Marke Eigenbau
Fürs Retro-Feeling: Bastler baut Raspberry-Pi-Watch mit Windows 98

Ein Technikbastler, der im Internet nur unter dem Pseudonym "314reactor" bekannt ist, hat eine Retro-Smartwatch entwickelt, die mit Windows 98 läuft. Mit einen Raspberry-Pi, einem Emulator und ein paar anderen technischen Komponenten ist dabei ein seltenes Bastlerstück herausgekommen.

Schön sieht anders aus. Trotzdem ist die Retro-Smartwatch mit dem Betriebssystem Windows 98 ziemlich einzigartig. Ein Technikbastler, der auf seinem Blog und in Foren nur unter dem Pseudonym 314reactor bekannt ist, hat das ulkige Gerät fürs Handgelenk entwickelt und auf seiner Webseite vorgestellt. Windows 98 kam vor fast zwanzig auf den Markt und damals war an Smartwatches noch gar nicht zu denken. Der unbekannte Bastler dachte sich bei seinem Bau wahrscheinlich: Warum nicht die zeitgenössischen digitalen Medien mit etwas Altem kombinieren?

Herausgekommen ist dabei die 70,4 Millimeter lange, 57,2 Millimeter breite und 12 Millimeter hohe Watch, die allein von den Abmessungen her, eher den Titel eines kleinen Mini-Computers verdient hätte. Die Basis bildet ein Raspberry Pi A+, auf dem eine Emulation von Windows 98 läuft. Ein 1.000 mAh starker Akku sowie ein niedlicher 2,4 Zoll Touchscreen sind ebenfalls mit an Bord. Leider lässt sich der Bildschirm nicht wirklich gut per Touch steuern. Das sieht man auch im Video, in dem der Hobbybastler versucht, das Gerät mit einem Stift zu bedienen.

Emuliert wird Windows 98 von der freien Virtualisierungssoftware QEMU, dabei ist es aber ziemlich langsam. Wie es für alte träge Computer so üblich war, kommt auch die Retro-Smartwatch schwer in Fahrt. Es dauert rund zehn Minuten, bis der Desktop endlich zu sehen ist und die Icons auch alle geladen haben. Richtiges Retro-Feeling halt.

Im Video versucht der Technikbastler eine Runde Minesweeper zu zocken, was auf dem kleinen ungenauen Touchscreen überhaupt nicht klappen mag. Danach kommt auch der berühmte Bildschirmschoner mit hunderten umherfliegenden damaligen Windows-Logos zum Einsatz. Normalerweise läuft das Ganze ja flüssig, auf der Retro-Smartwatch eher nicht so. Mit 0.5 fps kriechen die pixeligen Flaggen über den Bildschirm – von wegen „flying windows screensaver“.

Wer sich das Video anschaut, nicht wundern, es ist etwas länger. 314reactor zeigt dort nicht nur seine Retro-Watch (ich sollte das Wort „smart“ nicht mehr voran stellen, denn so smart ist das Gerät gar nicht), sondern auch andere Sachen, an denen er gerade arbeitet. Das Device sehen wir so ab Minute drei einmal kurz und ungefähr ab 4:40 geht dann die richtige Action los.

Wer das Ding vielleicht nachbauen möchte, der kann sich auf dem Blog des Bastlers die Anleitung holen. Auf Reddit hat er das Gerät auch vorgestellt und dort verkündet er, dass er gerade versucht, eine der zahlreichen Doom-Varianten auf dem Mini-Computer zum Laufen zu bringen. Ich wünsche ihm da viel Glück, denn das ist ein ziemlich cooles Projekt!

Quelle: 314reactor