Drohnen
FreeMotionHandling: Autonom fliegende Greiferkugel als persönlicher Assistent

Das Robotik-Unternehmen Festo hat mit FreeMotionHandling ein fliegendes Assistenzsystem entwickelt. Die Indoor-Drohne manövriert autonom in verschiedene Richtungen, nimmt Gegenstände auf und kann sie an bestimmten Stellen oder Personen wieder abgeben.
von Vera Bauer am 17. April 2016

Festo ist bekannt für seine ungewöhnlichen Roboter, die häufig Tiere imitieren. Die Bionik-Spezialisten haben nun eine ganz neue Idee für eine fliegendes Stück Technik entwickelt und erinnert dabei an eine Zelle, die eine andere auffrisst. Auf der Hannover Messe hat das Unternehmen eine autonome fliegende Greiferkugel namens FreeMotionHandling vorgestellt. Sie kann selbstständig Gegenstände aufnehmen, in ihr Inneres saugen und an Personen ausliefern.

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Die Indoor-Drohne soll ein fliegender persönlicher Assistent sein, der bestimmte Gegenstände an hohe oder schwer erreichbare Stellen bringen kann. Dank GPS und zwei On-Board-Kameras kann sie Positionen exakt bestimmen sowie Objekte präzise erkennen.  Dem Kollegen, fünf Stockwerke höher, mal eben wichtige Unterlagen zukommen lassen, ist mit der FreeMotionHandling also ein Kinderspiel. Treppenlaufen muss hier keiner mehr.

Die Greiferkugel besteht aus einem leichten Karbonring mit acht adaptiven Propellern, die das Außengerüst bilden und mit denen sich die Drohne autonom in alle Richtungen fortbewegen kann. In der Mitte befindet sich eine drehbare Helimkugel mit integriertem Greifelement, der an eine Art Rüssel erinnert. Nähert sie sich einem zu greifenden Objekt übernimmt die Drohne die Landeplanung selbst. Das bedeutet, dass sie nicht nur Objekte von unten aufnehmen kann, sondern sich auch dreht, wenn ein Gegenstand schräg von ihr hingehalten wird.

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Das Greifelement wird bei Bedarf aus der Kugel herausgefahren und saugt ein Objekt in das Innere der Kugel. Liefert sie den Gegenstand dann aus, „spuckt“ sie ihn durch den Rüssel wieder aus und legt ihn in die Hand des Empfängers. Laut Festo sollen Mensch und Kugel problemlos miteinander interagieren können, auch eine Kollision sollte mit dem Heliumballon glimpflich ablaufen.

Mit FreeMotionHandling möchte Festo die Interaktion in Innenräumen zwischen Mensch und Maschine einfacher und sicherer machen. Die Idee finde ich sehr gut, obwohl ich mich gerade frage, wie die Kugel erkennt, dass ich ihr einen Gegenstand geben möchte. Muss ich ihn dazu einfach in die Luft halten oder eine bestimmte Geste machen, die sie dann mit den Kameras erkennt?

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Quelle: festo und newsjs