Dating, Löschen und Virtual Reality mit Facebook

Facebook will es Nutzern schon bald erlauben, die Datensammelwut der Plattform ein wenig einzuschränken. Zudem plant Mark Zuckerbergs Unternehmen den Einstieg in den Markt der Partnervermittlung und bietet eine neue Virtual-Reality-Brille an.

Facebook will seine Nutzer schon in Kürze in die Lage versetzen, einen ganz bestimmten Mechanismus zur Datenerfassung zu deaktivieren: Der Browserverlauf der Nutzer soll nicht mehr dazu benutzt werden, zielgerichtete Anzeigen zu verkaufen.

Facebook sammelt über verschiedene Plugins die Browserdaten von Nutzern, die auf Websites oder in Apps an Facebook gesendet werden. Zu diesen Plugins gehören z.B. die von Facebook bereitgestellten Share- und Like-Buttons, die auf Internetseiten eingeblendet werden.

Wer z.B. die Internetseite eines Onlineshops besucht, auf dem sich ein solcher Button befindet, kann später innerhalb von Facebook mit Werbeanzeigen für die dort angesehenen, aber nicht erworbenen Produkte angesprochen werden. Dies soll nun erstmals anders werden – falls man es wünscht.

Die Funktion nennt sich „Clear History“, mit ihr können Nutzer ihre Browserdaten von den Facebook-Servern löschen und einstellen, dass die Daten demnächst nicht mehr erfasst werden. Allerdings bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage, dass die Browserdaten weiterhin in einer anonymisierten Weise gespeichert werden, die Facebook zu Analysezwecken verwendet. Sie sind jedoch nicht an euer Profil gebunden und werden eben nicht mehr für das Targeting der Werbeanzeigen verwendet. Wer kein Facebook-Konto hat, kann die Datenerfassung nicht deaktivieren.

Today at our F8 conference I'm going to discuss a new privacy control we're building called "Clear History". In your…

Gepostet von Mark Zuckerberg am Dienstag, 1. Mai 2018

 

Die von Mark Zuckerberg auf der Facebook-Entwicklerkonferenz F8 vorgestellte „Clear History“ -Funktion ist eine Reaktion auf den Datenskandal rund um die Datenanalysten von Cambridge Analytica. Das Unternehmen will offenbar Nutzer und Behörden davon überzeugen, dass man verschiedene Datenschutzbestimmungen überarbeitet und nicht mehr jeden Datenschnippsel verwertet. Ein Hintergrund der Bemühungen ist die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die bei Nutzern zu mehr Rechten und bei Anbietern zu mehr Pflichten führen soll.

Live at F8!

Live at F8!

Gepostet von Mark Zuckerberg am Dienstag, 1. Mai 2018

 

Überraschend kündigte Facebook zudem an, dass man in Kürze in den lukrativen Markt der Partnersuche einsteigen wolle und damit Dating-Apps wie Tinder oder Badoo Konkurrenz macht. Wer sein eigenes Profil entsprechend vorbereitet, wird dann ebenfalls partnersuchenden Nutzern außerhalb des eigenen Freundeskreises empfohlen. “Treffen” kann man sich dann u.U. auch virtuell, denn mit der „Oculus Go“ will Facebook nun auch eine neue Virtual Reality Brille anbieten.