Mehr iPhones verkauft als je zuvor
Apple Quartalszahlen Q1/17: Mehr Umsatz denn je, aber geringerer Gewinn

Apple is back! Die neuen Quartalszahlen für Q1/2017 sind da und bescheren dem Unternehmen bessere iPhone-Verkäufe denn je, zudem mehr Umsatz denn je. Lediglich ein etwas rückläufiger Gewinn dämpft die Begeisterung in Cupertino.

Mit sehr viel Spannung sind die neuen Quartalszahlen von Apple erwartet worden. Die einen rieben sich verschmitzt die Hände und warteten auf neuerlich gesunkene iPhone-Verkäufe, andere erhofften sich ein Wiedererstarken des Tech-Giganten aus Cupertino. Um es kurz zu machen: Apple feiert das beste Quartal aller Zeiten, verkauft mehr iPhones denn je und macht spartenübergreifend mehr Umsatz denn je. Gratulation, Apple!

Wie liest sich das nun in Zahlen? Schauen wir auf den Umsatz, können wir erkennen, dass Apple im aktuellen Quartal 78,35 Milliarden US-Dollar umgesetzt hat – ein Jahr zuvor waren es „nur“ 75,87 Milliarden US-Dollar – immerhin also ein Plus von etwa zweieinhalb Milliarden Dollar binnen eines Jahres. Auch der Nettogewinn fällt mit 17,8 Milliarden US-Dollar äußerst üppig aus, bleibt allerdings unter den 18,36 Milliarden, die man im gleichen Quartal des Vorjahres an Gewinn einfahren konnte.

We’re thrilled to report that our holiday quarter results generated Apple’s highest quarterly revenue ever, and broke multiple records along the way. We sold more iPhones than ever before and set all-time revenue records for iPhone, Services, Mac and Apple Watch. Tim Cook, CEO Apple

Business as usual: iPhone als Umsatz-Zugpferd

Schauen wir darauf, wo dieser Umsatz kommt, müssen wir selbstverständlich nicht lange suchen: Wieder einmal ist es das iPhone, welches Apple tonnenweise Kohle in die eh schon prall gefüllten Kassen spült. Während die Verkäufe zuletzt aber rückläufig waren, sind sie nun mit dem Apple iPhone 7 wieder angezogen und nicht nur das: Mit 78,29 Millionen verkauften Einheiten konnte das Unternehmen aus Cupertino in diesem Quartal mehr iPhones verkaufen, denn jemals zuvor.

Damit zeigt Apple allen Kritikern noch einmal, welches Potenzial die Marke besitzt und wie loyal die Käufer auch weiterhin zu den Produkten – vor allem eben dem iPhone – greifen. Mit diesen etwas mehr als 78 Millionen verkauften iPhones wurde ein Umsatz von 54,38 Milliarden Dollar generiert – mehr als zwei Drittel des kompletten Unternehmensumsatzes.

Das bedeutet, dass weiterhin das iPhone darüber entscheidet, ob Apple ein gutes oder ein schlechtes Quartal hat, aber wir haben es hier keineswegs (mehr) mit einem 1-Produkt-Unternehmen zu tun. Wir wollen schließlich nicht vergessen, dass etwa 24 Milliarden Dollar mit anderen Sparten erwirtschaftet wurden. Lasst uns daher zunächst auch auf die Zahlen des Unternehmens schauen, was die Hardware-Sparten angeht. In der Grafik seht ihr, dass die Macs ebenso wie die iPhones anziehen, wenig überraschend hingegen hält die Talfahrt des iPad an:

Die Hardware jenseits vom iPhone: Macs, iPad und Apple Watch

Wie ihr Apples Daten-Übersicht entnehmen könnt, wird die Apple Watch immer noch nicht explizit aufgeführt und so langsam glaube ich, dass das auch nicht mehr passieren wird. Aber immerhin lässt uns CEO Tim Cook wissen, dass es auch für die Apple-Uhr das bislang beste Quartal war – ohne aber eben Zahlen dazu zu liefern.

