns. Und damit meine ich wirklich unvorstellbar, weil wir uns nicht ausmalen können, mit was für einem Berg an Geld wir es hier zu tun haben.

Kleiner Exkurs zu unvorstellbar großen Geldsummen:

Stellt euch einfach vor, dass ihr euch heute einen neuen Porsche Carrera kauft. In der Grundausstattung blättert ihr für den 97 große Scheine hin. Runden wir es auf und sagen, dass die Karre 100 000 kostet. Das bedeutet, wenn ihr euch das ganze Jahr lang jeden Tag einen neuen Porsche Carrera kauft, habt ihr im Jahr etwa 36,5 Milliönchen in einen Berg Porsches investiert. In drei Jahren habt ihr dann Pi mal Daumen die 100-Millionen-Marke überschritten, was bedeutet, dass ihr ungefähr 30 Jahre lang jeden Tag einen nagelneuen Porsche Carrera kaufen müsstet, um eine Milliarde Euro für eure knapp 11.000 Autos auszugeben. Wollt ihr euch jetzt noch vorstellen, was für eine Plackerei diese elende Porsche-Kauferei bei einer Billion — also Tausend Milliarden — ist? Eben, ich sag doch, dass die Zahl unvorstellbar groß ist ;)

Bei Apple wird man sich jetzt jedenfalls viele Gedanken darüber machen, was für eine mächtige Summe das ist, denn heute hat das Unternehmen aus Cupertino als erster Tech-Konzern der Welt diese Grenze überschritten: Apple ist das aktuell einzige Billionen-Dollar-Unternehmen!

Als Apple vorgestern Nacht unserer Zeit erst die jüngsten Quartalszahlen veröffentlichte, knallten bereits die Champagnerkorken, denn die Jungs und Mädels aus Cupertino haben der Erfolgsgeschichte des Unternehmens ein weiteres hinzugefügt. Ich schätze mal, dass Tim Cook da schon zum Händler seines Vertrauens gesagt hat, dass sie ruhig mal zwei, drei Kisten Champagner mehr liefern können, denn es war absehbar, dass Apple in diesen Tagen diese unglaubliche Marke reißen könnte.

Was genau ist da heute passiert? Apple war schon länger verdächtig nah dran, diese Grenze zu knacken und als dann heute der Wert der Apple-Aktie an der Börse in New York für kurze Zeit um 2,7 Prozent auf 207,05 US-Dollar anstieg, war es soweit: Die 4.829.926.000 Aktien, die es weltweit gibt, ergaben in der Summe einen Wert von knapp über eine Billion Dollar, oder ausgeschrieben: 1 000 000 000 000 US-Dollar!!

Schon gestern kam Apple verdächtig nah an diese Meilenstein-Marke heran, so dass man wusste, dass es bald so weit sein dürfte. Mittlerweile ist die Aktie aber schon wieder ein wenig nach unten gegangen (206,85 US-Dollar), so dass dieser Billionen-Status zumindest für den Augenblick wieder Geschichte ist. Stand jetzt ist Apple nur noch eine abgehalfterte, ruinöse 999 070 193 100 US-Dollar-Klitsche ;)

Die Mär vom ersten Unternehmen oberhalb einer Billion US-Dollar Marktwert

Schaut man gerade durch den digitalen Blätterwald, wird natürlich eifrig darüber berichtet, welches monetäre Kunststück Apple da gerade gelungen ist. Dabei lese ich auch immer wieder selbst in seriösen Blättern wie der SZ, dass Apple das erste Billionen-Unternehmen der Welt ist. Das ist allerdings nicht ganz richtig. In China hat nämlich vor etwa 11 Jahren der Ölkonzern Petrochina einen sehr fulminanten Börsenstart hingelegt und lag ebenfalls für kurze Zeit oberhalb dieser Traummarke von einer Billion US-Dollar. Apple ist also nicht das erste Unternehmen mit diesem Wert — aber aktuell das einzige.

Mittlerweile ist der Öl-Riese übrigens nicht mehr ganz so riesig und wieder knallhart in der Realität gelandet mit einem Marktwert von ungefähr 200 Milliarden US-Dollar. Das ist natürlich immer noch ein sportliches Sümmchen, aber angesichts der Tatsache, dass die Chinesen irgendwo schlappe 800 Milliarden Dollar verloren haben, klingt das auf einmal gar nicht mehr so viel.

Aber sei es drum: Selbst, wenn Apple jetzt wieder knapp unter der Billion liegt, bin ich sicher, dass sie diese Marke erneut und auch dauerhaft reißen werden in den nächsten Wochen oder Monaten. Tim Cook geht davon aus, dass Apple im nächsten Quartal mehr als 60 Milliarden Dollar Gewinn macht, es stehen noch neue iPhones an — geht mal davon aus, dass die Börse das entsprechend honorieren wird.

