Kommentar
Höhlendrama in Thailand: Rettungstaucher beschimpft Elon Musk

Das Höhlendrama um die eingeschlossene Fußballmannschaft in Thailand hat weltweit viel Aufmerksamkeit erregt. Überall haben Menschen mitgefiebert, dass die Jungs und ihr Trainer endlich befreit werden und Gott sei Dank hat die Geschichte ein Happy End. Auch Elon Musk hat sich eingeschaltet und ein Hilfsangebot in Form eines U-Bootes zur Verfügung gestellt. Darüber waren die Rettungshelfer jedoch gar nicht erfreut.

Elon Musk macht gerne mal Schlagzeilen – klar, der Mann hat ja gefühlt auch tausend Projekte am Laufen. Auch beim Höhlendrama in der Tham-Luang-Höhle in Thailand, stand Musk auf der Matte. Bei der Rettung der jungen Fußballmannschaft und ihrem Trainer wollte er sich beteiligen und reiste mit zwei Ingenieuren und einem Mini-U-Boot im Gepäck an. Der milliardenschwere Unternehmer wollte helfen und hatte deshalb die Idee einer wasserdichten kindergroßen Kapsel in die Tat umgesetzt.

Doch das Angebot kam bei den Helfern der Rettungsaktion gar nicht gut an. In einem Interview mit CNN nahm der Brite Vern Unsworth, einer der Bergungshelfer, Stellung zu Musks Mini-U-Boot und hatte kaum nette Worte dafür übrig. Er beschimpfte den Milliardär mit dem Satz: “Er kann sich sein U-Boot dahin schieben, wo es wehtut.” Außerdem unterstellte Unsworth ihm, dass das Angebot nur ein PR-Gag gewesen sei und er dadurch lediglich die Aufmerksamkeit der Presse erlangen wollte.

„Es bestand absolut keine Chance, dass es funktioniert. Er hatte keine Vorstellung davon, wie es in der Höhle aussieht. Das U-Bott wäre nicht einmal 50 Meter weit in die Höhle reingekommen.“ Vern Unsworth, Rettungstaucher

Unsworth hat teilweise Recht mit seiner Aussage. Klar, Musk hat keine Ahnung davon, wie es auf dem 4 Kilometer langen Rettungsweg aussieht, woher auch? Da das U-Boot auch aus harten Materialien gebaut und rund 1,70 Meter lang war, wäre es schwer um Kurven und Hindernisse herumgekommen. Die Größe der Kapsel ist aber vollkommen gerechtfertigt, immerhin waren die eingeschlossenen Kinder im Alter von 11 bis 16 Jahren, samt ihrem Trainer. Dass da eine Person dabei ist, die an die 1,60 Meter oder noch größer ist, dürfte wohl klar sein.

Musk machte auf sein Hilfsangebot auch via Twitter aufmerksam. Er taufte das U-Boot auf den Namen “Wild Boar”, denn so heißt das Fußballteam der Jungs. Musk verschaffte sich wohl Zutritt zu dem Höhlenkomplex und präsentierte dort seine Kapsel. Doch das Angebot nahmen die Taucher nicht in Anspruch. Man riet Musk sogar, so schnell wie möglich wieder zu gehen. Unbeirrt von dieser Aufforderung, ließ der Milliardär das U-Boot an Ort und Stelle, “falls es in Zukunft von Nutzen sein sollte.”

Update 16. Juli 2018

Schaut man sich das Interview mit Vern Unsworth an, kann ich nicht verstehen, wie man so sauer auf jemanden sein kann, der einfach nur helfen möchte. Natürlich kann man Elon Musk unterstellen, er wolle nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erlangen – hat ja auch super funktioniert. Trotzdem muss man ihm zu Gute halten, dass er mit einer Problemlösung um die Ecke kam, die man noch weiter hätte ausfeilen können. Auch, wenn das U-Boot im Endeffekt nicht nutzbar war, hat Musk sich Gedanken gemacht und daraus kann man ihm kein Strick drehen.

via: Independent