„Siri, ich brauche Hilfe!“ Vierjähriger rettet seiner Mutter das Leben

Ein vierjähriger Junge hat seiner Mutter anscheinend mit Hilfe von Apples Sprachassistentin "Siri" das Leben gerettet. Die Frau war offenbar schwer gestürzt und bewusstlos, der Junge entsperrte trickreich ihr iPhone und ließ sich mit der Notfallnummer verbinden.

Ein vierjähriger Junge hat seiner Mutter anscheinend das Leben gerettet, weil es ihm über Apples Sprachassistentin Siri gelang, einen Notruf abzusetzen. Die Frau war offenbar nach einem Sturz bewusstlos geworden und atmete nicht mehr nur noch schwach. Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang März in Kenley (südlich von London), nun hat die britische Polizei einen Gesprächsmitschnitt des Anrufs veröffentlicht.

Der pfiffige Vierjährige erfasste die Situation offenbar und schnappte sich kurzerhand das iPhone der Mutter. Er entsperrte das Gerät, indem er ihren Daumen auf den Fingerabdrucksensor drückte (!) und wies nach den bisher vorliegenden Angaben die Sprachassistentin an, Hilfe zu holen. Die Software wählte daraufhin die Notrufnummer, die länderspezifisch im System abgespeichert ist.

Das Kind hielt die Mutter offenbar für “tot”, was wohl eine dem Alter entsprechende Umschreibung der Situation war. Seine Adresse konnte der Junge zwar auf Anhieb nicht nennen, doch das Zuhause ergab sich im Laufe des weiteren Gesprächsverlaufs mit den den Helfern. Als sich diese nach einer knappen Viertelstunde Zugang zu der Wohnung verschafften und bei der tatsächlich bewusstlosen Mutter eintrafen, fanden sie den Vierjährigen, seinen Zwillingsbruder und ein jüngeres Geschwisterkind vor. Die Mutter wurde nach der Ersthilfe in ein Krankenhaus gebracht.

Der Chief Superintendent Ade Adelekan von der zuständigen Met’s Command and Control Unit weist darauf hin, dass der nun veröffentlichte Gesprächsmitschnitt Eltern vor allem daran erinnern solle, dass man Kindern frühzeitig Verhaltensregeln in Notfallsituationen beibringen müsse. Der Anruf des Vierjährigen habe auf ergreifende Weise gezeigt, dass es in solchen Situationen tatsächlich um Leben oder Tod gehen könne. Idealerweise hätte der Junge noch schneller seine Wohnadresse nennen können, dann wären die Retter noch eher eingetroffen.

Der Vorfall zeigt auf eindrucksvolle Art auch, wie sich Spracherkennungsssysteme wie Apple Siri, Amazon Alexa, der Google Assistant oder Microsoft Cortana in solchen und ähnlichen Situationen bewähren können. Davon abgesehen war es sicherlich hilfreich, dass der Vierjährige trotz seines jungen Alters keinerlei Scheu vor der Technik hatte und – ganz im Gegenteil – offenbar wusste, was zu tun war.

Wir als Tech-Blog sind sicherlich öfter im positiven Sinne voreingenommen, wenn es um Kinder und Technik geht. In der Regel vertreten wir die Auffassung, dass man Smartphones & Co. durchaus früh in den Alltag von Kindern integrieren kann und keinesfalls verteufeln sollte. Vielleicht haben einige Eltern unter unseren Lesern ja am Wochenende die Gelegenheit, mal ein solches “Notfall-Training” mit ihrem Nachwuchs durchzuspielen.