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Fuchsia: Erste Bilder des mysteriösen dritten Google OS aufgetaucht

Von dem Betriebssystem, dass Google neben Android und Chrome entwickelt, hat man lange nichts gehört. Nun tauchen Screenshots und ein erstes Hands-On-Video auf, die das Fuchsia OS in seinem Entwicklungsstand zeigt.
von Vera Bauer am 29. Januar 2018

Google hat neben Android und Chrome noch ein drittes Eisen im Feuer. Von dem noch immer mysteriösen Fuchsia OS, an dem das Unternehmen seit mehr als anderthalb Jahren arbeitet, hat man noch nicht viel gesehen. Vergangene Woche sind überraschenderweise etliche Screenshots aufgetaucht, welche die Designbasis des OS verraten. Bei Fuchsia wird der Schwerpunkt nicht mehr auf Apps liegen, sondern viel mehr auf den eigentlichen Inhalten.

Das System ist von Grund auf neu entwickelt und basiert vollständig auf Open Source. Trotzdem ist es nicht einfach, es zum Laufen zu bringen. Die Screenshots und sogar ein Video stammen von „Ars Technica„, die es mit Hilfe einer APK geschafft haben, Fuchsia auf einem Pixelbook zu installieren. Man bekommt so einen recht guten Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand der Google Macher.

Auf den Screenshots erkennt man auf den ersten Blick, dass Fuchsia ein komplett anderes Designkonzept fährt, als Android oder Chrome. Das Interface erinnert an unterschiedliche Infokarten – der Arbeitstitel dafür lautet „Story“. In jede dieser Storys können beliebige Apps, die hier Module heißen, hineingezogen und angeordnet werden. Auch wenn vieles davon noch als Platzhalter fungiert, sieht das Design schon jetzt recht ansprechend aus.

Man kann jedoch schon sehr gut erkennen, wo die Reise hingeht. Wie schon gesagt, soll Fuchsia weg von den Apps und hin zu den Infokarten. Natürlich werden auch weiterhin Apps als Programme verwendet, nur wird es nicht mehr die eine aktuell verwendete App geben.

Als Nutzer könnte man beispielsweise eine Infokarte mit allen bekannten sozialen Netzwerken anlegen. Facebook, Twitter, Instagram und Co. sind dort vertreten und steuern der Infokarte ihre Inhalte bei. Das bedeutet, man muss nicht mehr zwischen den verschiedenen Apps wechseln, um seine Infos zu bekommen, sondern nur zwischen unterschiedlichen Infokarten, in denen jeder Content zusammen läuft.

Fuchsia sorgt auch dafür, dass Nutzer ein und dieselbe App mehrmals an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Infokarten ablegen können. Da das Betriebssystem auch für mobile Geräte kommen soll, stelle ich mir ein solches Interaktionskonzept durchaus praktisch vor. Denn es muss nicht mehr jede App im Vollbildmodus auf dem Bildschirm laufen, sondern ist nur noch Teil eines Moduls.

Darüber hinaus zeigt die Redaktion von „Ars Technica“ die aktuelle Handhabung von Fuchsia. Der Touchscreen, das Trackpad und das Keyboard haben beim Test bereits funktioniert, ebenfalls die USB-Ports. Hat man eine Maus angeschlossen, bekam man sogar einen Maus-Zeiger angezeigt. Das einzige, das nicht funktionierte, war das WiFi, jedoch konnte da ein Ethernet-Adapter für Abhilfe sorgen. Ein blaues Fuchsia-Logo in der linken Ecke zeigt, dass die Entwickler einen Switch zwischen Laptop und Smartphone-Modus geplant haben.

Fuchsia könnte als Ergänzung zu Android und/oder Chrome fungieren. Möglicherweise ist das Betriebssystem aber auch als Nachfolger geplant.

Quelle: arstechnica via: googlewatchblog