Floppt das Apple iPhone SE? Erste Verkaufszahlen enttäuschen

Das Osterwochenende ist vorbei, und somit auch die erste Möglichkeit zum etwas ausgedehnteren Online-Shopping seit dem Erscheinen des neuen Apple iPhone SE. gerade im us-amerikanischen Raum werden die ersten Samstage und Sonntage nach einem Produkt-Launch besonders beachtet und liefern einen guten Anhaltspunkt, wenn man das „Einschlagen“ eines neuen Smartphones bewerten will.

Die Zahlen für das Apple iPhone SE sind … enttäuschend. Eine Analyse von Slice Intelligence zeigt, dass der kleine 4-Zöller aus Cupertino gerade einmal 3% der Verkäufe erzielt hat, die Apple mit dem iPhone 6 verbuchen konnte. Anders interpretiert: das iPhone SE verkaufte sich am ersten Wochenende 94% weniger als das iPhone 6S, bei dem Apple gegenüber dem iPhone 6 schon einen Rückgang um 46% hinnehmen musste.

Das verwundert umso mehr, da das SE anders als die größeren Flaggschiffe keinen unmittelbaren Vorgänger oder anstehenden Nachfolger hat, wie es z.B. beim iPhone 6 und 6S der Fall ist.

Apple ging während der Vorstellung des iPhone SE davon aus, dass viele Kunden auf ein wesentlich kleineres Smartphone warten und beim SE zugreifen werden. Auf Android-Basis gibt es nur wenige Konkurrenten und technisch ist das kleinste iPhone absolut auf dem neuesten Stand. Der Preis ist für Apples Verhältnisse akzeptabel und nicht einmal die etwas „retro“ anmutende Screen-to-Body Ratio des Smartphones stösst auf sonderliche Ablehnung. Woran liegt es also?

Sowohl gegenüber dem iPhone 6 als auch gegenüber dem iPhone 6S sind die Sales des iPhone SE verschwindend gering
Sowohl gegenüber dem iPhone 6 als auch gegenüber dem iPhone 6S sind die Sales des iPhone SE verschwindend gering

Slice Intelligence merkt an, dass die absoluten Verkaufszahlen im Fall des iPhone SE nicht das Maß aller Dinge sind. Für Apple geht es bei diesem Modell auch um die Wiedergewinnung evtl. verlorengegangener Kunden, welche den Trend zu immer größeren Smartphones nicht mitmachen wollten. Auch Benutzer, die sich mit den verfügbaren kleinen Android-Smartphones nicht anfreunden können sind eine potentielle Klientel.

Diese Strategie scheint zum teil aufgegangen zu sein: nur 35% der jetzigen iPhone SE Käufer haben sich in den letzten zwei Jahren ein iPhone gekauft, sind also per Definition „neue Benutzer“. 16% der Käufer haben vor dem Kauf ein Android-Smartphone benutzt, erweitern nun also ebenfalls die Apple-Kundenbasis. Beim iPhone 6S fielen diese Zahlen noch anders aus: hier vollzogen fast 50% der Benutzer ein Upgrade von einem früheren iPhone-Modell, und nur 10% nutzten vor dem Kauf ein Android-Smartphone.

Auch wenn man wohlwollend den Fokus auf diese Punkte legt, dürfte die Analyse nicht das sein, was Apple sich für das „SE“ erhofft hat. Experten gehen davon aus, dass man in Cupertino mindestens 20 bis 25, eher aber 30 Millionen Exemplare des kleinen Smartphones verkaufen will und damit sowieso schon weit unter den Maßstäben bleibt, die man üblicherweise für die Flaggschiffe anlegt.

Mit einem derart schwachen Start dürfte ein Erreichen dieser Zahlen mehr als schwierig werden, sofern Apple sich nicht etwas besonderes einfallen lässt. Die Crux ist, dass man sich selbstverständlich nicht unbedingt einen allzu erfolgreichen hausinternen Konkurrenten für das kommende iPhone 7 heranzüchten möchte, aber dennoch eine kritische Masse erreichen muss – eine schwierige Gratwanderung.

Quelle slice.com