Da geht sie hin, eure billige Flatrate: 4 Mrd. Dollar für T-Mobile US

T-Mobile US befindet sich in den Vereinigten Staaten im Bieterwettstreit um teure Funkfrequenzen, da kommt neues Kapital aus Deutschland ganz recht. Ein Blick auf unsere eigenen Flatrate-Tarife und den immer noch schleppenden Netzausbau treibt einem hingegen die Tränen in die Augen.

Die Deutsche Telekom will ihrer US-amerikanischen Tochter T-Mobile US einen milliardenschweren Kredit einräumen. Das Unternehmen, das sich jenseits des Großen Teichs schon seit geraumer Zeit gegen die etablierten Mobilfunkanbieter behauptet, soll mit insgesamt 4 Milliarden US-Dollar unterstützt werden.

Hintergrund des Geldsegens ist die momentan in den Vereinigten Staaten laufende Versteigerung von neuen Mobilfunkfrequenzen, bei denen T-Mobile US selbstverständlich mitbietet. Von den konkurrierenden Unternehmen liegen momentan Gebote in einer Höhe von 18 Milliarden US-Dollar vor. Auf Platz eins und zwei liegen in den USA momentan die Platzhirsche Verzon und AT&T, während sich T-Mobile US mit einer agressiven Produkt- und Preispolitik auf Platz 3 vorgeschoben hat. Sprint liegt nun auf Platz 4.

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Die US-Tochter soll mit dem frischen Geld aus Deutschland laufende Kredite ablösen bzw. refinanzieren, um im Bieterwettsstreit besser aufgestellt zu sein. Der Mobilfunker benötigt dringend neue Frequenzbereiche, weil die zur Verfügung stehenden Bereiche für die stark gewachsene Zahl an Kunden kaum noch ausreichen. Gleichzeitig ist und bleibt T-Mobile US ein potentieller Übernahmekandidat, der sich mit einem breiteren Frequenz-Portfolio für einen entsprechenden Deal schick macht.

T-Mobile US profitiert u.a. von dem Umstand, dass die Deutsche Telekom momentan billiger an frisches Kapital kommt und niedrigere Zinsen als die US-Tochter bezahlen muss.

Hierzulande werden die enormen Kosten aus den Frequenzversteigerungen immer wieder als Argument für die z.T. utopisch hohen Preise bei den Mobilfunk-Flatrates angeführt. Zuletzt hatten die großen Mobilfunkanbieter Europas Rückendeckung vom ehemaligen “Digitalkommissar” Günther Oettinger erhalten, der die völlig unterschiedlichen Preise in Europa aufrechterhalten will und ein “echtes” internationales Roaming strikt ablehnt.

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Kritiker hatten bereits zu diesem Zeitpunkt angemerkt, dass viele Mobilfunkanbieter längst europa- oder weltweit operieren und die hierzulande hohen Preise zur Quersubventionierung ihrer Netze in anderen Ländern nutzen. Gleichzeitig schreitet der Ausbau der Infrastruktur im digitalen Niemandsland längst nicht dem Tempo voran, wie es sich die Wirtschaft und viele Privathaushalte in Deutschland eigentlich erhoffen.

Insofern wirkt es befremdlich, dass nun “plötzlich” mehrere Milliarden “billig aufgenommene” US-Dollar in die Vereinigten Staaten fließen sollen, damit man sich das dortige Investment in einem ohnehin stark umkämpften Markt noch lohnt.

via futurezone.at