Einladung oder Vorladung?
Donald Trump lädt das Silicon Valley zum Gipfeltreffen

Der künftige US-Präsident Donald Trump will sich am kommenden Mittwoch mit einer Reihe von Managern der größten Technologiekonzerne des Silicon Valley treffen. Zu den ein- (oder vor-?)geladenen CEOs gehören u.a. die Chefs von Apple, Cisco, Facebook, Google, Intel, Microsoft, und Oracle. Im großen und ganzen soll es sich um einen illustren, aber überschaubaren Kreis handeln, weniger als ein Dutzend Personen werden dem Treffen beiwohnen.

Wie Recode “aus gut informierten Kreisen” erfahren haben will, sollen neben Larry Page (Google) und Tim Cook (Apple) auch Satya Nadella (Microsoft), Sheryl Sandberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon), Chuck Robbins (Cisco), Ginni Rometty (IBM), Brian Krzanich (Intel) und Safra Catz (Oracle) unter den geladenen CEOs sein.

Initiator des Treffens soll der ehemalige Paypal-Gründer Peter Thiel sein, der als einer der wenigen Silicon Valley Größen bereits früh auf Trump gesetzt hatte. Thiel hatte zuletzt mit der Unterstützung von Hulk Hogan gegen das Klatschmagazin Gawker Aufmerksamkeit erregt.

Wer tatsächlich zu dem Treffen im Trump Tower erscheinen wird, ist allerdings noch völlig unklar. Ein erheblicher Teil der Unternehmen und CEOs hatte sich im vorausgegangenen Wahlkampf mehr oder weniger deutlich gegen Donald Trump und für Hillary Clinton ausgesprochen. Besonders Jeff Bezos hatte seine Position als Eigentümer der Washington Post genutzt, um Donald Trump heftig zu kritisieren. Dennoch wird der Chef des weltweit größten Onlinehandels nach den bisher vorliegenden Angaben an dem Gipfeltreffen teilnehmen.

Unklarheit herrscht über ein Erscheinen von Elon Musk. Das Wall Street Journal berichtet, der von Trumps Wahl eventuell besonders betroffene CEO des Elektroauto-Herstellers Tesla werde an dem Treffen teilnehmen, während Recode von anderen geschäftlichen Verpflichtungen wissen will. Elon Musk betreibt mit SpaceX ein Unternehmen, das noch mehr als viele der anderen oben genannten Firmen auf staatliche Aufträge angewiesen ist. Zudem hält Trump nicht viel von der Klimawandel-Theorie, die ja ein treibender Faktor bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen ist.

Lügenfacebook!

Auf der Tagesordnung für das Treffen dürfte einige weitere Streitpunkte stehen. So hatte Donald Trump im Wahlkampf immer wieder das Thema Sicherheit aufgebracht und dabei mehr oder weniger offen angekündigt, dass er von Verschlüsselung, bedingungsloser Privatsphäre und fehlenden Hintertürchen für NSA & Co. nichts hält. Auch Facebook hat mit Trump bzw. seinen Anhängern noch eine Rechnung offen: angeblich trickste sich der Kandidat auch mit der Manipulation von Algorithmen und vielen Falschmeldungen zum Sieg.

Besonders Apple wurde von Trump heftig attackiert. Der zukünftige US-Präsident will, dass der Konzern seine Produktion in die Vereinigten Staaten verlegt und dort dementsprechend auch Steuern bezahlt. Bei diesem Thema wiederum könnte der eigentlich unerwünschte Amtsinhaber bei den Tech-Riesen auf offene Ohren stoßen, denn eines der Wahlversprechen waren niedrigere Steuersätze für Unternehmen.

Mit Travis Kalanick (Uber), Brian Chesky (Airbnb), Reed Hastings (Netflix), Marc Benioff (Salesforce), Stewart Butterfield (Slack) und Drew Houston (Dropbox) zählt Recode noch weitere CEOs auf, die entweder nicht eingeladen wurden oder der Einladung von Trump aus unterschiedlichen definitiv nicht folgen werden. Auch Jack Dorsey, der CEO von Trumps Lieblingskanal Twitter scheint nicht unter den Gästen zu sein.