Apple listet Preise für verlorene AirPods – und löscht eine App, die sie wiederfinden könnte

Wie erwartet langt Apple kräftig zu, wenn einer der beiden kabellosen AirPods verlorengeht und ersetzt werden muss. Die Preise sind das eine, das Löschen einer eigentlich hilfreichen App unter fadenscheinigen Argumenten das andere ...

Die kabellosen AirPods haben seit ihrer Vorstellung (gemessen an ihrer Größe) für ordentlich Wirbel gesorgt. Zum einen bescherten sie uns bereits eine Menge Lacher, denn nicht nur ihre Ähnlichkeit mit den Aufsteckbürsten elektrischer Zahnreinigungsgeräte beflügelte früh die Phantasie von Scherzbolden. Zum anderen hagelte es aber auch ernst gemeinte Kritik am Preis, der Reparierbarkeit und dem Risiko, den recht teuren Ohrschmuck zu verlieren.

Nun hat Apple die deutschen Preise für den Einzelnachkauf eines einzelnen, eventuell im Gulli oder Blätterhaufen gelandeten AirPods bekanntgegeben und langt wie erwartet kräftig zu. Satte 75 Euro soll ein entsprechender Nachkauf kosten, eine verlorengegangene Ladebox kostet genau soviel.

Pikant wird die Bekanntgabe der deutschen Preise nach einem Blick in den App Store. Dort befand sich bis zum Wochenende mit “Finder for Airpods” eine App, mit der man zumindest eine kleine Chance hatte, einen verloren gegangenen AirPod wiederzufinden. Die Anwendung suchte nach dem Bluetooth-Signal des Ohrstöpsels und lotste den Besitzer ähnlich wie beim Topfschlagen auf einem Kindergeburtstag in die Nähe des Geräts. Warm, wäääärmer … da sind sie. Mit einem durchaus akzeptablen Preis von rund 4 Euro war die App auch ohne Erfolgsgarantie zumindest einen Versuch wert.

Die Store-Provision von 4 Euro vs. 75 Euro für einen neuen AirPod – da musste man bei Apple offenbar nicht lange rechnen und kickte die App kurzerhand aus dem Verzeichnis. Nach Angaben des Entwicklers habe es lt. Apple mit der App keinerlei beanstandete Probleme gegen, dem Unternehmen passe aber “das Konzept” der App nicht, man halte die Anwendung für “unpassend”.

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Nun kann man sicherlich argumentieren, dass Apple eben ein profitorientiertes Unternehmen ist, dass hier lediglich von seinem digitalen Hausrecht Gebrauch macht – geschenkt, kennen wir. Doch im direkten Zusammenhang mit der Veröffentlichung der saftigen Preise und vor dem Hintergrund, dass die AirPods zur Zeit nur mit langen Wartezeiten erhältlich sind, bleibt eben wieder mal ein “Geschmäckle”.

Die App “Lightblue Explorer” kann übrigens ebenfalls einen verlorene AirPod orten und ist bisher offenbar nicht auf den Radar geraten.

via heise.de