Trotz Milliardeninvestionen
Internet in Deutschland? Weiterhin nur im Schneckentempo

Deutschland fällt in puncto Internetgeschwindigkeit im internationalen Vergleich trotz hoher Investionen weiter zurück. Ein neues Programm zum Breitbandausbau soll nun endlich den erhofften Erfolg bringen, doch bis zur flächendeckenden Versorgung mit schnellen Internetzugängen wird es noch Jahre dauern.

Seit Jahren werden wir mit dem Versprechen vertröstet, die Bundesregierung und die Telekommunikationsunternehmen würden den sogenannten Breitbandausbau vorantreiben. Deutschland soll flächendeckend mit schnellen Internetzugängen versorgt werden, die Wirtschaft und Privathaushalte sollen gleichermaßen von der neuen Infrastruktur profitieren. Doch die Wirklichkeit sieht immer noch anders aus, wie der aktuelle “State of the Internet” Report von Akamai eindrucksvoll belegt.

Nicht einmal eine Woche ist es her, da gaben die die in der „Netzallianz Digitales Deutschland“ zusammengeschlossenen Telekommunikationsfirmen und Verbände gemeinsam mit Alexander Dobrindt (Bundesminister für digitale Infrastruktur, CSU) eine „Zukunftsoffensive Gigabit-Deutschland“ bekannt. Satte 100 Milliarden Euro sollen gemeinsam mit dem Bund in den Netzausbau investiert werden.

Im Rahmen der neuen Pläne wurde nochmals betont, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) schon heute jährlich rund vier Milliarden Euro bereitstellt, um unzureichend versorgte Regionen an die Breitbandversorgung anzuschließen. Angesichts der überproportional hohen Flatrate-Preise in Deutschland wirkt diese aus Steuermitteln aufgebrachte Summe umso höher, zumal es mit den bisherigen Erfolgen nicht allzu weit her zu sein scheint.

Im Ranking der Länder mit dem schnellsten Internetzugang liegt die Bundesrepublik lt. Akamai momentan auf Platz 25. Im Schnitt werde eine Geschwindigkeit von gerade einmal 14,6 Mbit/s erreicht, in einzelnen Regionen dürfte es weitaus schlechter aussehen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich Deutschland damit trotz der Milliardeninvestionen um drei Plätze verschlechtert.

Die mittlerweile seit mehreren Jahren geführte Statistik wird weiterhin von Südkorea angeführt, wo die Menschen mit durchschnittlich 26,1 Mbit/s unterwegs sind. In Norwegen und Schweden zeigt man mit 23,6 und 22,8 Mbit/s ebenfalls, dass Deutschland noch viel Luft nach oben hat.

Grafik: statista.com