Smart Health
Mausersatz „GlassOuse“ zur Gerätesteuerung per Kopfbewegung

Auf Indiegogo wurde vor einigen Monaten das Projekt der sogenannten "GlassOuse" erfolgreich finanziert. Das Gerät ist ein Mausersatz für körperlich eingeschränkte Menschen, die weder Arme noch Beine bewegen können. Sie sollen mit der "Maus-Brille" wieder in der Lage sein moderne Geräte wie ein Smartphone oder PC ohne fremde Hilfe zu steuern.
von Vera Bauer am 24. September 2016

Für uns ist die Nutzung von PCs und Smartphones mittlerweile selbstverständlich. Wenn wir mal ehrlich sind, können wir uns das Leben ohne Internet kaum noch vorstellen. Doch was ist mit den Menschen, die im Rollenstuhl sitzen und ihre Gliedmaßen nicht mehr bewegen können, weil sie querschnittsgelähmt sind? Für diese Menschen ist die Nutzung von smarten Geräten ein großes Problem, denn steuern können sie diese nicht. Zumindest nicht auf herkömmliche Weise, denn ein Elektronik-Designer aus Shenzen in China hat eine Maussteuerung erfunden, die Querschnittsgelähmten sowie anderen körperlich benachteiligten Menschen, ermöglicht einen Computer zu bedienen.

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Der Elektronik-Designer und damit auch Erfinder der sogenannten „GlassOuse“ heißt Mehmet Nemo Turker und seine Steuerung ist quasi eine „Maus-Brille“. Leute die aus den verschiedensten Gründen Arme und Beine nicht mehr bewegen können, sollen mit Hilfe dieses Gerätes wieder in der Lage sein, moderne Geräte ganz alleine zu steuern. Das Gadget sieht auch aus wie eine Brille und hat einen, an ein Mikrofon erinnernden Klick-Button. Mit diesem kann ein Cursor per Kopfbewegungen gesteuert werden und durch Draufbeißen oder Antippen kann man Sachen auswählen beziehungsweise bestätigen.

GlassOuse wird über eine App drahtlos per Bluetooth mit einem PC oder Smartphone verbunden. Es enthält außerdem einen kleinen wieder aufladbaren Akku, der mit einer Ladung rund 15 Stunden Dauerbetrieb schafft. Obwohl das eine ganze Menge ist, ist der Mausersatz mit gerade mal 59 Gramm sehr leicht und soll so angenehm zu tragen sein.

GlassOuse Bildquelle Indiegogo
GlassOuse Bildquelle Indiegogo

Auf Indiegogo wurde das Projekt erfolgreich finanziert und insgesamt kamen über 16.000 US-Dollar zusammen. Eine GlassOuse-Brille soll später 149 Dollar kosten und ist damit geradezu lächerlich günstig. Das ist auch gut so, denn Hilfsmittel für Menschen, die nicht mehr finanziell auf eigenen Beinen stehen können, sollten generell eher günstiger sein, damit sie wieder am digitalen Leben teilhaben- und auch ihre sozialen Kontakte pflegen können.

Ich finde solche Projekte großartig und wäre ich schon früher auf diese Kampagne gestoßen, hätte ich sie finanziell natürlich unterstützt. Glücklicherweise wird die GlassOuse jetzt ihren Weg auf den Markt finden und hoffentlich vielen Menschen das Leben etwas einfacher machen.

Quelle: gamestar