CES 2019
Der Cosmo Communicator im Hands on – Erinnerungen an Nokia

Planet Computers hat per Crowdfunding viel Geld für seinen Cosmo Communicator eingesammelt. Wir konnten uns das Teil in Las Vegas bei der CES anschauen.

Erinnert ihr euch noch an den Nokia Communicator? Ein Tech-Relikt aus Zeiten, in denen man sich unmöglich vorstellen konnte, dass Nokia irgendwann mal nicht mehr den Markt beherrschen würde. Wie die Geschichte weiterging, wissen wir ja alle und auch, dass seit dem Siegeszug der Touchscreens alle mobilen Devices mit Hardware-Tastatur einen schweren Stand haben.

Allerdings gibt es immer noch ein Publikum für sehr kleine Geräte, die trotz des Formfaktors weiter auf eine Hardware-Tastatur vertrauen. Das weiß man auch bei Planet Computers aus Großbritannien und liefert uns nun den Nachfolger des Gemini, den wir uns vor ziemlich genau einem Jahr anschauen konnten.

Ein Jahr später ist wieder die CES und damit der perfekte Zeitpunkt, einem Tech-begeisterten Publikum ein neues Device zu präsentieren. Der Cosmo Communicator bedient sich sowohl vom Namen her als auch funktionell ein wenig beim Nokia Communicator, hat aber natürlich mehr zu bieten — und logischerweise auch mehr als der Vorgänger Gemini.

Erneut sieht das Gerät aus wie ein etwas klobiges Smartphone mit Deckel zum Zuklappen. Klappt man den Hobel auf, wird sowohl ein 6 Zoll großes Display (2.160 x 1.080 Pixel) enthüllt als auch eine hintergrundbeleuchtete Hardware-Tastatur. Cosmo ist also nicht nur ein ungewöhnliches Smartphone, sondern vielmehr ein Mini-Notebook, welches uns ein wenig an selige Netbook-Zeiten denken lässt.

Die Tasten sind nicht nur beleuchtet, sondern bieten auch taktiles Feedback, außerdem verbergen sich im Gehäuse Stereolautsprecher und ein 4.220 mAh Akku. USB Typ C gibt es gleich zwei Mal, ebenso einen Anschluss für einen Kopfhörer, einen Button für einen Sprachassistenten und auch Slots für sowohl microSD- als auch SIM-Karte. Die Front-Cam ist mit 5 MP eher überschaubar, hinten sitzt aber immerhin ein 24-MP-Shooter. Apropos hinten: Klappt ihr das Teil wieder zu, findet ihr nicht nur einen Fingerabdrucksensor, sondern ein weiteres, schlankes 2-Zoll-Display.

Das löst mit 570 x 240 Pixeln auf und erinnert in seiner Funktionalität ein wenig an Smartwatch-Displays. Ihr könnt hier also eingehende Anrufe im Blick behalten oder Benachrichtigungen.

Unter der Haube schlägt ein Octa-Core-Herz in Form eines P70 SoCs von MediaTek, dem 6 GB RAM zur Seite stehen. 128 GB Speicherplatz sollten erst mal dicke reichen, auch ohne dass ihr auf den microSD-Slot zurückgreifen müsst. In dem Fall könnt ihr den Slot für eine zweite SIM-Karte nutzen, weiter verfügt der Communicator auch über eSIM.

Mit einem Gewicht von etwa 320 Gramm sowie den Maßen 171,4 x 79,3 x 16 mm ist der Cosmo Communicator schon ein ziemlicher Brocken, aber eben immerhin auch mit Hardware-Tasten. Als Betriebssystem ist Android 9.0 mit an Bord, das Dual-Boot-Device kann allerdings alternativ auch mit Sailfish oder Linux gestartet werden.

Wer auf der Suche nach einem handelsüblichen Smartphone ist, wird vermutlich nicht wirklich Geld für so einen Klopper ausgeben wollen, aber diejenigen, die auf echte Tastaturen schwören, könnten mit dem Cosmo Communicator glücklich werden. Bedenkt dabei aber, dass es kein sehr komfortables Tippen im Zehn-Finger-System sein dürfte, was hier ermöglicht wird. Im Video seht ihr, dass selbst Nicole mit ihren kleinen Händchen ähnlich wie auf einem Smartphone mit ihren Daumen tippt. Wurstfinger wie meine dürften sich damit nochmal schwerer tun.

Nichtsdestotrotz ist es ein spannender anderer Ansatz, wenngleich mich weder Formfaktor noch Funktionalität überzeugt. Solltet ihr zu der Zielgruppe für so ein Gerät gehören, solltet ihr noch wissen, dass das Teil voraussichtlich im Sommer auch nach Deutschland kommt. In den USA wird das exotische Device für 799 US-Dollar angeboten — hierzulande dürfte es erfahrungsgemäß wieder etwas mehr werden.

Die Verarbeitung ist sehr ordentlich und somit macht der Cosmo Communicator einen sehr robusten Eindruck, allerdings wirkt er auf mich durch die fetten Rahmen ums Display für mich auch ziemlcih altbacken. Aber wie gesagt: Ich gehöre vermutlich einfach nicht zu Zielgruppe und will da jetzt niemandem einreden, dass er mit dem Communicator nicht glücklich werden könnte. Bei Indiegogo hat man mit mehr als einer Million US-Dollar mächtig Kapital einsammeln können und somit gleichzeitig bewiesen, dass durchaus eine Nachfrage besteht. Für alles weitere checkt bitte unser Hands-on-Video aus.