Code+Design Camp für Jugendliche: Digitale Technologien als mächtiges Werkzeug begreifen

von Nils Hitze am 31. Mai 2017

In den Pfingstferien (6.-9.6.17) wird das Freiheiz in München seine Türen für eine Party der besonderen Art öffnen: zwischen 70 und 100 Jugendliche werden dort vier Tage lang versuchen, eigene Projektideen mithilfe digitaler Technologien zu realisieren. Unterstützt werden sie dabei von ehrenamtlich tätigen Coaches, die im wahren Leben professionelle Software-Entwickler, Interaction oder UX Designer oder auch Product Manager sind.

Eingeladen sind Jugendliche ab 15 Jahren, die digitale Technologien spannend finden – egal, ob sie schon erfahrene Nachwuchs-Hacker oder -Designer sind oder erst anfangen, sich für das Programmieren, Designen und Hardware-Basteln zu interessieren.

Anmeldung und weitere Termine

Projektarbeit statt Stundenplan

Im Unterschied zur Schule gibt es kein festes Curriculum, das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern  vorgesetzt wird. Stattdessen können alle am ersten Tag eigene Projektideen vorstellen und versuchen, diese mithilfe der Coaches so zu konkretisieren, dass sie innerhalb von vier Tagen umsetzbar sind.

Um diese Projektideen herum formen sich dann kleinere oder größere Teams, die im nächsten Schritt vor der Herausforderung stehen, sich die kommenden Tage einzuteilen, einen Projektplan zu entwerfen und zu definieren, wer welche Aufgaben übernimmt und wie die Zusammenarbeit organisiert werden soll.

Während die Teams ab diesem Zeitpunkt mit der Arbeit loslegen können, werden parallel Einsteiger- und Experten-Workshops zu verschiedenen Tools und Themen angeboten.

Am Ende, das zeigen die Erfahrungen der bisherigen Camps in Köln, Hamburg und Berlin mit insgesamt über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, gelingt es mit diesem Format nicht nur, Jugendliche an digitale Technologien heranzuführen, sondern ihnen zugleich zu vermitteln, wofür sich diese Technologien einsetzen lassen: um eigene Ideen Realität werden zu lassen.

Foto vom Code und Design Camp Berlin. Viele Schülerinnen und Schüler sitzen an Laptops in einer Halle.
Code+Design Camp Berlin

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verlassen ein Code+Design Camp mit neuen Freundschaften, wertvollen Erfahrungen mit Teamarbeit und Projektorganisation und dem ermutigenden Gefühl, dass digitale Technologien kein Hexenwerk sind, sondern ein mächtiges Werkzeug zur Entwicklung von unterhaltsamen und nützlichen Anwendungen, Tools und Services.

Und noch ein Ziel verfolgt die Code+Design Initiative, die als Verein der Veranstalter der Camps ist: Berufsorientierung. Die meisten Schülerinnen und Schüler sind sich der Tatsache schmerzlich bewusst, dass sie viel zu wenig über die Berufswelt wissen. Gerade in der Digitalwirtschaft sind in den letzten Jahren Berufsbilder entstanden, von denen man in der Schule noch nicht einmal gehört hat.

Daher findet auf jedem Camp ein Berufsorientierungsabend statt, in dessen Rahmen die Coaches sich, ihren Beruf und ihren Ausbildungs- und Karriereweg vorstellen und Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantworten.

„Ich finde es wirklich sehr schwer, meine ganzen Eindrücke vom Code+Design Camp widerzugeben, weil es einfach so toll und umfangreich war. Das Camp hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt”, so Maximilian, 18 Jahre, Teilnehmer in Köln.

Ein anderer Teilnehmer meinte nach seinem Camp: „Eine Erfahrung, die ich in Vorbereitung auf meine Zukunft nicht missen möchte.“

Ob man, wie Gesche Joost, ein Verständnis für digitale Technologien und eine Kompetenz im Umgang damit als “vierte elementare Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen” bezeichnen muss, kann sicherlich lang und breit diskutiert werden. Unstrittig aber ist hoffentlich, dass wir uns nicht vor “digitaler Demenz” fürchten müssen, sondern dass es in Zukunft kaum einen Lebensentwurf oder Karrierewunsch gibt, in dem diese Kompetenz nicht mindestens hilfreich und oft genug sogar notwendige Voraussetzung ist.

Vor diesem Hintergrund darf man gespannt sein, wie die Debatte um Informatik in den Schulen weitergeht und zu welchen Ergebnissen sie führt. In der Zwischenzeit wird die Code+Design Initiative einfach weitermachen, bis Code+Design Camps in allen größeren Städten Deutschlands zu einer dauerhaften Einrichtung geworden sind.

Code+Design Camps unterstützen

Wer uns und die Initiative dabei unterstützen möchte, ob als Kooperationspartner, Sponsor, Ideengeber oder Coach, ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen und uns auf einem der nächsten Code+Design Camps in München, Stuttgart, Köln und Frankfurt zu besuchen.

Aber Vorsicht: Die Begeisterung, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versprühen, wenn sie am letzten Tag eines Camps ihre Projektergebnisse präsentieren, ist auf jeden Fall ansteckend.

Anmeldung und weitere Termine: https://code.design/camps/

Kontakt: Ina Wagner, ina@code.design, +49 (0)174 6137646