Apple entfernt Akkuanzeige, weil MacBook Pro Nutzer sich über niedrige Laufzeit beschweren

Eine Reihe von Käufern des neuen MacBook Pro hat sich beschwert, dass die in MacOS angegebene Restlaufzeit des Akkus erheblich von der tatsächlich noch zur Verfügung stehenden Betriebsdauer abweicht. Wie erwartet reagiert das Unternehmen schnell auf die Probleme seiner Kunden und findet eine ebenso pragmatische wie einleuchtende Lösung für das Problem: man entfernt einfach die Anzeige :-).

Das Up- oder je nach Sichtweise Downgrade erreicht das MacBook Pro mit der neuen Version macOS Sierra 10.12.2, die u.a. auch Grafikprobleme beseitigen und gelegentliche Abstürze des Highend-Notebooks vermeiden soll.

In der Produktbeschreibung des MacBook Pro gibt Apple an, dass das Notebook trotz des kleineren Akkus unter standardisierten Testbedingungen rund 10 Stunden ohne externe Stromversorgung durchhält. Um diesen Wert zu erreichen, verzichtete man u.a. auf eine von vielen Kunden gewünschte Erweiterung des Arbeitsspeichers von 16 auf 32 Gigabyte von 8 auf 16 Gigabyte, weil dies den Stromverbrauch zu stark erhöhe.

Selbstverständlich hängt die tatsächlich erreichbare Betriebsdauer der Batterie stets von der Benutzung des Notebooks ab. Eine voll ausgeleuchtetes hochauflösendes Display, viele im Hintergrund laufende Prozesse, ein unter Vollast arbeitender Prozessor, der Wechsel von einer onBoard-GPU zur dedizierten Grafikkarte oder bereits eine schlechte WLAN-Verbindung können dazu führen, dass sich die Restlaufzeit eines Notebooks erheblich reduziert.

Umso wichtiger ist es gerade für professionelle Benutzer, dass die verbleibende Dauer korrekt angezeigt wird. Apple legt beim MacBook Pro schließlich äußersten Wert auf die Feststellung, dass die erneut reduzierten Abmessungen und das wesentlich niedrigere Gewicht bei dennoch hoher Leistung dazu führen, dass das Notebook die ultimative Wahl für den professionellen mobilen Einsatz ist.

Offenbar konnte man sich als Nutzer des MacBook Pro auf die angezeigte Betriebsdauer überhaupt nicht verlassen. Die im Hintergrund laufende Berechnung der verbleibenden Restzeit sprang je nach momentan gestarteter Anwendung hin und her, schon das Starten eines Games konnte zur plötzlichen Halbierung der Anzeige führen. Bei vielen Benutzern sorgte das offenbar für den Eindruck, dass die Akku-Laufzeit des MacBook Pro wesentlich schlechter sei, als Apple versprochen hatte, dies wiederum sorgte beim Support für Nachfragen und Beschwerden.

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Eine Nachfrage in der Redaktion ergab, dass sich niemand von uns an derart unzuverlässige Akku-Angaben bei einem der unzähligen Notebooks erinnern kann, die wir im Laufe unserer beruflichen Tätigkeit mobil im Einsatz hatten. Und tatsächlich können wir aus eigener Erfahrung bestätigen, dass der gelegentliche Blick auf die verbleibende Betriebsdauer zum Alltag gehört, wenn wir wieder einmal im Zug, im Flieger oder auf einem Event sind, auf dem der Veranstalter an alles – aber nicht an ausreichend vorhandene Steckdosen – gedacht hat.

Gegenüber 9to5mac bemüht man sich nach der radikalen Entfernung der Akkuanzeige um eine möglichst beschwichtigende Erklärung. Es habe offenbar ein “Missverständnis” bei den Benutzern gegeben, wie Apple die verbleibende Betriebsdauer berechne. Mit dem Akku des Notebooks sei alles in Ordnung, das Problem der nicht akkuraten Anzeige liege an der Verwendung der “neuen” Prozessoren. Diese switchen – wie bei jedem modernen Notebook – zwischen High-Performance und den integrierten Energiersparmodi um, damit kann macOS offenbar nicht umgehen.

Zudem sorge der Synchronisationsprozess für die iCloud besonders bei neu eingerichteten Notebooks für eine erhebliche Hintergrundlast. Dies verleite offenbar besonders neue Besitzer eines MacBooks zu dem Schluss, dass die Akku-Laufzeit schlechter sei, als sie es tatsächlich ist.