Virtual Reality
Merged-Reality-Headset: Das Aus für Intels Project Alloy

Das vor einem Jahr angekündigte Project Alloy wird von Intel eingestellt, obwohl es in vielen Tests einen soliden Eindruck machte. Grund dafür ist wohl das mangelnde Interesse von möglichen Vertriebspartnern. Schade!
von Vera Bauer am 23. September 2017

Es ist gut ein Jahr her, da hat Intels CEO Brian Krzanich in seiner Eröffnungs-Keynote auf dem Intel Developer Forum ein kabelloses Headset mit dem Namen Project Alloy vorgestellt. Es sollte eine Verbindung zwischen Virtual- und Augmented Reality werden. Man prägte damals den Begriff „Merged Reality“.

Und Project Alloy wurde als the next big thing groß aufgezogen: Es wurde kein Rechner mehr benötigt – alles war im Headset verbaut, RealSense Kameras wurden genutzt, es wurden keine Controller gefordert und die Bewegungsfreiheit war mit dem Headset garantiert. Project Alloy war das „All in One“-Headset.

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Doch warum die Vergangenheitsform? Nun, obwohl das Headset von der Presse für gut befunden wurde, blieb das Interesse von möglichen Vertriebspartnern aus. Wie der Blog RoadtoVR berichtet, stellt Intel Project Alloy nun mangels Interesse ein.

Ursprünglich, und so hatte es damals auch Intels CEO verlauten lassen, war das Headset für den Marktstart 2017 geplant gewesen. Sogar auf der diesjährigen CES hatte man davon gesprochen, dass es mit der Entwicklung des Geräts gut voran geht – das war wohlgemerkt im Januar. Dass es nun eingestellt wird, finde ich sehr traurig, da das Headset wirklich vielversprechend aussah.

Wie bei einer klassischen VR-Brille hätte sich der Nutzer mit dem Intel Headset in einer virtuellen Welt bewegt. Doch wie oben schon beschrieben, ist das nicht alles. Die reale und virtuelle Umgebung sollten ineinander fließen. Beispielsweise hätte man die 3D-Welt durch gescannte Objekte der wirklichen Welt bereichern können. Wie genau das aussieht, demonstrierte Intel in mehreren Präsentationen.

Die RealSense Technologie gewährleistete auch die Bewegungsfreiheit. Denn dadurch konnte auch die wirkliche Umgebung auf dem Display der Brille dargestellt werden. So hätte sich der Nutzer durch mehrere Räume bewegen können, ohne das Headset abzusetzen. Für die Mixed-Reality-Effekte hätte Pro­ject Alloy auf Microsofts Windows Mixed Reality laufen sollen. Und genau wie die HoloLens, benötigte Intels Headset keine Kabelverbindungen.

Ihr seht schon, hier ist uns ein echt interessantes Stück Technik durch die Lappen gegangen. Doch Intel wird das Thema Virtual Reality noch nicht ganz fallen lassen. Auch wenn Project Alloy nun eingestellt wird, will man weitere Experimente und Forschungen in diesem Bereich machen.

via: golem