Elon Musk: Kontroverse Parteispenden an republikanische Klimawandelleugner

Elon Musk, der CEO des kalifornischen Autobauers Tesla, hat die republikanische Partei des US-Präsidenten Donald Trump in den zurückliegenden Monaten mit überraschend hohen Parteispenden bedacht. Er spendete ihnen sieben Mal mehr als den Demokraten, Gelder flossen u.a. an sogenannte "Klimawanderlleugner".

Verschiedene US-amerikanische Medien haben sich die Mühe gemacht, die Parteispenden von Elon Musk unter die Lupe zu nehmen. Vor dem Hintergrund seiner öffentlich geäußerten Positionen und der Kritik an Donald Trump offenbaren die nackten Zahlen ein überraschendes Missverhältnis: Der CEO von Tesla spendete den Republikanern seit Anfang 2017 sieben Mal mehr Geld als den Demokraten.

Die Daten der Federal Election Commission zeigen: Insgesamt spendete Elon Musk $88.900 an die Republikaner, aber nur $13.300 an die Demokraten. Unter den Spenden befinden sich auffällig hohe Beträge für einzelne Institutionen. So sollen z.B. mehr als $50.000 an ein Fundraising-Komitee geflossen sein, das vom Mehrheitsführer Kevin McCarthy geleitet wurde. Der bezeichnenderweise in Teslas Heimatstaat Kalifornien beheimatete Republikaner ist einer der bekanntesten politischen Leugner des menschgemachten Klimawandels.

Solche Spenden wirken um so befremdlicher, weil Elon Musk ansonsten publicity-trächtig vorgibt, dass ihn die Sorge um das Weltklima antreibe.

Die seltsamen Parteispenden werden bereits seit dem vergangenen Wochenende heftig diskutiert. Kurz vor einer Auseinandersetzung mit einem britischen Rettungstaucher war auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Meldung umgegangen, dass Elon Musk das politischen Aktionskomitee “Protect the House” und verschiedene republikanische Politiker mit fast $40.000 unterstützte. Die Organisation hat die erklärte Aufgabe, die republikanische Kontrolle im “House” aufrechtzuerhalten und ist damit ein wichtiger Bestandteil von Donald Trumps Machtgefüge.

Elon Musk verteidigte seine Parteispenden an die Republikaner anfangs mit der Begründung, dass er sich damit lediglich das Gehör der entsprechenden Politiker und Institutionen erkaufe.

Diese Rechtfertigung wurde z.T. schmunzelnd aufgenommen. Die Vorstellung, dass wichtige Politiker der US-amerikanischen Regierung den CEO eines “wichtigen” Autoherstellers ignorieren, wenn er ihnen nichts spendet, scheint abstrus. Zugleich mehrten sich die Fragen, inwieweit Elon Musk sein angeblich garantiertes Gehör denn nutze. Der Multimilliardär hatte in den zurückliegenden Monaten mehrmals betont, dass er sich der “Menschheit” verpflichtet sehe – zu kontroversen Vorgängen wie z.B. der Kasernierung von Kleinkindern hatte er sich aber nicht öffentlich geäußert.

Stattdessen nutze Elon Musk seinen bevorzugten Kommunikationskanal Twitter, um sich bei einem anderen Thema direkt an den US-Präsidenten zu wenden. Der Tesla-CEO forderte Unterstützung bei den in seinen Augen ungerechtfertigt hohen Einfuhrzöllen in China bzw. Den zu niedrigen Einfuhrzöllen in den USA.

Im Laufe der Twitter-Debatte erhielt Elon Musk Zuspruch von der Organisation “Sierra Club”, der ältesten und größten Naturschutzorganisation der Vereinigten Staaten.

Deren Executive Director Michael Brune hatte Tweets veröffentlicht, in dem er seine und die Unterstützung der Organisation für Elon Musk bekundete.

Der Haken: Wie sich nun herausstellt, tat er dies auf Elon Musks Veranlassung. Interne E-Mails der Organisation offenbaren, dass der Top-Spender ausdrücklich um diesen Beistand gebeten hatte. Für diese Unterstützung muss sich Michael Brune nun innerhalb der Organisation rechtfertigen. Im Fokus stehen dabei nicht nur Elon Musks kontroverse Parteispenden, sondern auch sein Verhalten gegenüber Gewerkschaften.

Nimmt man unterdessen Elon Musks Spenden an den Sierra Club unter die Lupe, stößt man unweigerlich auf ein kontroverses Verhalten des kalifornischen Chapters der Organisation. Die Regierung des Bundesstaates möchte mit verschiedenen Gesetzen den Individualverkehr reduzieren und so den CO2-Ausstoß eindämmen. Der Sierra Club gilt als erklärter Gegner dieses Vorhabes. Elon Musk hatte sich mehrfach kritisch über den öffentlichen Nahverkehr geäußert und u.a. einen renommierten Experten auf diesem Gebiet als „Idioten“ bezeichnet.

Dafür gab es übrigens nie eine „Entschuldigung“.

Artikelbild: JD Lasica from Pleasanton, CA, US – Elon Musk, CC BY 2.0, Link