Virtual Reality
Hapto: Der nächste sinnlose Streich unter den VR-Gadgets

Hapto ist ein VR-Gadget, das momentan auf Indiegogo Unterstützer sucht. Die Entwickler haben es sich zur Aufgabe gemacht, haptische Empfindungen auch in der virtuellen Realität zu ermöglichen. Ob Hapto da der richtige Weg ist?

Die virtuelle Realität – obwohl das Wörtchen „Realität“ drin steckt, ist an der Technologie momentan noch sehr wenig real. Denn was macht unsere Welt aus? Richtig, wir können sie mit all unseren Sinnen wahrnehmen. VR ist dagegen einfach nur eine visuelle dreidimensionale Darstellung in dir wir eintauchen können. Klar, solche lustigen Gadgets wie eine Geruchsmaske für VR Pornos erweitern die Technologie, aber fast noch wichtiger als Düfte, ist die Haptik. Dafür ist auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo ein neues Gerät namens Hapto aufgetaucht, das Gegenstände haptisch simuliert.

Das knallbunte Gadget sieht erstmal aus wie ein halbfertiger Hausschuh, dessen Spitze man einfach vergessen hat. Tatsächlich stülpt man sich das Ding aber über die Hand. Auf den Bildern erkennen wir dann mehrere kleine Noppen, die aus dem hinteren Teil des Geräts herausgucken. Die 20 sogenannten „Pushers“ sind für die Handinnenfläche gedacht und dort spielt sich der größte Teil der virtuellen Empfindung ab.

Darunter sind nämlich kleine Motoren verbaut, die die Knöpfe bei Bedarf in unterschiedlichen Mustern anheben können. Dadurch soll ein gewünschtes Empfinden entstehen, als ob man einen Gegenstand anfassen würde. Auf Höhe der Finger befinden sich nochmal vier Tasten, mit denen beispielsweise die Bewegung des Greifens unterstützt werden soll oder aber die Spielsteuerung. Auf der Ober- und Unterseite des Controllers befinden sich jeweils drei leuchtende Kreise, die die Bewegungen des Geräts tracken. Unterstützt wird dies auch durch ein verbautes Gyroskop.

Über Bluetooth lässt sich das Gadget leicht mit allen möglichen VR-fähigen Geräten verbinden: Samsung Gear VR, Oculus Rift, Google Cardboard, HTC Vive, Google Daydream, OSVR und Merge VR Goggles. Die Entwickler aus Singapur möchten Hapto auch für PlayStation VR und die HoloLens bereitstellen.

Wirklich schick oder edel sieht das Gerät nicht gerade aus. Dafür ist der Preis für ein Haufen Plastik allerdings recht hoch. Wer sich am Early-Bird-Angebot auf Indiegogo beteiligt bekommt das Teil noch für 130 Dollar. Später im Laden soll Hapto dann jedoch knapp 250 Dollar kosten. Also träumen darf man ja, aber den Preis finde ich etwas unverschämt.

Zumal ich Bedenken habe, was Haptos Funktionsweise und Handling angeht. Bequem sieht das Gerät nicht aus und wirklich durchdacht scheint das Konzept auch nicht zu sein. Wäre dem nämlich so, hätte das Unternehmen wohl am ehesten einen richtigen Handschuh gestaltet. Denn wenn man schon das Ziel hat, haptische Eindrücke in die virtuelle Realität zu bringen, dann doch bitte richtig. Zur haptischen Empfindung gehören nämlich auch Wärme oder unterschiedliche Oberflächen. Ein bisschen Knöpfchen drücken auf der Handfläche reicht da nicht aus.

Quelle: indiegogo