Display-Probleme beim Pixel 2 XL: Das sagt Google

Blaustich, Einbrenn-Effekte, blasse Farben - derzeit gibt es massive Kritik am Display des Google Pixel 2 XL. Google hat jetzt reagiert, erklärt uns, dass alles halb so schlimm ist und verspricht Software-Updates und eine längere Garantie.

Erst kommt die Produktvorstellung, dann die ersten begeisterten Reaktionen — und dann so nach und nach die kritischeren Töne, wenn irgendwas nicht so funktionier wie erhofft. So läuft es bei vielen Smartphone-Vorstellungen und je größer die Aufmerksamkeit ist, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass die Tester oder die ersten Käufer den einen oder anderen Fehler bemerken.

Apple kann da mit diversen „Gates“ ein Lied von singen, aber auch Google ist augenscheinlich nicht davor gefeit. In den letzten Tagen häuft sich die Kritik am Display des vor kurzem erst offiziell enthüllten Google Pixel 2 XL. Dabei handelt es sich ärgerlicherweise aber nicht nur um einen einzelnen Kritikpunkt, sondern direkt um verschiedene Probleme.

Zunächst einmal fällt einigen Leuten auf, dass das pOLED-Display leicht blaustichig ist. Dieser Effekt verstärkt sich zudem, wenn man das Smartphone ein wenig neigt, also eher seitlich aufs Panel schaut. Darüber hinaus wird von Einbrenn-Effekten berichtet und zu guter letzt gibt es auch Kritik an den Farben, die nach Meinung vieler für ein OLED-Display deutlich zu blass und fade ausfallen.

Google hat sich nun zu Wort gemeldet und bezieht Stellung zu all den Problemen. In einer Pressemeldung verweist man auf zwei Beiträge: Einmal erklärt Mario Queiroz (VP, Product Management, Google Hardware) den aktuellen Stand der Dinge und beteuert, dass man die Probleme sehr ernst nimmt. Neben der Ankündigung von Software-Updates handelt Google auch, indem man die Garantiezeit auf zwei Jahre erhöht.

Außerdem wird auf den Post von Seang Chau (VP, Engineering, Google) verwiesen, der sich mit den technischen Details des Displays beschäftigt. Zu den drei Kritikpunkten erklärt Google nun zusammenfassend folgendes:

Burn In:
Unsere Tests haben gezeigt, dass die Abnutzungserscheinungen des pOLED-Displays dem von OLED-Displays in vergleichbaren Premium-Smartphones entspricht und die tagtägliche Nutzung nicht beeinflusst. Um das Nutzererlebnis zu verbessern und die Haltbarkeit des Pixel 2 XL Displays zu verlängern, werden wir mithilfe eines Software-Updates das Display verbessern und mit kommenden Updates weiter optimieren.

Display-Farben:
Einige Nutzer trugen Bedenken hinsichtlich der Farben des Pixel 2 XL pOLED-Displays an uns heran. Unser Ziel ist es, eine natürliche und präzise Wiedergabe der Farben auf dem Display zu erreichen. Viele Nutzer sind jedoch an die übersättigten Farben der gängigen OLED-Displays gewöhnt. Um die lebendigen Farben für unsere Nutzer zugänglich zu machen, wird es ein Update geben, das einen farbenfrohen Modus hinzufügt. Diesen können Nutzer in Zukunft auswählen.

Blauverschiebung bei Neigung:
Bauartbedingt weisen pOLED-Displays eine leichte Farbänderung auf, wenn man sie neigt. Dies ist kein Fehler und hat keinen Einfluss auf die Darstellungsqualität bei der normalen Benutzung des Pixel 2 XL.

Daran, dass die Farbdarstellung sich bei Neigung des Geräts Richtung Blau verschiebt, kann Google „bauartbedingt“ nichts ändern, heißt es also. Dafür aber will man uns künftig die Möglichkeit geben, eine farbenfrohere Farbdarstellung auszuwählen. Google lässt dabei natürlich nicht unerwähnt, dass die Darstellung aktuell sehr natürlich ist und der Fehler eher bei unserer Wahrnehmung bzw. unserer Präferenz liegt — wir sind halt bei OLED-Displays die etwas zu gesättigten Farben gewöhnt.

Auch beim Einbrennen will man bei Google nach der Überprüfung nicht wirklich einen eigenen Fehler festgestellt haben. Eine Erkenntnis, die Google übrigens nicht exklusiv hat: Auch bei Heise konnte man nicht feststellen, dass sich bei deren Testgerät irgendwas ins Display einbrennt. Dennoch will Google auch hier ein Update nachreichen bzw. mit mehreren Updates die Haltbarkeit des Displays stets verbessern.

Für mein Empfinden hat Google zunächst mal das getan, was wirklich wichtig war: Sie haben offiziell Stellung bezogen und entsprechende Maßnahmen angekündigt. Eine wirkliche Entschuldigung oder das Anerkennen der Kritik als berechtigt kann man in Googles Zeilen nicht herauslesen. Aber die Tatsache, dass man Software-Updates ankündigt und die Garantie auf zwei Jahre erhöht, belegt ja recht deutlich, dass die Kalifornier gesehen haben, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Jetzt heißt es abwarten — darauf, wie viele Besitzer des Smartphones sich in nächster Zeit mit diesen Problemen melden werden und darauf, ob die Kritikpunkte im Wesentlichen durch Software-Aktualisierungen beseitigt werden können.