Wissenschaft
Gedruckter Sound: Wissenschaftler entwickeln T-Book mit gedruckten Lautsprechern

Wissenschaftler des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz haben das sogenannte T-Book entwickelt. Es ist ein großformatiges Bilderalbum mit integrierten Lautsprechern, die in die Seiten hineingedruckt wurden. Mit dieser Technologie hat man zu jedem Foto ein eigenes Klangumfeld, in dem Stimmen, Geräusche und Musik zu hören sind.
von Vera Bauer am 10. September 2016

Heutzutage werden super viele Bilder gemacht und auch Videos gedreht, um Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Apps wie Instagram oder Snapchat sind eine einfache Modeerscheinung dieses Trends. Bleiben wir mal bei dem Beispiel Fotos, denn auf ihnen sieht man immer nur Ausschnitte eines Erlebnisses, weiß aber nicht genau, was zu diesem Zeitpunkt im näheren Umfeld passiert ist. Deswegen wurde das sogenannte T-Book entwickelt – ein Buch welches zu jedem Bild eigene Lautsprecher integriert hat und Ton abspielen kann. Das Besondere: Die Lautsprecher sind gedruckt.

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Das Buch wurde tatsächlich schon letztes Jahr auf dem 58. World Press Photo Wettbewerb in Amsterdam vorgestellt. Das präsentierte T-Book – das „T“ steht übrigens für Ton – war ein großformatiges Bilderalbum, das die Siegerfotos des Wettbewerbs zeigt. Entwickelt wurde das Buch aber von Wissenschaftlern des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz.

Öffnet man das T-Book und blättert eine Seite um, dann beginnt diese Seite durch einen unsichtbaren Lautsprecher zu tönen, der sich im inneren des Papiers befindet. Für jedes Siegerfoto gibt es ein eigenes Klangumfeld, in dem Stimmen, Geräusche und Musik zu hören sind, somit wird die eingefangene Stimmung des Fotografen um eine Dimension erweitert.

An der gedruckten Technologie arbeitet das Chemnitzer Institut tatsächlich schon seit 15 Jahren und vor vier Jahren konnten sie ihren ersten Erfolg vermerken. Es funktioniert so: Ein gedruckter Sensor registriert, welche Seite des Buches gerade offen ist, sodass man zu genau diesem Bild den passenden Klang hören kann. Die elektronischen Bauteile werden mit einem klassischen Druckverfahren auf das Papier gedruckt.

lautsprecherbuch

Dabei wird eine dünne Schicht aus einem piezoelektrischen Polymer aufgetragen, die unter Spannung zu schwingen beginnt und so verschiedene Töne wiedergeben kann. Die elektrischen Signale dafür müssen durch  zusätzlich gedruckte leitfähige Schichten übertragen werden. Die Lautsprecher befinden sich zwischen zwei zusammenlaminierten Papierseiten, damit vorne und hinten noch das Bild aufgedruckt werden kann.

Das vorgestellte T-Book hat rund 100 Seiten und die benötigten Musikdateien werden über eine SD-Karte im Buchdeckel eingespeist. Batterien und alle weiteren Elektronikbauteile sind dort ebenfalls untergebracht. Auch wenn wahrscheinlich noch kaum jemand aktiv ein physisches Fotoalbum zusammenstellt – außer für die Oma – ist die Technologie in dem T-Book doch beeindruckend. Klar, wir schauen uns lieber Videos auf dem Handy oder Tablet an, aber immerhin weiß man jetzt, wie man Lautsprecher drucken kann. Und für Bilderalben in der Art des World Press Photo Albums, ist das eine sehr gut Herangehensweise.

Quelle: scienceticker