Web
Messenger Kids: Facebooks Chat-App für Kinder unter 13 Jahren

Facebook hat die Chatanwendung „Messenger Kids“ vorgestellt, die sich an Kinder unter 13 Jahren richtet und vom Account der Eltern aus kontrolliert werden kann. Um das Teilen nicht kindgerechter Inhalte zu verhindern, ist die Anwendung mit entsprechenden Sicherheitsfiltern ausgestattet.
von Vera Bauer am 17. Dezember 2017

Zum ersten Mal überhaupt, schließt Facebook auch die Zielgruppe der Kinder unter 13 Jahren ins Auge. Für sie veröffentlichte das soziale Netzwerk einen eigenen Chat-Dienst namens Messenger Kids. Kinder sollen hier einen ungefährlichen und sicheren Raum für ihre Unterhaltungen mit Gleichaltrigen finden. Eltern spielen dabei auch eine entscheidende Rolle, denn sie können alles überwachen, was ihr Kind im Internet macht.

Das fängt schon beim Einrichten der App an. Sobald man die Anwendung auf das Smartphone oder Tablet des Kindes heruntergeladen hat, können die Eltern ein Profil für ihren Schützling erstellen. Dazu bedarf es keinen Facebook-Account und keine Telefonnummer, denn wie wir wissen, kann man einen Facebook-Account erst mit 13 Jahren erstellen.

Die Eltern haben auch das Ruder in der Hand, wenn es um soziale Kontakte geht. Denn sie entscheiden, welche Person in die Freundesliste ihres Kindes aufgenommen wird. Diese Kontakte müssen nicht zwingend die kinderfreundliche Version des Messengers verwenden. Sendet ein Kind über Messenger Kids eine Nachricht an eine Person, kann sie diese auch über den normalen Facebook-Messenger empfangen und darauf antworten.

Messenger Kids soll vor allem absolut sicher sein. Das gewährleisten spezielle Sicherheitsfilter, die verhindern, dass Kinder Nacktheit, sexuelle Inhalte oder Gewalt zu sehen bekommen oder mit anderen teilen. Ein spezielles Support-Team reagiert zudem schnell auf gemeldete Inhalte, die nicht jugendfrei sind. Außerdem soll keine Werbung angezeigt werden und die Daten der Kinder werden auch nicht für solche missbraucht.

Den Kindern stehen im Chat speziell angepasste und vorgefertigte Fotofilter und GIFs zur Verfügung. Dazu hat Facebook ebenfalls eine kinderfreundliche Version von Giphy eingebaut.

Wenn die Kinder 13 Jahre alt werden, wird ihr Account bei Messenger Kids automatisch zu einem echten Facebook Profil “befördert”. Ziel ist es, Nutzer schon in jungen Jahren an die Plattform zu binden, sodass quasi der ganze Familienkontakt nur noch über Facebook abläuft. Ein bisschen beängstigend, wenn man sich überlegt, dass ein achtjähriges Kind schon in Chat-Gefilden unterwegs ist. Aber das musste ja irgendwann kommen und es ist besser, wenn die ersten Berührungspunkte mit sozialen Netzwerken kontrolliert ablaufen.

Übrigens gibt es Messenger Kids bisher nur in den USA, aber ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Anwendung auch bei uns landet.

via: techcrunch