Smart City
Designkonzept zeigt optische Illusion in zukünftigen Hyperloop-Tunneln

Eine optische Täuschung aus dem 19. Jahrhundert könnte in zukünftigen Hyperloop-Tunneln eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um die sogenannte Zootrop-Illusion. Bislang ist die Idee nur ein Konzept, die anhand eines Videos veranschaulicht wird.

Das Daumenkino dürfte eigentlich jedem ein Begriff sein. Im Prinzip haben wir es hierbei mit einer optischen Täuschung zu tun, bei der Bilder in kurz gezeigten Zeitabständen die Illusion der Bewegung erzeugen. Als Weiterentwicklung des Daumenkinos könnte man das Zootrop, auch Wundertrommel genannt, heranziehen. Das im 19. Jahrhundert erfundene Gerät, veranschaulicht die Funktionsweise von Filmen auf einfache Art und Weise, ist aber auch nichts anderes, als eine optische Täuschung durch bewegte Bilder.

Gut, genug Geschichte für heute! Wieso erzähle ich euch das überhaupt? Ganz einfach: Das Konzept der Wundertrommel könnte bald auch in Hyperloop-Tunneln eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund, schauen wir uns kurz die Funktionsweise des Zootrop an, um es dann auf die Hyperloop Technologie zu übertragen.

Ein Zootrop ist ein einfaches Gerät, das aus einem Zylinder mit Schlitzen an den Seiten und einer Reihe von sequentiellen Bildern besteht, die sich auf der Innenseite befinden. Dreht man den Zylinder und schaut von außen durch die Schlitze, wird die Illusion einer kontinuierlichen Bewegung erzeugt. Pixar hat dazu ein tolles Video gemacht, welches das Ganze schön veranschaulicht und noch dazu beeindruckend ist:

Das Designkonzept für den Hyperloop Tunnel fasst das Prinzip neu auf. Dutzende in regelmäßigen Abständen angebrachte Fenster stellen die Schlitze an der Wundertrommel da. Rauscht durch den Tunnel nun ein Zug und passiert in jeder Sekunde ein Fenster, entsteht der Zootrop-Effekt, der es den Passagieren ermöglicht, quasi durch die Wände zu sehen.

Die Idee ist ein offizielles Konzept von Virgin Hyperloop One und dem Designhaus Bjarke Ingels Group. An dem Projekt wird bereits seit 2016 gearbeitet und nun wurde ein Video geteilt, das zeigt, wie das Ganze funktionieren und wie es für die Passagiere aussehen würde. Streng genommen haben wir es hier jedoch mit einem linearen Zootrop zu tun, bei dem die Bilder nicht in einer Schleife, sondern auf einer Geraden ablaufen.

Das Konzept sieht vor, dass die Hyperloop Röhre, durch die sich das Fahrzeug bewegt, alle 10 Meter Bullaugen oder Schlitzfenster hat, durch die die Außenwelt sichtbar ist. Bei niedrigen Geschwindigkeiten würden diese unangenehm stroboskopartig an einem vorbeihuschen. Die Geschwindigkeit ist also der entscheidende Faktor und, wenn das Transportmittel die erhofften 1200 km/h erreicht, ergibt sich quasi ein durchgängiges Bild der Außenwelt, die ohne Unterbrechung an einem vorbeiläuft – quasi wie ein großes Fenster.

Ob man Hyperloop-Tunnel wirklich auf diese Illusion ausrichtet, bleibt weiterhin fraglich. Natürlich könnte man die Röhren auch einfach mit Displays ausstatten, aber das wäre nur halb so cool. Da das Hyperloop-Thema bislang auch mehr Prototypen- als Goldstatus hat, wird sich die Frage nach den Fenstern wohl auch erst in ein paar Jahren stellen.

via: techcrunch