i.Con: Das erste smarte Kondom trackt eure „Leistung“ beim Sex

i.Con ist ein Fitness-Tracker der besonderen Art. Als smartes Kondom - oder eher Cock-Ring - werden hier die Daten des Mannes beim Geschlechtsverkehr erfasst.

Puh, bei manchen Themen ringe ich zugegebenermaßen lange nach Worten, bis ich eine Idee für den ersten Satz habe. Bei i.Con ist das gerade wieder einmal der Fall, denn i.Con ist laut Hersteller British Condoms das erste smarte Kondom der Welt. Vielleicht lasst ihr diese Info erst einmal ein wenig sacken (Hihi, er hat „Sack“ gesagt), bevor ich euch erkläre, wofür das Teil gut sein soll und was es genau ist.

Was ist der i.Con?

So – bereit? Dann los: Beim i.Con handelt es sich strenggenommen gar nicht wirklich um ein Kondom, sondern um einen Penisring, den ihr über das eigentliche Kondom stülpt, bevor es bei euch ordentlich zur Sache geht. British Condoms erklärt, dass dieser Ring am Ende des Kondoms sitzt und weder für sie noch ihn überhaupt zu spüren sein soll, euch also keineswegs einschränkt. Der sehr leichte Ring ist aus synthetischem Kautschuk gefertigt und in der Größe anpassbar, die Technik sitzt in einem kleinen Gehäuse aus wasserdichter Kohlefaser.

Wieso sollte man sich überhaupt diesen Ring überstülpen?

Damit man über die Anschaffung dieses „Gadgets“ nachdenkt, solltet ihr natürlich auch wissen, wieso man sich diesen i.Con-Ring überhaupt zulegen sollte. Da es vom Hersteller als smartes Kondom angepriesen wird, könnt ihr euch vermutlich schon grob denken, in welche Richtung die Geschichte geht: i.Con arbeitet dank entsprechender Sensoren und eines Nano-Chips wie ein ziemlich spezieller Fitness-Tracker.

Ihr könnt damit also zum Beispiel ermitteln, wie viele Kalorien ihr beim Matratzensport verbrennt und mal ehrlich: Wer will das nicht wissen? Aber i.Con hat natürlich noch mehr auf der Pfanne. So wird die Sex-Häufigkeit gemessen, außerdem die Geschwindigkeit und Häufigkeit, mit der ihr zustoßt und – hier geht es dann endgültig ans Eingemachte – auch die Dauer des gesamten Akts. Erst noch in der Beta-Phase ist das Erfassen der Häufigkeit eurer Positionswechsel. Hier habt ihr den Funktionsumfang im Überblick:

  • Während des Akts verbrannte Kalorien
  • Schnelligkeit und durchschnittliche Geschwindigkeit der Stöße
  • Gesamtzahl der Stöße
  • Häufigkeit der Geschlechtsakte
  • Dauer des Akts
  • Umfang des besten Stücks
  • durchschnittliche Hauttemperatur
  • Noch in der Beta: Zahl der verschiedenen Positionen

Eine weitere sehr interessante Funktion wird derzeit noch medizinisch getestet, soll aber irgendwann auch ein offizielles Feature des i.Con sein: Angedacht ist nämlich, dass der Ring auch als Indikator für Geschlechtskrankheiten fungiert und diese anzeigen soll. Es sollen entsprechende Proteine oder Abwehrkörper erkannt werden können, die auf Geschlechtskrankheiten hinweisen und als Folge wird dann ein Alarm ans Smartphone geschickt.

Um ganz ehrlich zu sein: Ich kann mir gerade nur schwer vorstellen, wie die Sensoren durch das Kondom diese Stoffe erkennen sollen und noch weniger kann ich mir vorstellen, wie ein Paar beim Sex reagiert, wenn der Geschlechtskrankheiten-Alarm auf dem Smartphone losballert.

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Aber zurück zu dem, was der Ring tatsächlich schon kann: Ihr seid mithilfe dieses kleinen Helfers also in der Lage, feinste Statistiken über euer Tun im Schlafzimmer (oder sonst wo, is klar) anzulegen und auszuwerten. Und nicht nur das: Der Hersteller gibt an, dass ihr auch – anonym – Statistiken der i.Con-Nutzer einsehen könnt. So könnt ihr eure Leistung mit dem Durchschnitt aller Nutzer vergleichen – auch, wenn das schon mal ernüchternd sein kann.

Apropos ernüchternd: Falls ihr euch jetzt schon eine Ausrede zurechtlegt wie „Das war viel länger, aber der Akku war leer“: Der Akku soll zwischen 6-8 Stunden durchhalten – selbst die Speerspitze der Horizontal-Athleten sollte damit zurechtkommen. Falls nicht: Binnen einer Stunde soll der Ring wieder komplett aufgeladen sein, was übrigens mittels Micro-USB-Port geschieht.

Damit ihr eure Statistik nach getaner Arbeit auch in Ruhe genießen könnt, müssen die Daten nach dem Akt via Bluetooth an die i.Con-App übertragen werden. Wie es aussieht, plant British Condoms zumindest eine iOS-App ein, aber ich bin sicher, dass sie auch die Android-Beischläfer nicht vergessen werden. Der Hersteller erwähnt übrigens explizit, dass eure Daten absolut anonym behandelt werden.

Falls ihr allerdings wollt, könnt ihr selbstverständlich auch mit den Daten richtig auf den Pudding hauen: Wie sich das für einen ordentlichen Tracker gehört, könnt ihr eure Daten nämlich zum Beispiel via Facebook sharen. Wenn ihr also das Gefühl habt, eure Facebook-Freunde sollten wissen, wie lang ihr gestern Abend mit eurem Schätzchen gezaubert habt und mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit ihr eure Becken aneinanderpresst (Hey, wer will das nicht von seinen Kumpels wissen?), dann könnt ihr das selbstverständlich auch tun über die App.

Kleiner Haken an der Geschichte: Noch ist i.Con nicht zu kaufen, aber die Testphase soll sich in den letzten Zügen befinden (Fragt nicht nach den Bildern im Kopf des Autors diesbezüglich). Einen exakten Termin nennt British Condoms noch nicht, aber es soll definitiv in diesem Jahr so weit sein. Bis i.Con verfügbar ist, müsst ihr euch also noch mit den normalen Mitteln behelfen: Stoppuhr und Strichliste! Der Ring ist natürlich abwaschbar und mehrfach nutzbar, so dass auch der angedachte Preis von 59,99 britischen Pfund (knapp 70 Euro) wohl in Ordnung geht.

Bevor Fragen kommen: Nein, wir haben uns nach intensiven Diskussionen im Redaktions-Chat erst einmal gegen Hands on-Videos entschieden für den Fall, dass wir ein Testgerät bekommen. ;)

Quelle: britishcondoms.uk via Mashable