Google macht Hangouts zum Collaboration Tool für Unternehmen

Google hat den Videochat Hangouts in die Tools Hangouts Meet und Hangouts Chat aufgeteilt. Beide Tools richten sich an Unternehmen und sind über in der G Suite enthalten. Hangouts Chat soll dabei Videokonferenzen einfach machen, Hangouts Chat dagegen ist ein direkter Angriff auf die Collaboration Tools Slack und Microsoft Teams.
von Jake Pietras am 10. März 2017

Google hat gemerkt, dass es sein Produktportfolio etwas schärfen muss und hat jetzt eins seines wichtigsten Kommunikationstools neu ausgerichtet: Hangouts. Der Videochat wird in zwei Tools unterteilt, die Hangouts Meet und Hangouts Chat heißen und richtet sich primär an Geschäftskunden. Sieht man sich die Features an, erkennt man relativ schnell, dass Google hier zum Angriff auf die Collaboration-Tools Slack sowie Microsoft Teams bläst.

Hangouts Meet soll dabei ein Tool für einfache Videokonferenzen sein. Es ist weder ein Download, Plugin oder ein Konto bei Google notwendig, um an einem Meeting teilzunehmen. Der Host erstellt einfach ein Hangouts Meet und versendet den Link an bis zu 30 Teilnehmer. Googles Idee ist es, den Zugang so leicht und reibungslos wie möglich zu gestalten, was vermutlich für hohe Akzeptanz sorgen dürfte.


Hangouts Meet ist natürlich mit anderen Anwendungen der G Suite verzahnt, wie im Grunde alles bei Google. So könnt ihr euch direkt aus dem Kalender, einer E-Mail oder von unterwegs per Telefonnummer in ein Meet einwählen. Bei letzterer Option dann natürlich ohne Bild.

Außerdem können Präsentationen eingebunden werden, was das Tool für mich persönlich schon recht komplett macht. An der Oberfläche hat sich nicht besonders viel geändert, sie ist nur etwas minimalistischer und aufgeräumter gestaltet und hat einige kleinere Features spendiert bekommen.

Die eigentliche Alternative zu Slack und Microsoft Teams ist aber Hangouts Chat. Neben Direktnachrichten gibt es Chatrooms, die für bestimmte Projekte eingerichtet werden können und dann Zugriff auf die entsprechenden Dokumente in der G Suite haben. Dazu gehören Dokumente, Tabellen, Videos oder Fotos. Team-Chatrooms gibt es natürlich auch, wie man es eben von jedem Collaboration-Tool kennt.

Interessanter wird es eher bei der Integration von Google App Script in Hangouts Chat. Das erlaubt die Integration und Entwicklung eigener Plugins wie beispielsweise dem Bot @meet. Der ist lernfähig und kann während eines Chat erkennen, ob ein Meeting angesetzt werden soll und legt dieses eigenständig mit Vermerk im Kalender der involvierten Personen an. Ein kleiner Virtual Assistant also, der über künstliche Intelligenz verfügt.

Software von Drittanbietern wird übrigens auch unterstützt. Momentan werden die Tools Asana, Box, Prosperworks und Zendesk unterstützt, die in Zukunft wohl Gesellschaft bekommen dürften. Hangouts Meet ist ab heute verfügbar, Hangouts Chat wird nach und nach für G Suite-Kunden ausgerollt. Interessierte können sich hier für das Early Adopter Program anmelden.