Robotic
Gita: Intelligenter Rollroboter für schwere Wochenend-Einkäufe

Die Tochterfirma des Vespa-Herstellers hat einen intelligenten Rollroboter mit dem Namen Gita vorgestellt. Das stylische Gefährt folgt dem Besitzer auf dem Fuße und kann für ihn beispielsweise Einkäufe nach Hause tragen. Gita ist flink unterwegs und ihr Navigationssytem ist auch etwas besonderes.
von Vera Bauer am 5. Februar 2017

Wer, genau wie ich, kein Auto besitzt und die Einkäufe entweder immer per Hand oder auf dem Fahrrad nach Hause schleppen muss, der kommt sich von Zeit zu Zeit bestimmt wie eine Art Packesel vor. Dabei ist das in Zukunft gar nicht mehr nötig. Wer dann zu viel einkauft, der kann einfach Gita zu Hilfe nehmen. Der schicke und flinke Roboter wurde von der Tochterfirma des berühmten Vespa-Herstellers Piaggio Fast Forward entwickelt. Er soll den Menschen mit seinem bauchigen Inneren Traglast abnehmen und ihm beispielsweise die Einkäufe nach Hause bringen.

Gitas rundes Aussehen misst etwa 66 Zentimeter. Mit den zwei ebenso großen Rädern auf jeder Seite hält sie sich im Gleichgewicht und bewegt sich vorwärts. Wer Einkäufe verstauen möchte, öffnet einfach die obere Klappe, ähnlich der Ladeluke einer Toplader-Waschmaschine. Insgesamt kann Gita um die 18 Kilogramm im Inneren herumfahren – schwerere Lasten, wie Getränke, sind also erstmal kein Problem.

Der Roboter ist auch ziemlich flink, im Vergleich zu ähnlichen Kandidaten. Gita kann bis zu einer Geschwindigkeit von 35 km/h beschleunigen und dürfte so sogar mit einem Radfahrer Schritt halten. Ihre Navigation ist auch nochmal sehr besonders, denn sie findet sich per simultaner Lokalisierung und Kartenerstellung zurecht.

Gita hat nämlich mehrere Kameras, darunter eine Stereokamera verbaut, mit denen sie ihre Umgebung in 360 Grad Ansichten wahrnimmt. Aus diesen Daten erstellt Gita eine Umgebungskarte und findet dort selbst ihren Standpunkt. Soll sie nun Einkäufe nach Hause tragen oder ihrem Besitzer folgen, macht sie das durch die Verbindung zu einem Gürtel, den der Nutzer trägt. Dieser hat ebenfalls eine Stereokamera und dessen Bilder werden an Gita übertragen. Die wiederum gleicht die empfangenen Bilder mit denen ihrer Umgebung ab und kann sich so orientieren.

Den Weg findet Gita also ganz alleine, Sichtkontakt ist dafür nicht nötig. Hat der Nutzer dem Roboter die Strecke einmal gezeigt, kann er sie auch autonom befahren. Eine Hinderniserkennung ist noch nicht integriert und die jetzige Lösung dürfte noch einige Schwachstellen aufweisen. Beispielsweise sind die Sichtverhältnisse nachts oder bei schlechtem Wetter sehr begrenzt.

Wann und zu welchem Preis Gita auf den Markt kommen soll, hat Piaggio Fast Forward noch nicht mitgeteilt und wer nicht auf der ebenen Erde oder in einem Haus mit Fahrstuhl wohnt, der sollte sich den Kauf von Gita sparen. Treppen steigen kann sie nämlich nicht und zum Tragen ist sie doch etwas schwer.

Quelle: piaggiofastforward via: golem