Das Apple iPhone 8 beherrscht wohl nur „langsames“ LTE

Ein Streit über Lizenzzahlungen in Milliardenhöhe könnte offenbar dazu führen, dass Apple die maximal erreichbaren Download-Geschwindigkeiten des iPhone 8 limitiert. Damit würde sich das Unternehmen mit den mächtigen Netzbetreibern anlegen und nicht wenige Kunden verschrecken.

Der anhaltende länderübergreifende Streit zwischen Apple und Qualcomm über ausstehende Lizenzzahlungen in Milliardenhöhe könnte nicht unerhebliche Auswirkungen auf das iPhone 8 und seine Nutzer haben. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten wird Apple beim kommenden High-End Smartphone auf Chips des Kontrahenten verzichten und stattdessen auf Komponenten von Intel setzen. Damit verzichtet Apple aber auf die noch für dieses Jahr angekündigten höheren Übertragungsraten bzw. Geschwindigkeiten in Mobilfunknetzen, das iPhone 8 bleibt damit wesentlich langsamer als vergleichbare Modelle der Konkurrenz.

Mehrere Mobilfunkbetreiber in den Vereinigten Staaten haben für verschiedene Metropolen des Landes Gigabit-Geschwindigkeiten in ihren LTE-Netzen angekündigt. Hierzu werden jedoch Smartphones benötigt, deren Chips diese Geschwindigkeiten bewältigen können. So sind beispielsweise im Samsung Galaxy S8 und S8+ mit dem Snapdragon X16 Exemplare von Qualcomm verbaut, mit denen sich bis zu 1 Gigabit pro Sekunde übertragen lassen, sofern das Netz das hergibt.

Die bisher verfügbaren Chips von Intel beherrschen diese Geschwindigkeiten noch nicht, der Hersteller arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung. Branchenexperten halten es für äußerst unwahrscheinlich, dass Intel bis zu einem in Kürze anstehenden Produktionsstart des iPhone 8 ein entsprechendes Bauteil liefern kann.

Sollte Apple die tatsächlich erreichbaren Übertragungsgeschwindigkeiten derart massiv limitieren, würde sich die wichtige Unterstützung der Netzbetreiber für das nächste Smartphone aus Cupertino sicherlich in Grenzen halten. Immerhin gelten die Mobilfunkanbieter als einer der wichtigsten und umsatzstärksten Vertriebskanäle, was allerdings auf einer klassischen Win-Win-Situation für Hersteller und Netzbetreiber beruht. AT&T, Verizon & Co. vertreiben die recht teuren Smartphones von Apple mit z.T. hohen Rabatten und koppeln die Geräte dabei an entsprechend lange Laufzeitverträge. Selbstverständlich wird dabei versucht, einen möglichst hohen monatlichen Betrag über die durchaus attraktiven Download-Geschwindigkeiten zu rechtfertigen.

Innovationen? Nicht (mehr) mit Apple.

Problematisch ist, dass Apple die im iPhone 8 verbauten Module nicht im einfach im Laufe der nachfolgenden Monate wechseln kann. Dies würde bedeuten, dass frühe Käufer bestraft würden, während späteren Käufern plötzlich erheblich schnellere Download-Geschwindigkeiten zur Verfügung stünden. Deutsche Interessenten sind von den Beschränkungen ohnehin kaum betroffen, ein Netzausbau auf Geschwindigkeiten von 1 GBit/s steht hierzulande in den Sternen. In bis zu 30 Städten will Vodafone bis zum Jahresende 500 MBit/s anbieten.

Die Apple-Aktie gab in mehr oder weniger direktem zeitlichem Zusammenhang mit der Meldung erheblich nach, immerhin ist wäre das iPhone 8 immer noch für den größten Teil des Umsatzes von Apple verantwortlich. Zugleich werden selbstverständlich auch die Stimmen derjenigen lauter, die Apple seit geraumer Zeit mangelnde Innovationen und ein immer offensichtlicheres Hinterherhecheln gegenüber der Konkurrenz aus dem Android-Lager vorwerfen.

Unbestritten ist, dass Apple normalerweise mit dem Argument punktet, ein iPhone besitze eine längere Lebens- und Nutzungsdauer als andere Smartphones, was nicht zuletzt an den regelmäßig erscheinenden Updates des betriebssystems liegt. Für die vor diesem Hintergrund relevante Zeitspanne von zwei, drei, vier oder sogar fünf Jahren wäre es selbstverständlich wichtig, dass eine bereits verfügbare Technologie in den iPhones eingebaut wäre.

Via bloomberg.com