Klimaschutzabkommen: Tech-Unternehmen stellen sich gegen Trump

Mehrere hundert US-Unternehmen stellen sich gegen den Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Adobe, Apple, Facebook, Google, Hewlett-Packard, Microsoft, SalesForce und Schneider Electric unterzeichneten einen Appell an Donald Trump.

Mehrere hundert amerikanische Unternehmen haben den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump heftig für seine gestern verkündete Entscheidung kritisiert, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Neben dem Elektroauto-Hersteller Tesla griffen auch mehrere Technologiefirmen das Staatsoberhaupt an und sicherten zu, dass ihre Unternehmen sich auch weiterhin dem Klimaschutz “zutiefst verpflichtet” sähen. Viele Firmenchefs äußerten sich persönlich über Trumps bevorzugten Kommunikationskanal Twitter.

In einer in mehreren US-amerikanischen Tageszeitungen veröffentlichten Anzeige fanden die Unternehmen – darunter Adobe, Apple, Facebook, Google, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, SalesForce oder Schneider Electric – deutliche Worte:

„Sich vom Ziel einer emissionsarmen Wirtschaft zu verabschieden, setzt den amerikanischen Wohlstand aufs Spiel.“

Auch Unternehmen wie der Autobauer Ford, der Chemiekonzern Dow Chemical oder der Öl-Konzern Exxon kritisierten die Entscheidung. Der Tesla-CEO Elon Musk hat aus Protest gegen Trumps Entscheidung seine Funktion als Berater des US-Präsidenten beendet. „Der Klimawandel ist real. Das Pariser Abkommen zu verlassen, ist weder gut für Amerika noch für die Welt“, twitterte Musk.

Viele der genannten Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren tatsächlich ihre Umwelt- und Klimaschutzbemühungen verstärkt. Zum einen gibt es einen nicht mehr zu vernachlässigenden Teil von Kunden, die tatsächlich auf ein “grünes Label” achten und Produkte von Unternehmen meiden wollen, die während der Produktion nicht auf die Umwelt achten. Zum anderen spielen in vielen Fällen ganz profane betriebswirtschaftliche Gründe eine Rolle.

So hatte z.B. Google im vergangenen Jahr verkündet, dass man schon 2017 das gesamte Unternehmen inklusive aller Rechenzentren auf Ökostrom umstellen werde. Tech-Unternehmen seien aktuellen Studien zufolge mittlerweile für ca. 2% der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und konkurrieren demnach in der Größenordnung mit den Fluggesellschaften. Der Klimawandel sei ein real existierendes Problem sei, dem man entgegentreten müsse, verkündete der Suchmaschinenriese aus dem ohnehin sensibilisierten Kalifornien.

Geplante Obsoleszenz: Nichts spricht für fest verbaute Akkus – oder?

Bei anderen Unternehmen gehört Klimaschutz eindeutig zum Geschäftsmodell. Tesla und andere Autohersteller wollen kurz-, mittel- und langfristig nur noch elektrisch betriebene Fahrzeuge anbieten, die – bei entsprechender Planung und Umstellung der Energieversorgung – wesentlich umweltschonender als heutzutage produzierte Autos mit Verbrenner-Motor sind. Viele Technologiefirmen entwickeln Lösungen, die mehr oder weniger unmittelbar auch energieeffiziente Bereiche ihrer eigenen Kunden betreffen. Zugleich wirft man vielen Unternehmen immer wieder vor, dass sie ihre Zulieferer nicht ausreichend kontrollieren und z.B. eine Mitverantwortung tragen, wenn Rohstoffe unter katastrophalen Bedingungen gefördert werden.