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KYON: Innovatives Hundehalsband oder doch eher für die Katz‘?

Das KYON Hundehalsband ist voll mit Technik und Sensoren ausgestattet, um den vierbeinigen Lieblingen vor etwaigen Gefahren zu beschützen. Das Gadget kommt mit einigen nützlichen Funktionen, wie beispielsweise dem GPS Tracker oder dem Wassersensor. Trotzdem bleibt das Halsband besonders durch ein Feature fragwürdig.

Dass die modernen Technologien irgendwann nicht mehr nur bei uns sondern auch bei unseren Haustieren ankommen, war klar. Ob sogenannte Tracking Halsbänder für Hunde sinnvoll sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zahlreiche Vorteile, wie die aktive Verfolgung von eventuell entlaufenen Hunden oder die Überwachung der Aktivität von Fiffi und Co sprechen eindeutig dafür. Das KYON Halsband ist eines dieser Gadgets und wurde erst im Winter auf Kickstarter finanziert, weshalb es auch noch nicht auf dem Markt ist.

Das Halsband ist nicht größer als ein normales Hundehalsband, hat dafür aber ganz schön viel Technik verbaut. KYON hat beispielsweise eine LED Anzeige, die mich etwas an diese LED Laufschriften auf Werbetafeln erinnert. Dieses Feature ist ein nettes Gimmick, denn sie soll quasi als Kommunikationsmittel zwischen Tier und Mensch fungieren. Dort tauchen dann Sachen auf wie: „Hallo“, „Mir ist heiß“ und „Mein Name ist Lassie“. Das LED Display zeigt also Nachrichten und Stimmung des Hundes an. Außer für den Ersatz einer gewöhnlichen Hundemarke, um einen entlaufenen Hund wieder zu seinem Herrchen zurück zu bringen, fällt mir hier kein anderer sinnvoller Nutzern für dieses Feature ein.

Dann ist KYON auch noch mit zwei Sensoren ausgestattet. Es gibt einen Temperatursensor, der sowohl Körper- als auch die Zimmertemperatur messen kann, und einen Wassersensor. Durch diese Funktion wird der Besitzer gewarnt, wenn der Hund Gefahr läuft, zu ertrinken. Das kam mir im ersten Moment etwas lächerlich vor, denn kann sich nicht eigentlich jeder Hund über Wasser halten? Aber angenommen, das Tier wäre in ein Schwimmbecken gesprungen und kommt einfach nicht mehr raus – irgendwann geht ihm auch die Kraft zum Strampeln aus. Bei solch einem Anwendungsfall, könnte der Sensor schon gute Dienste leisten.

GPS, 3G Verfolgung und eine Bluetooth Verbindung sind mit dem Halsband natürlich auch möglich. Letzteres funktioniert aber nur über die Basisstation zu Hause, über die KYON auch kabellos aufgeladen wird. Das Smartphone, mit der passenden App darauf, wird mit dieser Basisstation verbunden, wodurch die Bluetooth Verbindung nur im heimischen Radius von etwa 90 Metern funktioniert. Verlässt der Vierbeiner dieses Umfeld, schaltet sich automatisch das GPS an und der Besitzer wird informiert.

Eines der abgefahrensten und für mich fragwürdigsten Funktionen ist allerdings das Ultraschall-Signal, dass über die App gesteuert wird und dem Hund das Bellen abgewöhnen bzw. einen Kampf zwischen den Tieren verhindern soll. Das finde ich zu einfach gedacht, denn das Ganze ist im Prinzip Konditionierung auf einen aversiven Reiz: Bei unerwünschtem Verhalten wird mit Druckluft gearbeitet, mit einer Wasserpistole gespritzt, die Kette geworfen oder eine Blechdose scheppern lassen- laut Theorie erschrickt der Hund dann und lässt das unerwünschte Verhalten. Aber nur laut Theorie!

Sollte man wirklich Ultraschallwellen, die für einen Hund ja durchaus in verschiedenen Frequenzen hörbar sind, einsetzen, so ist das im Grunde eigentlich nur ein Meideverhalten. Das Verhalten wird gemieden, damit nichts rappelt, rasselt oder der Hund nass wird. Abgesehen davon, muss das Tier auch nicht unbedingt auf das Signal eingehen. Am Anfang erschrickt er vielleicht noch, aber möglicherweise übertönt er es dann irgendwann einfach mit seinem Bellen.

Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, muss jeder Hundebesitzer die Erziehungsmethoden mit sich selber vereinbaren. Natürlich kann man die Ultraschall-Funktion auch einfach nicht nutzen, aber dann gibt es wiederum andere Tracking Halsbänder, die viel günstiger sind. Das KYON Halsband kostet nämlich 250 Dollar und soll noch im Frühjahr diesen Jahres ausgeliefert werden.

Quelle: kyontracker