Wissenschaft
Forscher entwickeln kleidungskrabbelnde Roboter

Forscher vom MIT und der Stanford University haben kleine, mit magnetischen Greifrädern ausgestattete, Roboter entwickelt. Sie tragen den Namen Rovable und sollen sich an der Kleidung des Menschen fortbewegen. Dort könnten sie beispielsweise ein Display auf dem Pulloverärmel simulieren.
von Vera Bauer am 22. Oktober 2016

Auf einer Konferenz in Tokio am Montag stellten Forscher vom MIT und der Stanford University kleine Miniatur-Roboter vor. Sie sind dafür bestimmt, an einem Menschen hochzukrabbeln und wurden auf den Namen Rovables getauft. Die Roboter können sich an ganz normaler Kleidung hoch und runter bewegen, dafür wird also kein spezielles Gewebe benötigt. Tja, und natürlich schießt einem da sofort ein Gedanke durch den Kopf: Wozu sollen die denn gut sein?

Die keinen Rovables können sich mit Hilfe von magnetischen Greifrädern an Ort und Stelle festhalten ohne herunterzufallen. Die Kleidung ist somit von beiden Seiten von Magneten eingeschlossen. Die Mini-Roboter haben verschiedene Sensoren und einen Hauch von Künstlicher Intelligenz, denn sie agieren teilweise autonom. Beispielsweise kann ein Rovable zurück in die Hosentasche seines Besitzers kriechen, wenn er nicht mehr gebraucht wird.

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Das ist ein gutes Stichtwort, denn wozu kann man die Roboter überhaupt verwenden? Die Forscher beschreiben eine Reihe von Anwendungsfällen, so kann zum Beispiel eine ganze Flotte dieser Rovables auf den Arm des Nutzers krabbeln und sich zu einem größeren Bildschirm zusammensetzen. Darauf können dann Videos geschaut oder E-Mails beantwortet werden.

Ein Mini-Roboter könnte dann auch auf die Schulter klettern und seinen Besitzer immer antippen, wenn es eine neue Benachrichtigung auf dem Handy gibt. Die Rovables sind auch als Warnleuchte ganz gut geeignet. Nachts beim Fahrradfahren könnte sich eine Gruppe auf dem Rücken sammeln und ein Sicherheitslicht spielen.

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Damit die kleinen Rover gut funktionieren, müssen sie im 3D-Raum navigieren können. Die Forscher haben zwar ein Modell, wie es funktionieren könnte, aber einen Microcontroller mit genügend Rechenleistung für die komplexen Algorithmen zu bauen, haben sie noch nicht geschafft. Die Roboter haben Onboard-Batterien, die im Moment für 45 Minuten Laufzeit ausreichen. Allerdings sind die Geräte so entwickelt worden, dass man sie drahtlos wieder aufladen kann.

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Die Rovables sind im Moment zwar nur ein laborbasiertes Projekt, jedoch hört man auch die leise Zukunftsmusik, die darin mitschwingt. Sie signalisieren quasi eine Zeit, in der Roboter so allgegenwärtig werden, dass sie überall langkrabbeln können.

via: recode