Apple dementiert Gerüchte: Das iPhone 6 hat kein Akku-Problem

Apple dementiert ein momentan kursierendes Gerücht, dass man in Cupertino ein groß angelegtes Rückrufprogramm für das iPhone 6 plane. Nach Angaben des Konzerns gebe es keine Akku-Probleme, die mit denen des iPhone 6S vergleichbar seien. Ein Reparaturprogramm für defekte Displays des 2014er-Smartphones läuft unterdessen weiter.

Apple wehrt sich gegen Gerüchte, dass man in Cupertino ein umfangreiches Austauschprogramm für das iPhone 6 plane. Eine japanische Website hatte berichtet, dass der Konzern den Rückruf des im Jahr 2014 veröffentlichten Smartphones in Erwägung ziehe, um die Akkus der Geräte auszutauschen.

Die von macotakara.jp verbreiteten Informationen basieren offenbar auf der Tatsache, dass es ein vergleichbares Austauschprogramm bereits für das im Jahr 2015 vorgestellte iPhone 6S gibt. Apple hatte – nicht zuletzt auf Druck der einflussreichen China Consumers Association – zugeben müssen, dass es bei diesem Gerät ungewöhnlich häufig Probleme mit der eingebauten Batterie gibt.

Zuvor hatten sich Berichte gemehrt, in denen Benutzer unerklärliche Shutdowns schilderten, nach denen sich die Smartphones trotz ausreichender Restkapazität des Akkus nicht mehr starten ließen. Der Verdacht fiel zwar recht zügig auf ein kurz zuvor veröffentlichtes iOS-Update, doch diesen Spekulationen erteilte Apple eine Absage.

Stattdessen veröffentlichte der Konzern auf seinen chinesischen Internetseite eine Stellungnahme, in der die tatsächlich existierenden Akku-Probleme des iPhone 6S konkretisiert wurden. Nach Apples Angaben gebe es in den Batterien eine Komponente, die vor der Herstellung der Akkus unzulässig lange der Umgebungsluft ausgesetzt gewesen sei. Dies führe dazu, dass sich die betroffenen Akkus schneller verschlechtern würden als normale Batterien, was letztendlich zur unerwarteten Spontan-Abschaltung führe.

Die aus Japan stammenden Gerüchte könnten einerseits von dem simplen Wunsch getrieben sein, dass auch das ein Jahr ältere iPhone 6 über ein vergleichbares Austauschprogramm einen neuen Akku erhält. Andererseits gab es im Rahmen der Berichte über die Akkus des iPhone 6S tatsächlich immer wieder Benutzer, die auf ähnliche Probleme mit ihrem Vorgängermodell iPhone 6 hinwiesen. Sollte es sich hierum eine relevante Zahl von Besitzern handeln, könnten die chinesischen Verbraucherschützer oder andere Verbände erneut aktiv werden und entsprechende Maßnahmen von Apple fordern.

iPhone 6: 10.000 Käufer verklagen Apple wegen defekten Displays

Das iPhone 6 macht Apple auch in einem anderen Punkt mächtig Ärger. Nach anhaltenden Berichten über seltsame Display-Fehler des Smartphones und eine anstehende Sammelklage von über 10.000 Besitzern sah sich der Konzern genötigt, ein Reparaturprogramm für das rund zwei Jahre alte Smartphone ins Leben zu rufen.

Dabei achtete Apple peinlichst genau darauf, deutlichen Hinweisen auf einen eventuell existierenden Konstruktions- oder Design-Fehler eine Absage zu erteilen. Der Display-Fehler trete nur auf, wenn die Besitzer ihr iPhone 6 ”mehrfach auf eine harte Oberfläche” fallen ließen und das Smartphone danach weiteren ”Belastungen” aussetzen würden. Dementsprechend verlangt Apple für eine Reparatur des iPhone 6 eine reduzierte, aber immer noch saftige Pauschale. Einige unabhängige Reparaturdienste hatten sich im Vorfeld darüber beschwert, dass ihre frühen Hinweise in den offiziellen Support-Foren entfernt wurden, was wiederum viele Benutzer zum Besuch der Apple Stores genötigt habe. Dort wurde den Besitzern der kauf eines neuen iPhone 7 empfohlen, andere erhielten völlig überteuerte Kostenvoranschläge für die Reparatur ihres iPhone 6.

„We constantly evaluate service statistics. There are no plans or grounds for a wide iPhone 6 battery exchange program at this time.“ Apple-Mitarbeiter

Gegenüber appleinsider.com soll ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Unternehmens verneint haben, dass es ungewöhnlich hohe Serviceanfragen wegen den Akkus des iPhone 6 gebe. Dementsprechend plane man entgegen anderslautender Meldungen auch kein Rückruf- bzw. Austauschprogramm für das Smartphone, das diesen Punkt betreffe.

Titelbild: ifixit.com, Creative Commons BY-NC-SA