Wissenschaft
Für mehr Empathie: SymPulse lässt Parkinson-Symptome fühlen

Das Unternehmen Klick Labs hat das Gerät „SymPulse“ vorgestellt, das Ärzte die Symptome eines Patienten mit Parkinson-Erkrankung am eigenen Leib spüren lässt und so für mehr Empathie sorgt. Das Gerät arbeitet mit Elektromyografie sowie Bluetooth und besteht aus zwei Komponenten.

Die Geschichte beginnt bei einem Apotheker, der seinen Mitarbeitern ein emphatischeres Gefühl vermitteln wollte, wie es ist, mit Parkinson zu leben. Klick Labs, die sich selbst als digitales Innovationslabor für Gesundheit bezeichnen, hat diesen Wunsch erhört. Das in Toronto ansässige Unternehmen hat das Gerät „SymPulse“ entwickelt, das Menschen die Symptome eines Parkinson-Patienten nachempfinden lässt. Was als kleine Idee für eine Apotheke seinen Ursprung fand, könnte jetzt in vielen Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Kann man sich in jemanden hineinfühlen, erzeugt das Verständnis für die Situation seines Gegenübers. Klick Labs möchte das mit ihrem Gerät erreichen, um jeden Patienten als Menschen und nicht nur als Krankheitsbild zu definieren. „SymPulse“ kann sich deshalb auch auf jeden Erkrankten individuell anpassen.

Das Gerät besteht aus zwei Teilen: Eines für den Parkinson-Patienten und eins für seinen Gegenüber, sei es nun Familienmitglied oder Arzt. Der Erkrankte bekommt ein Armband um den Unterarm gelegt. Genau an die gleiche Stelle wird der anderen Person eine Art Blutdruckmanschette umgeschnallt, die sowohl mit einem Batteriepack als auch Motor ausgestattet ist.

“We know that empathy has clinical benefits for the patient and for the doctors, so increased empathy is a good thing. Not just on the feel-good level, but also clinically. Patients do better when doctors have increased empathy.” Yan Fossat, Klicks Labs

Per Elektromyografie werden die Muskelkontraktionen des Patienten gemessen und so das mit der Krankheit zusammenhängende Muskelzittern wahrgenommen, was bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Über Bluetooth werden die Daten dann an die Manschette an der anderen Person übertragen und in elektrische Impulse übersetzt. Dadurch wird bei der zweiten Person dasselbe Muskelzittern ausgelöst, das auch der Patient aufweist.

Ich kann mir vorstellen, dass das Gerät einer nicht betroffenen Person ein gutes Bild von der Krankheit geben kann. Man hat sich hier quasi auf das sprichwörtliche „Laufen in den Schuhen von jemand anderem“ bezogen, um seine Situation besser nachempfinden zu können. Nichtsdestotrotz wäre es natürlich besser, die Parkinson-Symptome ganz zu bekämpfen, so wie Microsoft mit ihrem neuen Emma-Armband.

via: mhealthspot