Forscher entwickeln aus Versehen Akku mit 400 Jahre Lebensdauer

Wissenschaftler der University of California feiern Premiere im Bereich der langlebigen Akkus, denn das Team rund um die Doktorandin Mya Le Thai hat aus Versehen einen Super-Akku entwickelt, der rund 400 Jahre durchhalten könnte. Eigentlich wollten sie etwas ganz anderes erforschen.
von Vera Bauer am 1. Oktober 2016

Es wird immer nach neuen Methoden gesucht, Akkus so langlebig wie möglich zu gestalten. Jedes Gerät muss früher oder später wieder mit Strom gefüttert werden, besonders Smartphones halten bei intensiver Nutzung nicht lange durch. Einmal Pokémon Go angemacht und schon muss das Ding wieder an die Steckdose. Doch womöglich haben Wissenschaftler der University of California nun den langersehnten Durchbruch geschafft und einen Akku entwickelt, der rund 400 Jahre lang halten dürfte – und das Ausversehen!

Eigentlich wollte das Team rund um die Doktorandin Mya Le Thai lediglich bessere Nanodrähte für den Einsatz in herkömmlichen Akkus erschaffen. Diese sind sehr gute elektrische Leiter und haben außerdem eine große Oberfläche, auf denen viele Elektronen gespeichert werden können. Allerdings sind sie auch extrem fragil und ihre Lebenszeit ist schon nach wenigen Ladezyklen beendet.

Ihr weiteres Vorgehen bestand darin, zu untersuchen, wie sich Nanodrähte verhalten, wenn sie aus Gold bestehen und in einem Elektrolyt-Gel liegen. Es war also nicht mal beabsichtigt, einen so langlebigen Akku herzustellen, sondern nur Zufall. Mya Le Thai entdeckte dann bei einem Test, dass ihre neu entwickelte Stromquelle eine ganz besondere Eigenschaft hatte: Er überstand innerhalb von drei Monaten rund 200.000 Ladezyklen, ohne an Leistung zu verlieren.

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Normalerweise verlieren Akkus nach 5.000, 6.000 oder höchstens 7.000 Ladezyklen dramatisch an Leistung, aber solch ein Super-Akku mit so viel Leistung könnte ein Handy oder Laptop bei normalem Gebrauch rund 400 Jahre lang betreiben.

Was bei dem zufällig erfolgreichen Experiment genau passiert ist, dass da solch ein leistungsstarker Akku rausgekommen ist, wissen die Wissenschaftler übrigens selbst nicht. Sie denken aber über eine marktreife Variante nach, allerdings ist Gold sehr teuer. Das Team möchte nun noch einige weitere Materialien testen und schauen, ob sie beim gleichen Ergebnis landen. Es wäre auf jeden Fall schön, solch einen Super-Akku im Handy, Laptop, Auto oder auch Haus zu haben! Stellt euch nur mal die Möglichkeiten vor…

Quelle: uci.edu via businessinsider