„Hater“ verkuppelt Menschen, die die gleichen Dinge hassen

"Hater" nennt sich eine neue App, die Menschen über gemeinsame Feindbilder zueinander bringen will. Ob Donald Trump oder Justin Bieber, Fleischesser oder Veganer - "Hater" basiert auf dem bereits wissenschaftlich nachgewiesenen Ansatz, dass uns fremde Menschen auf der selben Hass-Frequenz zwangsläufig sympathischer zu sein scheinen.

Flirt- und Dating-Plattformen für die große Liebe (oder den schnellen One Night Stand) gehören zu den Dingen, die nicht mehr aus dem Internet wegzudenken sind. Apps wie das höchst umstrittene Loovoo gehören dabei auch in Deutschland längst zu den erfolgreichsten Anwendungen auf dem Smartphone. Die meisten Dienste verfolgen den Ansatz, Menschen aufgrund ihrer gemeinsamen Vorlieben miteinander zu verkuppeln, doch “Hater” geht nun den umgekehrten Weg.

Hater will – wie der Name bereits vermuten lässt – Menschen zusammenbringen, die die gleichen Dinge “hassen”. Donald Trump, Taylor Swift oder Justin Bieber, bestimmte Freizeitaktivitäten, glutenfreies Essen, Cannabis, Hunde oder Katzen, Selfies von Hinterteilen – völlig egal.

Wer Hater zum ersten Mal startet, erhält eine Auswahl von Dingen, die nach dem Empfinden der Macher entweder gemocht oder gehasst werden. Ähnlich wie bei Tinder entscheidet der Benutzer dann per Wischgeste, ob er den Vorschlag auf seine Liste der möglichen hassenswerten Dinge oder Personen setzt, alternativ kann man sich neutral bzw. unschlüssig zeigen. Liebt man etwas, wischt man nach oben – hasst man etwas, wischt man nach unten. Mag man etwas, wischt man rechts – mag man etwas nicht, wischt man nach links. Aus den von anderen Nutzern gesammelten Reaktionen errechnet Hater einen einsehbaren Prozentwert, der neuen Benutzern bei der Entscheidung helfen soll.

Die Liste soll rund 2.000 Einträge enthalten, also dürfte wohl für (fast) jeden etwas dabei sein. In Kürze sollen Nutzer auch eigene Vorschläge einreichen können, die von der Hater Inc. vor ihrer Freischaltung auf mögliche Diskriminierungen oder “Hate Speech” kontrolliert werden.

“It’s not that we enjoy disliking people. It’s that we enjoy meeting people who dislike the same people.” Jennifer Bosson, University of South Florida

Sobald man sich durch die Vorschlagsliste gearbeitet hat, zeigt Hater potentiell seelenverwandte Personen aus der näheren oder ferneren Umgebung an. Auch in diesem Punkt ähnelt die App also Diensten, die man schon mit dem gegenteiligen Ansatz kennt. Die Trefferliste setzt selbstverständlich voraus, dass die App in möglichst schneller Zeit auf eine möglichst breite Benutzerbasis kommt.

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Die “Fachliteratur” ist prall gefüllt mit gut gemeinten Hinweisen zu all den Dingen, die angeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines Dates oder einer Partnerschaft entscheiden. Der berühmt-berüchtigte erste Eindruck soll eine Rolle spielen, Gegensätze ziehen sich angeblich an und gelegentlich könnte die schiere Verzweiflung von Singles in einem Freundeskreis aus lauter Pärchen den Ausschlag geben.

Die Idee, Menschen aufgrund ihrer Abneigungen zusammenzubringen, ist jedoch gar nicht so abwegig. Die Sozialen Plattformen zeigen mehr oder weniger eindrucksvoll bis erschreckend, wie schnell und “gut” sich menschen plötzlich verstehen, wenn man ihnen ein gemeinsames Feindbild vorsetzt. Eine mittlerweile 11 Jahre alte Studie der University of South Florida wies nach, dass sich gerade bisher einander unbekannte Personen auf dieser gemeinsamen Basis annähern.

Hater
Hater
Entwickler: Hater Inc.
Preis: Kostenlos

Quelle nymag.com