Der große Apple iPhone MacBook Adapter Chaos Fail

Es ist offensichtlich: Tim Cook und Jony Ive sind völlig verrückt geworden. Anders ist es kaum zu erklären, dass man zur Benutzung des neuen MacBook Pro und iPhone 7 u.a. Geräte bis zu 17 (!) verschiedene Adapter benötigt und dann trotz des Dongle- und Kabel-Chaos immer noch nicht seine Kopfhörer vom einen in das andere Device stöpseln kann. It just works - jo, bei euch vielleicht, Apple. Aber nicht beim Nutzer.

Das hatte sich Apple sicherlich alles ganz anders vorgestellt. Nachdem Microsoft einen Tag zuvor mächtig vorgelegt hatte und der versammelten Konkurrenz mit dem Surface Studio zeigte, wo der Frosch die Locken hat, erwartete man auch aus Cupertino großartige Neuigkeiten. Und was sahen wir, stattdessen? Richtig, das neue MacBook Pro.

Einen kleineren Akku besitzt es, was zudem zu einer Beschränkung des maximalen Arbeitsspeichers auf 16 (statt 32) Gigabyte zu führen scheint. USB-Ports sucht man rundherum vergeblich, und vom magnetischen Ladekabel darf man sich ebenfalls verabschieden. Damit nicht genug: die glorreichen Zeiten, in denen man als Launch-Partner die neuesten CPUs von Intel bereits Monate vor allen anderen bekam sind ebenfalls Geschichte.

Stattdessen zoooooog sich die Keynote mit einer nicht enden wollenden Lobpreisung der neuen Touch Bar in die Länge. Der ein oder andere wird verzweifelt auf seine Wurstfinger gestarrt und sich gefragt haben, was diese vermeintliche Wunderleiste zwischen Tastatur und Keyboard zu suchen hat. Und überhaupt, eigentlich hätte man doch mit dem Apple Pencil … oder vielleicht sogar einen Touchscreen … oder das riesige TouchPad … ach, egal.

Spätestens nach einem zweiten Blick auf das MacBook Pro (Zitat: “A touch of genius.”) brach das Netz dann in schallendes Gelächter aus. Denn auch wenn man gnädig über die größeren und kleineren Mankos hinwegsieht und eventuell sogar ein persönliches Anwendungsszenario für die Touch Bar sieht, richtet sich die Aufmerksamkeit zwangsläufig auf die zwei bzw. vier Thunderbold 3 Ports, die sich an der rechten und linken Seite des Laptops befinden. Ein verdutzer Blick auf das kürzlich zugelegte iPhone 7, ein Blick zurück auf das MacBook Pro – so zerplatzen Träume.

Adapter. AAAAADAAAAAPTAAAAA. Der Horror für jeden, der sich seit Mitte der 90er Jahre mit dem Universal Serial Bus (USB) in Sicherheit wog und dachte, der Kabel- und Steckersalat habe nun endlich ein Ende. Apple macht ausgerechnet seinen so designbewussten Kunden einen fetten Strich durch die Rechnung und greift nochmal richtig tief ins Portemonnaie der zahlungskräftigen Klientel.

Fakt ist: kaum ein Anwender wird auch nur einen einzigen Tag mit dem MacBook Pro ohne einen Griff in die prallgefüllte Adapter-Tasche hinter sich bringen. Und was noch viel lächerlicher ist: es fehlen immer noch Adapter, um wirklich jeden Bereich abzudecken. So ist es beispielsweise unmöglich, die Lightning-Kopfhörer eines iPhone 7 mit dem MacBook Pro zu verbinden. No Chance, You just Can’t.

So bleibt dem treuen Apple-Kunden nur die Option, die Lightning-Kopfhörer für das iPhone 7 zur Seite zu legen und sich ein paar Ersatzkopfhörer zu besorgen, die sich in den Klinkenanschluss (!) des MacBook Pro einstöpseln lassen. Die wiederum kann man aber nur mit einem Adapter am iPhone 7 verwenden. Oder man setzt auf Bluetooth, dann selbstverständlich bevorzugt auf die grandiosen AirPods.

Wenn man sein iPhone mit dem MacBook Pro verbinden möchte, kommt man ebenfalls nicht ohne Adapter aus. Dieser wahrgewordene Design-Albtraum in schneeweiss ist das typische Adapter-Szenario, das einen dann erwartet:

apple-it-just-works

iphone7-macbook-pro-dongle

Man muss sich das einmal genau anschauen. Das Unternehmen, das sich einst dem Design verschrieben und damit seinen Hals aus der Schlinge der Bedeutungslosigkeit gezogen hat, traktiert heute die eigene Kundschaft mit einer nahezu unüberschaubaren Zahl von hässlichen, teuren, lästigen Adaptern. Habt ihr einen davon während der Vorstellung des MacBook Pro gesehen – als die Thunderbolt 3 Schnittstellen angepriesen wurden? Stattdessen verkauft uns Tim Cook den Wegfall elementarer Schnittstellen auch noch als “Courage” und zockt für dieses Plastik- und Klingeldrahtgedöns auch noch richtig ab.

Wenn die ganze Kohle dann wenigstens in die Entwicklung neuer, grandioser Produkte investiert würde, könnte man es ja noch verschmerzen. Aber stattdessen parken die +180 Milliarden auf den Cayman Islands – Milliarden die anderswo vielleicht sinnvoll investiert würden. Es ist zum Heulen.

Via blogrebellen.de