Wer mit Siri nach Prostituierten sucht, landet im eSports-Café

In der kanadischen Metropole Toronto hat die Sprachassistentin Siri offenbar ein Problem damit, wenn es um die Vermittlung von Hostessenservices geht. Bei der Frage nach "escorts" schlägt Siri ein eSport-Café vor und zeigt damit, dass bei Künstlichen Intelligenzen nicht alles perfekt ist.
von Jake Pietras am 21. März 2017

Jeder größere Hersteller setzt mittlerweile auf virtuelle Sprachassistenten, die uns den Alltag erleichtern sollen. Ob Samsung Bixby, Amazon Alexa oder Googles Assistant genannter Assistant: die künstlichen Intelligenzen werden mittlerweile nicht nur zur Suche, Musik- oder Haussteuerung verwendet, sondern auch für andere Schweinereien. Eine alte Informatiker-Weisheit besagt schließlich: „The Internet is for porn.“

Apples Siri sieht das zumindest im kanadischen Toronto anders und schickt einige Nutzer der Sprachassistentin gerne mal zum Zocken in das eSport-Café Meltdown. Dabei suchen diese lediglich nach einer Begleitung für den Abend, die man im Englischen bekanntlich als „escort“ bezeichnet und bei denen das Begleiten eher sekundärer Natur ist.

Siri weigert sich offensichtlich hartnäckig bei der Suche nach „escort“ einen dedizierten Hostessenservice zu empfehlen und schlägt stattdessen das Café vor, in dem sich in den Abendstunden Zocker zusammenfinden, um ihrer Leidenschaft für digitale Schnetzeleien zu frönen. Laut einem Interview mit dem Toronto Star bekam einer der Gründer vom Meltdown, Alvin Acyapan, bereits kurz nach der Eröffnung im November 2016 ominöse Anrufe. Dabei erkundigten sich Männer bei ihm nach Prostituierten im Meltdown.

“I thought people were getting the wrong number or maybe it was a prank by someone listing our phone number on some unscrupulous website.”

Eine Erklärung wäre, dass Siri den Buchstaben P einfach mal zu C umintepretiert. Der Toronto Star würde seiner journalistischen Pflicht aber nicht nachkommen, wenn die Redakteure es nicht noch mit anderen Begriffen probiert hätten. Und voilà: Offenbar hat Siri das Meltdown tatsächlich als Escort-Service in der Datenbank hinterlegt, denn die Suche nach „prostitutes“ und „hookers“ spuckte ebenfalls die Location und Telefonnummer des eSports-Cafés aus.

Und da wir uns unglücklicherweise in Zeiten von Fake-News und Clickbait befinden, hat die amerikanische Ausgabe von CNET das Ganze mal überprüfen müssen, konnte die etwas irre klingende Story aber verifizieren. Ich persönlich habe aus reinen Recherchezwecken für diesen Artikel auch mal Siri befragt, hatte aber leider keinen Erfolg. Vielleicht hat Apple den Glitch/Bug mittlerweile gefixt.

Was uns die Geschichte lehren will? Vermutlich, dass Sprachassistenten noch nicht ganz perfekt sind und uns Menschen damit offensichtlich ähnlicher, als wir annehmen. Im Fall vom Meltdown ist das noch harmlos und witzig. Komplizierter wird es, wenn ich Siri frage: „Wo gibts die besten Waffeln?“, ein L geschlampt wird und ich dank der Abhörgeilheit der CIA und NSA bald Interpol vor der Haustür stehen habe.