Software
Apple veröffentlicht alte GUI-Benutzeroberfläche des Apple Lisa

Der Apple Lisa wurde 1983 veröffentlicht und gilt, durch seine erste grafische Benutzeroberfläche, als Meilenstein in der Computerentwicklung. Nun will Apple das Betriebssystem als Quellcode für jederman zugänglich machen. Doch was kann man damit überhaupt noch anfangen?
von Vera Bauer am 30. Dezember 2017

Viele kennen den ersten Apple Macintosh, der wohl bekannteste und einer der wichtigsten Computer in der Geschichte Apples. Doch auch er entstammt einem Vorgänger, dem Apple Lisa. Dieser erblickte 1983 das Licht der Welt. Er gilt als Meilenstein, denn er war einer der ersten Personal Computer, die per Maus und Tastatur gesteuert wurden, sowie mit einer grafischen Benutzeroberfläche ausgestattet war. In den darauffolgenden Jahren beeinflussten diese Eigenschaften die Computerwelt grundlegend.

Momentan befindet sich eine Ausführung des Apple Lisas in dem Computer History Museum in Kalifornien. Dort bemüht man sich alle wichtigen Meilensteine in der Entwicklung von Hard- und Software für die Nachwelt aufzubewahren. Etwas, das auch nicht in Vergessenheit geraten soll, ist die grafische Benutzeroberfläche des Apple Lisa. Apple möchte dieses Interface nun wiederbeleben und bald soll der Quellcode des Betriebssystems frei verfügbar sein.

In einem Newsgroup-Posting kündigte Al Kossow vom Computer History Museum an, dass er die Umwandlung nach Unix-Konventionen bereits fertig gestellt hat. Das Betriebssystem konnte glücklicherweise noch von alten Disketten wiederhergestellt werden. Im Laufe des nächsten Jahres wird die Arbeit noch von dem Museum sowie von Apple selbst geprüft, bevor man den Quellcode für jedermann öffentlich bereitstellt.

Doch wozu könnte man den alten Schinken von Betriebssystem noch verwenden? Man sollte nicht damit rechnen, dass man die Benutzeroberfläche auf heutigen modernen PCs zum Laufen bringen kann. Immerhin wurde sie für eine ganz andere Hardwarearchitektur geschrieben. Damals kam in dem Apple Lisa nämlich der 68000er-Prozessor von Motorola zum Einsatz. Selbst mit einem Emulator könnte das schwierig werden.

Doch der veröffentlichte Quellcode könnte Forschern und Interessierten Einblick in die damalige Codestruktur verschaffen, sodass sie ihn analysieren können. Vielleicht ergeben sich daraus ja noch interessante Erkenntnisse.

via: derstandard