Basteln erlaubt
iFixit: Google Pixel XL ist modular, aber schwer zu reparieren

Es ist soweit: iFixIt hat nun auch das Google Pixel XL in die Einzelteile zerlegt. Es gibt zwar Lob für die Modularität des Smartphones - allerdings haben selbst die Profis vom Dienst einen gravierenden Fehler gemacht.

Das Google Pixel XL ist seit wenigen Tagen für einen Preis von 899 respektive 1009 Euro (128 GByte) weltweit erhältlich – und wie dem immer so ist, konnte auch iFixIt nicht die Finger vom neuen Smartphone von Google lassen. Zwar ist das Telefon von innen recht modular aufgebaut – trotzdem gibt’s von den Bastlern nur einen 6 von 10 Score.

Wie man es gewohnt ist, wurde im Pixel XL Teardown von iFixIt jedes noch so kleine Bauteil vom Smartphone auseinander genommen, um das Innenleben genau analysieren zu können. Das ist zu einem für Technikfetischisten (wie mich) schön anzusehen, zum anderen hilft es aber auch ungemein dabei, wenn man das Gerät nachher mal selber reparieren möchte. Und Dank vieler Einzelteile ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass man Teildefekte später selbst beheben kann.

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Und auch die technischen Spezifikationen werden von iFixIt immer überprüft: Ja, es steckt wirklich ein Snapdragon 821 im Pixel XL. Ja, es hat wirklich 4 Gigabyte an RAM. Der Akku bietet eine Kapazität von 3450 mAh bei 3,85 Volt Nennspannung, das ergibt 13,28 Wattstunden. Interessant sind aber unter anderem die Infos, die von Google nicht direkt kommuniziert werden: Der Speicher kommt von Samsung und die Funkmodule stammen aus dem Hause Qualcomm.

Das Smartphone selbst wurde aber von HTC gebaut: Die Firma wurde ja bekanntlich auch schon zur Fertigung älterer Nexus-Smartphones und -Tablets herangezogen. Es gibt aber auch im Inneren (außer auf dem Akku) keinen Hinweis darauf, dass HTC mit der Produktion beauftragt wurde. Trotzdem dürfte dieses Outsourcing an den Taiwaner Konzern nicht geschadet haben, immerhin hat HTC enorme Finanzierungsprobleme.

Komplett auseinandergebaut besteht das Pixel noch aus 12 Teilen: Dem Display, der Rückseite, einem Metallrahmen, der Batterie, zusätzlich dem Mainboard, dem unteren Board mit USB-Buchse und Mikro, den beiden Kameras, dem Fingerprint-Sensor, einem Lasersensor für das Fokussieren von Fotos und die Kopfhörerbuchse. Die Teile, die am schnellsten kaputt gehen können, sind tatsächlich modular – hier ist ein Austausch also echt einfach.

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Der Akku kann auch getauscht werden: Nach dem Öffnen des Geräts durch ein wenig Hitze und einem „Plektrum“ löst sich das Display vom Smartphone.

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Hier kommt aber der Grund, warum iFixIt nur eine 6 gegeben hat: Der OLED-Screen löst sich vom Glas. Dadurch kann es einfach zerstört werden. Sollte das Panel nicht zu 100% gleich wieder eingesetzt werden, muss der Nutzer dann nachher auch mit einem krummen Bild leben. Im Falle des Google XL von iFixIt war jede Rettung hilflos, das Panel hätte ersetzt werden müssen.

Desweiteren ist die mittlere Platte direkt hinter dem Display so gut „eingeklipst“, dass man hier das Material beschädigen könnte – hier ist also Vorsicht angesagt.

Außerdem muss der Heatspreader entfernt werden, um den Akku zu tauschen. Das heißt: Wer tauschen will, muss auch zwingend neue Wärmeleitpaste bestellen, um die Wärmeabführung garantieren zu können.

Alles in allem ist das Pixel XL aber ein recht simpel zu reparierendes Gerät, es gibt im Inneren keine 5 Kilo Kleber (Surface Pro, räusper). Mit vorsichtigem Vorgehen und den richtigen Werkzeugen (Torx T5, Plektrum, Zange und Spreizer) sollte die Demontage also an sich kein Problem darstellen.