Drohnen
Für eine längere Flugzeit: SUWAVE-Drohne legt Ladestopps auf Seen ein

Ein Team von der Sherbrooke University in Kanada hat eine Drohne entwickelt, die lange Strecken zurücklegen kann. Um ihren Akku dabei immer wieder aufzuladen, landet die Flugmaschine in den vielen Seen des Landes. So bewegt sie sich von Gewässer zu Gewässer.

Wer gerne Drohnenpilot spielt, dem ist ein Problem wahrscheinlich gut bekannt: Die kurze Flugzeit. Das trifft auf fast jedes dieser flugfähigen Geräte zu. Die SUWAVE-Drohne von der Sherbrooke University ist aber nicht wie die meisten ihrer Art. Das ist besonders ein Vorteil für Leute, die in der Nähe eines Sees wohnen. Warum? Nun weil die Drohne dort kurze Pausen zum Aufladen einlegt und so auch lange Strecken zurücklegen kann.

Die SUWAVE-Drohne wurde entworfen, um kurze Distanzen zu fliegen, sich jedoch jederzeit ins Wasser zu stürzen und sich dort mit Strom zu versorgen. Das gelingt durch Sonnenkollektoren, die fest an die Flügel der fast Papierflugzeug-artigen Form des Geräts verbaut sind. Das Ergebnis ist eine Drohne, die zumindest in der Theorie eine Flugzeit von mehreren Stunden haben könnte.

Das Fluggerät kommt aus Kanada, wo die Landschaft immer wieder mit Seen durchzogen ist. Laut dem leitenden Professor des Projekts sind sie bequeme Landungsplätze, die meist frei von Hindernissen sind. Ein weiterer Vorteil ist die ständig gleiche Lage des Gewässers, wodurch keine komplexen Landungssensoren verbaut werden mussten. Das SUWAVE-Team sieht vor, dass die Drohne kontinuierliche kurze Flüge quer durch Kanada machen kann, indem sie von See zu See hüpft.

Für das Landungs- und Startmanöver der Drohne auf dem Wasser haben sich die Entwickler von Enten und Seevögeln inspirieren lassen. Dabei kann es schon mal sein, dass SUWAVE richtig unter Wasser taucht, aber das ist nicht weiter schlimm. Durch ihr wasserdichtes und leichtes Design schwimmt sie immer wieder an der Oberfläche. Ein Gewicht am Propeller sorgt dafür, dass sie ganz leicht wieder abheben oder sich wenn nötig auch auf dem Wasser umdrehen kann, wenn sie auf dem Rücken liegt.

Das Team hat schon Ideen, wann die Drohne zum Einsatz kommen könnte. So sollen ganze SUWAVE-Schwärme in der Natur herumfliegen und beispielsweise einen Waldbrand kontinuierlich überwachen. Die Geräte könnten auch bei der Umweltforschung behilflich sein und Wasserproben von unterschiedlichen Seen einsammeln. Im Sommer soll die Drohne das erste Mal auf mehrtägige Missionen geschickt werden.

via: digitaltrends