Erfreulich sieht es auch bei den Macs aus: Apples Rechner-Sparte erwirtschaftet einen Umsatz von 7,24 Milliarden Dollar, was etwa einer halben Milliarde mehr entspricht als vor einem Jahr im selben Quartal. Der Markt für klassische Notebooks und stationäre Rechner ist schon länger schwierig geworden, so dass man dieses All-Time-High bei den Verkäufen umso höher bewerten muss – Chapeau, Apple!

Weniger Jubel hingegen gibt es bei den iPads: Etwa 13 Millionen wurden abgesetzt und etwa 5,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr sind das round about 3 Millionen verkaufte Tablets und circa 1,5 Milliarden Umsatz weniger – die Tablet-Sparte liegt damit ziemlich brach bei Apple angesichts eines Umsatzrückgangs von 22 Prozent in nur einem Jahr.

Der neue Star: Apple Services

Die Apple-Dienste, in denen wir neben Apple Music beispielsweise auch Apple Care und Apple Pay finden, sind die größte Wachstums-Sparte bei Apple: Um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs der Umsatz und erreicht nun 7,17 Milliarden US-Dollar. Damit liegt man nur hauchdünn hinter der Mac-Sparte und so könnte es sein, dass schon beim nächsten Quartalsbericht die Apple Services den Platz 2 hinter dem iPhone einnehmen bei den umsatzstärksten Sparten des Unternehmens.

Die Transformation des Konzerns schreitet also voran und Apple ist weiter bemüht, sich nicht ausschließlich dem Erfolg des iPhones auszuliefern – mit den Apple Services ist man da definitiv auf einem guten Weg.

Ausblick aufs Jahr 2017

2017 feiert das iPhone sein zehnjähriges Jubiläum. Wir gehen daher davon aus, dass das iPhone 8 ein ganz besonderes Smartphone wird, bei dem Apple sowohl technisch als auch durch ein völlig neues Design überzeugen will. Wenn wir die Vorstellung wieder für September erwarten, bedeutet das, dass sich viele Apple-Fans bis dahin mit iPhone-Käufen zurückhalten werden und lieber auf das neue iPhone warten. Dann allerdings kann ich mir vorstellen, dass Apple mit dem neuen Smartphone erneut seine eigenen Rekorde pulverisieren kann.

Bei den Services bin ich sicher, dass Apple weiter zulegen wird und sich die Sparte als zweite wichtige Säule des Unternehmens etabliert noch vor den Macs. Die hingegen werden sich vermutlich auch in diesem Jahr auf solidem Niveau einpendeln im Gegensatz zur mittlerweile zum Stiefkind verkommenen iPad-Sparte. Auch dieses Jahr erwarte ich nicht, dass Apple seine Watch gesondert in seinen Berichten ausweisen wird und sie alles in allem einfach so nebenher laufen lassen wird wie bislang. Sie ist eine nette Ergänzung und Erweiterung des Portfolios, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie nochmal so richtig durchstarten wird.

Apple hat es jedenfalls mit seinen Quartalszahlen inklusive diverser Rekorde wieder einmal allen Kritikern gezeigt und alle Prognosen übertroffen. Da fällt es tatsächlich nur am Rande auf, dass angesichts der Umsatzrekorde die Gewinne dahinter zurückbleiben und niedriger ausfallen als noch im letzten Jahr. Je nachdem, was der Wahnsinnige im Weißen Haus noch ausbrütet und Apple dementsprechend vielleicht darauf reagiert (durch partielle Verlagerung der Produktion in die Staaten zum Beispiel), könnte es gut sein, dass sich dieser Trend – mehr Umsatz, weniger Gewinn – auch in den nächsten Quartalen fortsetzt.

Quelle: Apple