Social Media
Instagram, Snapchat, Facebook und Twitter machen krank

Eine britische Studie hat herausgefunden, dass vier von fünf Social Networks negative Auswirkungen auf unsere Persönlichkeit und unser Selbstbild haben. Dazu zählen allen voran Instagram, Snapchat, Facebook und Twitter. Lediglich YouTube werden positive Auswirkungen zugesprochen.
von Jake Pietras am 22. Mai 2017

Dass die übermäßige Nutzung von Social Media vor allem bei der jungen Generation mit dem unsäglichen Ausdruck „Millenials“ zu Problemen führen kann, ist ja nichts neues. Zwei britische Gesundheitsorganisationen haben jetzt eine Studie durchgeführt und (mal wieder) festgestellt, dass Social Media einen schlechten Einfluss auf das geistige Wohlbefinden jüngerer Menschen haben kann.

Die Royal Society for Public Health und das Young Health Movement führten die Studie mit rund 1500 Teilnehmern zwischen 14 und 24 Jahren durch. Sie stellten fest, dass vier von fünf Social Media-Plattformen negative Einflüsse auf die psychische und folglich auch physische Gesundheit haben können. Angeführt wird die Todesschwadron von Instagram. Die Bilder-Plattform sorgt besonders dafür, dass sich ihre Mitglieder mit durch Filter und Photoshop gejagte Erscheinungsbilder vergleichen und anschließend schlecht fühlen.

Snapchat, Facebook und Twitter seien der Studie zufolge weniger schädlich, hätten aber immer noch beunruhigende Einflüsse auf die Psyche. Einzig YouTube werden positive Einflüsse nachgesagt. Meiner Ansicht nach hängt das natürlich auch davon ab, was man so auf YouTube guckt. Bibis Beauty Palace  und Dude Perfect in Dauerschleife sorgen vermutlich für genauso viel Gehirnvermoosung, wie Teleshopping um drei Uhr nachts.

Neben den durchaus positiven Aspekten von sozialen Netzwerken sind auch wieder die üblichen, negativen Verdächtigen wieder mit von der Partie, zu denen das allseits beliebte Mobbing, Gruppenzwang, Schlafprobleme, Depressionen, Einsamkeit und Angststörungen gehören können. Und natürlich dem Klassiker: der Angst, etwas zu verpassen. Facebook neustes Feature mit Cross-App-Notications dürfte die Symptome da noch weiter verstärken.

Im besten Fall kann das alles zu Minderwertigkeitskomplexen führen, im schlimmsten zu Selbsthass oder Selbstmord, wie in der Vergangenheit auch schon öfters passiert und leider sogar live auf Facebook streamed wurde. Das sind natürlich nur die Extremfälle. Das Gesamtbild der heutigen Situation und der ständigen Selbstdarstellung und öffentlichen Wahrnehmung ist auf jeden Fall ein deutliche komplexeres, als beispielsweise in meiner Jugend (früher war alles besser und so).

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Wie immer gibt es natürlich auch prompt Gegenmeinungen zu der Studie. Englands Präsident des Royal College of Psychiatrists sagt zurecht, dass die Studie die Dinge ein wenig zu sehr vereinfacht und ebenso einfache Schlüsse zieht. Das Medium selbst, sei nicht zu verteufeln, sondern die Art wie damit umgegangen wird. Auch bekannt als: „Don’t hate the player, hate the game.“ Es müsse vielmehr der Umgang gelehrt werden, als die Schuld auf die Plattformen selbst zu schieben.

Anzahl der Nutzer sozialer Netzwerke weltweit in den Jahren 2010 bis 2015 sowie eine Prognose bis 2020 (in Milliarden) (Quelle: Statista)

Die Studie erstellte ihre Ergebnisse übrigens anhand von 14 Kriterien, zu denen das Wohlbefinden, Auswirkungen von Social Media auf Schlafgewohnheiten sowie, wie stark die oben aufgeführten Symptome jeweils auftreten. Einige davon hatte Facebook offenbar auch genutzt, um Betroffene mit spezieller Werbung anzusprechen. Das Social Network hatte das zwar dementiert, aber eben lecker schwammig formuliert:

[…] The analysis done by an Australian researcher was intended to help marketers understand how people express themselves on Facebook. It was never used to target ads and was based on data that was anonymous and aggregated. […]

Wie seht ihr das? Kennt ihr die oben erwähnten Probleme oder Menschen, die damit kämpfen müssen? Mal abgesehen vom klassischen Shitposting und „Nein, du hast Unrecht, weil ich eine andere Meinung habe. Jetzt erzähle ich dir lang und breit warum…“