Die Konkurrenz rauscht heran

Schaut man auf die Unternehmen, die hinter Apple folgen, sehen wir direkt drei große Namen, die aktuell irgendwo oberhalb von 800 Milliarden Dollar Marktwert liegen. Dabei handelt es sich um Amazon, Google und Microsoft. 800 Milliarden klingt relativ weit weg auf den ersten Blick, aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass die drei ganz andere Wachstumsraten vorweisen können. Während die Apple-Aktie “nur” um 25 Prozent anstieg während des letzten Jahres, konnte Alphabet als Google-Mutterkonzern um 37 Prozent zulegen, Microsoft um 50 Prozent und Amazon brachte es sage und schreibe auf eine Wachstumsrate von 80 Prozent innerhalb eines Jahres!

Damit liegt Amazon jetzt bei 876 Milliarden Dollar, die Google-Mutter Alphabet  kommt auf 853 Milliarden Dollar und dahinter ist dann auch Microsoft mit 812 Milliarden Dollar nicht mehr weit weg. Wenn wir davon ausgehen, dass diese drei weiterhin schneller wachsen als Apple, könnte es so laufen, dass das Unternehmen zwar der erste der vier Großen ist, der dauerhaft mehr wert ist als eine Billion US-Dollar — aber dennoch schon bald von den Verfolgern ein- und überholt wird.

Ein-Produkt-Unternehmen? Von wegen!

Apple iPhone X

Noch immer muss sich Apple vorwerfen lassen, dass man lediglich auf diesem Berg Geld sitzt, weil eben das iPhone so ein Welterfolg ist. Das ist unbestritten auch der Fall, aber die Kalifornier sind sehr emsig dabei, sich breiter aufzustellen und wenn man auf die frischen Quartalszahlen schaut, muss eigentlich auch dem letzten Apple-Hater klar werden, dass die Vorwürfe von der ein-Produkt-Firma komplett falsch sind.

Ich untermauer das nochmal flott mit Zahlen: Im abgelaufenen Fiskal-Quartal hat Apple einen Umsatz von 53,3 Milliarden Dollar erwirtschaften können. Auf die iPhone-Sparte entfällt davon ein Anteil von 29,9 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass über die Hälfte des Umsatzes immer noch mit dem Smartphone erzielt wird. Andererseits bedeutet es aber auch, dass etwa 23 Milliarden Dollar Umsatz mit Nicht-iPhone-Produkten gemacht wird. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich könnte mir gleich einige Tech-Unternehmen vorstellen, die bei einem Umsatz von 23 Milliarden Dollar ziemlich begeistert wären.

Im nächsten, spätestens aber im übernächsten Quartal wird Apple in seinem Quartalsbericht eine zweistellige Milliardensumme bei den Services ausweisen können, also Dienste wie Apple Pay, Apple Music, Apple Care usw. Übers Jahr hat Apple in der Sparte über 31 Prozent zugelegt, so dass die 10-Milliarden-Hürde demnächst vermutlich ziemlich locker übersprungen wird.

Ich tippe mal darauf, dass es von da aus dann auch nicht mehr lange dauert, bis das iPhone nur noch die Hälfte des Umsatzes ausmacht und ich wette, dass es Apple dann auch bestens verkraften wird, wenn man hinter Huawei nur noch die Nummer Drei bei den Smartphone-Herstellern ist, oder über kurz oder lang sowohl Alphabet als auch Microsoft und vor allem Amazon einen höheren Marktwert haben könnten.

Man muss also Tim Cook gratulieren zu dem, was er da in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat, zumindest wenn man auf die Zahlen blickt. Viele haben ihm nicht zugetraut, dass er dem übermächtigen Schatten von Steve Jobs gewachsen sein würde, aber er führt Apple aktuell zu immer neuen Höhen.

Um noch ein kleines bisschen Wasser in den Wein zu kippen: Das ändert nichts daran, dass ich mir einbilde, Apple habe zuletzt ein wenig von seinem Innovations-Zauber verloren. Immer öfter muss man sich eben auch mal bei Google die ein oder andere Software-Geschichte abschauen, beim Design müssen sich weder Huawei oder Samsung und auch nicht Xiaomi hinter den iPhones verstecken. Vielleicht ist das der Preis, den Apple zahlen muss dafür, dass man aktuell Branchen-Krösus ist. … und ich möchte wetten, dass Apple ihn durchaus gerne zahlt, solang man weiter stets hochwertige Produkte veröffentlicht, die von der nach wie vor äußerst loyalen Fanbase eifrigst gekauft werden.